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Schluss, aus und vorbei: Helmut Jung schmeißt hin

Ortsbeirat Fronhausen Schluss, aus und vorbei: Helmut Jung schmeißt hin

Die Sitzung des Ortsbeirats Fronhausen am Dienstagabend endete mit einem Knall: Ortsvorsteher Helmut Jung gab seinen Rücktritt vom Amt bekannt und gab zudem sein Ortsbeirats-Mandat zurück.

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Helmut Jung.

Quelle: Manfred Schubert

Fronhausen. Jung, der vor kurzem auch aus der Gruppierung „Bürger für Fronhausen“ ausgeschieden ist, sagt: „In den letzten vier Jahren stiegen die negativen Erlebnisse dramatisch an. Seit den letzten Kommunalwahlen musste ich feststellen, dass der Ortsbeirat Fronhausen vom Gemeindevorstand und hier von seinem Vorsitzenden nicht mehr den Stellenwert hat, der ihm nach der Hessischen Gemeindeordnung zusteht. Unsere Haushaltsanmeldungen wurden schlicht übergangen.“

Als Beispiel nennt er die jahrelange Anmeldung einer Rutsche für den Spielplatz. Nichts habe sich getan. Jung: „Man hat uns immer wieder auf die finanzielle Not im Haushalt hingewiesen. Auf der anderen Seite findet aber der Kämmerer plötzlich Geld, das irgendwie noch vorhanden war. Gelder werden für Gutachten verausgabt, Gelder werden für Rechtsanwälte und Gerichte verausgabt. Wenn es keine Unterstützung für den Ortsbeirat Fronhausen mehr gibt, dann ist es nachvollziehbar, dass der Ortsbeirat nicht mehr handlungsfähig ist.“

Hat Helmut Jung sich zu viel zugemutet?

Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber bedauert den Rücktritt, sagt aber auch: „Der Rücktritt kommt eigentlich nicht überraschend. Es hat sich abgezeichnet, dass die Vorstandstätigkeit in der Biogenossenschaft doch sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Womöglich hat Helmut Jung sich zu viel zugemutet. Nachdem er schon bei der letzten Kommunalwahl nicht mehr für die Gemeindevertretung kandidierte, gab er im letzten Jahr auch beim Rücktritt im Vorstand der Region Marburger Land zu erkennen, dass er überlastet sei.“ Weber will aber auch einen ganz anderen aktuellen Grund erkannt haben: „Ich gehe davon aus, dass seine Entscheidung mit der Bekanntgabe der Kandidatur seiner Tochter Claudia für das Bürgermeisteramt im Zusammenhang steht, um hier entsprechende Unterstützung zu leisten.“ Das weist Jung von sich. „Ich war nicht überlastet, ich hätte meine Tochter auch als Ortsvorsteher unterstützt.“

Weber will es hingegen nicht stehen lassen, dass der Ortsbeirat Fronhausen nicht gehört worden sei. Er sagt: „Alle Ortsvorsteher wurden in der Vergangenheit zu den Haushaltsanmeldungen gehört. Wenn Einladungen nicht wahrgenommen oder geforderte Stellungnahmen nicht abgegeben wurden, darf sich niemand im Nachgang beschweren.“

von Götz Schaub

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