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Schicht für Schicht genäht

Kreative Topflappen Schicht für Schicht genäht

Selbstgemachtes liegt wieder voll im Trend. Im Internet finden sich zahllose „Do-it-Yourself“-Anleitungen (DIY) für Taschen, Möbel oder Schmuck. Marion Lutz erklärt, wie sie ganz besondere Topflappen macht.

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Für den Topflappen werden Stoffkreise verschiedener Größen benötigt: Kleine Viertelkreise werden in fünf Schichten auf dem großen Kreis platziert.

Quelle: Patricia Grähling

Ebsdorf. Topflappen? Klingt irgendwie langweilig. Die Topflappen, die Marion Lutz herstellt, sind auf dem Esstisch aber ein echter Hingucker. Jedes Teil ist ein Unikat. Und die Herstellung ist gar nicht so schwer, also die ideale Übung für DIY-Einsteiger.

Auch die gebürtige Bayerin hat vor einigen Jahren mit den Topflappen angefangen. Heute näht, strickt und häkelt sie immer neue Dinge. „Das ist ein entspannender Ausgleich“, erklärt die Köchin. Was sie am liebsten macht, ändert sich ständig.

Im Moment häkelt sie viel: Bunte Bücherwürmer-Lesezeichen mit großen Knopfaugen – und Amigurumi. „Das sind niedliche Häkeltiere“, erklärt sie. Für den Enkel hat sie gerade einen blauen Esel fertiggemacht. Ein Projekt für Fortgeschrittene: „Das Häkeln der Einzelteile ging schnell. Aber die vielen Details haben Zeit gekostet.“ Etwa zehn Stunden investierte sie in den kleinen Kuschelesel.

Zuvor hat sie schon Mobiles und Krabbeldecken für den Enkel gemacht, die Mädels in der Familie sind mit handgenähten, ganz persönlichen Taschen ausgestattet. Dafür geht Lutz am liebsten in Handarbeitsläden shoppen. „Ich fahre sogar bis Braunfels. Dort gibt es einen Laden mit wundervollen Patchworkstoffen.“ Die Auswahl sei riesig, aber eben nicht unendlich. Ein Stoff ist derzeit aus  Japan unterwegs.

Kreative Topflappen, einfach selbstgemacht

Bei den Anleitungen ist es einfacher: „Die finde ich im Internet“, erklärt Marion. Auf verschiedenen Seiten kauft sie Anleitungen zum Download, etwa auf www.crazypatterns.net.

Die Topflappen sind für Lutz mittlerweile ein kleiner Zeitvertreib beim Fernseh­gucken. „Für einen Topflappen braucht man recht viel Stoff“, erklärt sie. Zwei große Kreise mit einem Durchmesser von 19 Zentimeter und 28 kleine Kreise mit einem Durchmesser von 12 Zentimeter sind nötig. „Ich habe mir Schablonen aus dickem Karton geschnitten“, erklärt die Köchin.

Die kleinen Kreise werden erst zu einem Halbkreis gefaltet, dann werden die Seiten in der Mitte gefaltet, so dass ein Viertelkreis entsteht. Diese „Tortenstücke“ werden dann gebügelt, damit sie in Form bleiben. „Die ersten vier Teile werden dann mittig auf den großen Kreis gelegt. So entsteht aus den vier kleinen Ecken wieder ein Kreis.“ Lutz nutzt dafür vier Ecken aus dem gleichen Stoff und näht die Spitzen mit zwei Stichen fest.

Verschiedene Farben, Formen und Muster

Dann folgt eine zweite Schicht aus acht gleichen Ecken, die leicht überlappend und mit etwa einem Zentimeter Abstand zum Mittelpunkt der ersten Schicht angeordnet werden. So entsteht eine Sternform in der Mitte. Es folgen eine dritte und eine vierte Lage aus jeweils acht Viertelkreisen. Die werden ebenfalls versetzt angeordnet, der Abstand zur Mitte des Topflappens wächst dabei. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Ecken anzuordnen“, erklärt Lutz. „So entstehen verschiedene Muster.“

Wenn die Ecken angeordnet sind, schiebt Lutz einen Kreis aus Thermolam darunter. „Das hält Hitze ab“, erklärt sie. Diese hitzeresistente Watte gibt dem Topflappen die Füllung. Unter das Thermolam kommt dann der letzte große Stoffkreis. „Dann stecke ich ein Band rund um den kompletten Topflappen und nähe es fest“, erklärt Lutz.

Sie hat mittlerweile eine ganze Kiste mit vorbereiteten Viertelkreisen aus unterschiedlichsten Stoffen. Nach und nach entstehen daraus Topflappen, wenn sie nicht gerade Taschen näht oder Bücherwürmer häkelt – oder kocht. Die hergestellten Schätze schenkt sie Freunden und der Familie, überlegt aber schon, vielleicht mehr daraus zu machen. „Vielleicht gehe ich nächstes Jahr mit einem Stand zur ,Handmade im Grünen‘ in Frankfurt oder auf Handarbeitsmärkte in der Region“, verrät sie.

von Patricia Grähling

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