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Schilder kommen, Schilder gehen

Verkehrsschau Schilder kommen, Schilder gehen

Hier fehlt ein Schild, dort gibt es eines zu viel. Manche müssen gereinigt werden, andere ersetzt, weil sie so verblasst sind. Die Gemeinde Ebsdorfergrund nimmt es ganz genau mit der Ordnung im Schilderwald.

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Oliver Claar, zuständig für die Straßenverkehrsbehörde im Dreihäuser Rathaus, zeigt am Hagemannsberg in Dreihausen ein typisches Beispiel für Mängel im Schilderwald: Das Tempo-30-Schild wird ersetzt, weil es inzwischen stark verblasst ist.

Quelle: Carina Becker

Dreihausen. Kommunen mit mehr als 7500 Einwohnern sind alle zwei Jahre in der Pflicht, eine Verkehrsschau in ihren Ortsteilen vorzunehmen. So schreibt die Straßenverkehrsordnung es vor. Bei kleineren Städten und Gemeinden ist der Landkreis dafür zuständig, diese Vorgabe zu erfüllen.

In Ebsdorfergrund mit knapp 9000 Einwohnern muss die Kommune selbst tätig werden - und diese Pflicht nimmt sie sehr ernst, wie Oliver Claar, im Rathaus zuständig für die Straßenverkehrsbehörde, deutlichmacht: „Die Voraussetzungenfür einen reibungslosen Verkehrsfluss in der Gemeinde müssen schließlich gegeben sein.“

Zuletzt war es Ende Juni so weit: Gemeinsam mit Polizei, der Straßenverkehrsbehörde Hessenmobil, der Kreisverkehrswacht, dem kommunalen Servicehof, den Ortsvorstehern und dem Bürgermeister in seiner Funktion als Ordnungsbehörde ging es mit einem Kleinbus auf Tour durch alle elf Ortsteile, um die Schilder auf ihre Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität zu überprüfen - „und auch darauf, ob sie möglicherweise beschädigt, schiefgefahren, verschmutzt oder verblasst sind“, erläutert Bürgermeister Andreas Schulz, der bei einem Pressegespräch die Ergebnisse der Verkehrsschau vorstellte. „Die Hälfte aller Straßen haben wir uns angeschaut, die andere Hälfte folgt in zwei Jahren“, erklärte er und verwies darauf, dass die Ortsvorsteher jeweils schon wichtige Vorarbeiten leisteten: „Sie geben uns Bescheid, welche Mängel schon aufgefallen sind.“

Bei ihren Schilderkontrollen verfolgt die Gemeinde als Straßenverkehrsbehörde abgesehen vom hohen Ziel der Verkehrssicherheit noch mehrere weitere Ansätze, die Claar zusammenfasst: die Schilder reduzieren, um die Eigenverantwortung der Kraftfahrer zu stärken; die Ortsteile „aufzuräumen“, damit der öffentliche Raum einen guten Eindruck hinterlässt; und: sicherstellen, dass Ortsfremde sich gut orientieren können. „Das kann Leben retten“, ergänzt Schulz und verweist darauf, dass es vielerorts Probleme gebe mit den Hausnummern: „Teils sind gar keine vorhanden, teils sind sie überwachsen oder verdeckt - und wenn dann einmal der Rettungswagen kommen muss, geht es mitunter um Sekunden, die entscheidend sein können und nicht durch die Suche nach einer Hausnummer verloren gehen sollten.“ So wendet sich Schulz nun auch an die Hausbesitzer mit der Aufforderung, zu überprüfen, ob ihre Hausnummern sichtbar sind.

Das Gleiche trifft freilich auf die Straßenschilder zu - bei der Verkehrsschau stellte sich heraus, dass sie oftmals verschmutzt und deshalb schlecht lesbar sind. Der Servicehof der Gemeinde ist nun damit beauftragt, die Schilder zu reinigen.

Im Ergebnis wird die Verkehrsschau für die Gemeinde zum echten Kostenfaktor: Rund 15000 Euro wird sie aufbringen müssen für den Austausch oder das Aufstellen neuer Schilder. Doch Schulz sieht zu der regelmäßigen Kontrolle keine Alternative: „Sonst macht man jahrelang nichts und dann kommt es richtig dicke“, findet er.

von Carina Becker

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