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Rother Projekt als Initial für weitere Radweg-Tafeln

Neue Infotafel Rother Projekt als Initial für weitere Radweg-Tafeln

Am Sonntagvormittag haben 40 Besucher als Abschluss des Stolperstein-Projekts eine Informationstafel zum jüdischen Leben am Ortseingang von Roth eingeweiht.

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Sie freuten sich über die erste Informationstafel an Radwegen über jüdisches Leben in Dörfern: Michael Pfeffer (von links), Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch, Laurence Bryant und Peter Eidam, Bürgermeister der Gemeinde Weimar.

Quelle: Helmut Rottmann

Roth. Sie steht am nördlichen Ortseingang Roths, an der Kreuzung der von Wenkbach kommenden Kreisstraße und dem Lahntal-Radweg und bietet den Touristen in Text und mit Fotos Informationen zur jahrhundertealten Geschichte der dort lebenden jüdischen Familien vor ihrer Auswanderung oder Deportation. Davon überzeugten sich unter den 40 Besuchern auch die von Heribert Hausmanns vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub geführten Radler sowie Thorsten Schmermund, Mitglied im Gemeinderat der jüdischen Gemeinde Marburg.

Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch, Vorsitzende des Arbeitskreises Landsynagoge Roth, sah die Einweihung der Infotafel als letzten Baustein des Projekts, an jüdisches Leben in Roth und individuelle Biographien zu erinnern. Dazu gehörte die Verlegung der von Gunter Demnig gestalteten 23 Stolpersteine an ehemaligen Wohnhäusern und an der Synagoge im August 2013. „Mit dieser neuen Infotafel wollen wir an einem der stärksten befahrenen Radwege im Landkreis Marburg-Biedenkopf Radler und Wanderer auf den besonderen Aspekt von Roth hinweisen“, sagte Wenz-Haubfleisch. Gleichsam solle die Tafel Anreiz geben, sich den Ort, die Synagoge, den Friedhof und die Gedenksteine anzusehen. Die Vorsitzende bedankte sich bei allen Beteiligten für ihre vielfältige Unterstützung des Projekts, insbesondere dem Rother Ortsbeirat mit Ortsvorsteher Michael Pfeffer, Weimars Bürgermeister Peter Eidam, der als Vorsitzender des Vereins Marburger Land zusammen mit Dr. Heike Rupp Fördergelder der Europäischen Union zur Regionalförderung organisierte.

Tafel als "Initialzündung"

Für Wenz-Haubfleisch könne diese Tafel die Initialzündung für ähnliche Projekte an den verschiedenen Radwegen im Landkreis sein. „Ich wünsche mir, dass sich die Region in der neuen Förderphase die Aufstellung ähnlicher Infotafeln als Gemeinschaftsprojekt zur Aufgabe macht - zur Erinnerung an jüdische Geschichte und jüdische Kultur in unserer ländlichen Region“, erklärte sie.

Bürgermeister Eidam lobte das Engagement des Arbeitskreises Landsynagoge Roth für die jüdische Geschichte und die Aufstellung der Tafel an exponierter Stelle. Er regte an, sie mit Infos über das Leben im Dorf zu erweitern. Ortsvorsteher Pfeffer und der Ortsbeirat hatten die Erstellung der Infotafel wohlwollend unterstützt. Er sei sich sicher, dass viele Wanderer und Radfahrer stehenbleiben und sich mit der jüdischen Geschichte des Dorfes beschäftigen würden. Die stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Landsynagoge Roth, Laurence Bryant, erläuterte die Konzeption der Infotafel und die Besonderheiten in der Lebensgeschichte der dort abgebildeten Personen.

von Helmut Rottmann

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