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Renaturierung ist „ein großes Ding“

Lahn-Projekt Renaturierung ist „ein großes Ding“

Das vom Land Hessen vollfinanzierte Renaturierungsprojekt der Lahn südlich von Marburg ist beschlossene Sache. Der Baubeginn des Großprojektes ist aber noch ungewiss.

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Vertreter des RP Gießen, der Gemeinden Fronhausen und Weimar, von Naturschutz-, Wasser- und Fischereibehörde versammelten sich, um die geplante Renaturierung der Lahn im Schenkenwald zu erörtern.

Quelle: Ina Tannert

Fronhausen. Mit umfangreichen Rückbaumaßnahmen soll die Lahn in den Gemarkungen Fronhausen und Weimar in ihren ursprünglichen Verlauf zurückgeführt und der alte Flussarm reaktiviert werden.

Nachdem das geplante Großprojekt im Laufe vergangenen Jahres eine breite Zustimmung bei den Gemeindevertretern fand, unterzeichneten die Bürgermeister Reinhold Weber und Peter Eidam mit Regierungspräsident Dr. Lars Witteck im Dezember einen entsprechenden Vertrag. Am vergangenen Freitag verschafften sich Vertreter des RP Gießen, der Gemeinden Fronhausen und Weimar, von Naturschutz-, Wasser- und Fischereibehörde vor Ort einen ersten Eindruck von dem Projektgebiet.

Renaturierung auf etwa 60 Hektar geplant

Die Reaktivierung der Lahn soll an der Lahnschleife bei Fronhausen mit dem Röthger Pfuhl der Gemeinde Weimar sowie dem Schenkenwäldchen und dem Bellnhäuser Altarm erfolgen. Auf einer Fläche von etwa 60 Hektar ist der Rückbau dessen, was einst von Menschenhand erschaffen wurde, vorgesehen – Ufersicherungen sollen nun verschwinden, die natürliche Dynamik des Gebietes soll zurückkehren.

Die Bauplanung richtete sich nach den Vorgaben der Bundesregierung zur Wasserrahmenrichtlinie sowie der Ziele der Natura-2000-Richtlinie. Veranschlagt sind 3,27 Millionen Euro, die komplett vom Land übernommen und über das RP Gießen verteilt werden.

„Das ist ein großes Ding, ich glaube, das wird eine richtig gute Sache“, sagte Witteck und betonte die ungewöhnliche Höhe der bereitgestellten finanziellen Landesmittel. Das Vorhaben stelle einen bedeutenden Meilenstein für die Lahn dar und führe zu einer Aufwertung des gesamten Fließgewässers. Die Erhaltung der Lahnaue und Sicherung der naturnahen Landschaft als Naherholungsgebiet kämen nicht nur dem Tourismus und den menschlichen Bewohner der Region zugute, sagte Witteck und hob die zu erwartenden Synergieeffekte des Projektes hervor: Es stelle einen Fortschritt für den Naturschutz und den Erhalt bedrohter Tierarten dar und sei zugleich nachhaltiger Hochwasserschutz. Von der damit einher gehenden Sicherung der Laich- und Lebensräume für Fische profitierten wiederum die ortsansässigen Angler.

Weber hofft, „dass wir die Umsetzung noch erleben“

Das Vorhaben stelle einen „Eingriff in die naturschutzrechtliche wie auch landwirtschaftliche Ebene“ dar, sagte Bürgermeister Peter Eidam und betonte den Wunsch nach einer einvernehmlichen Regelung mit allen Betroffenen. In dem Projekt integriert sind Ausgleichsmaßnahmen innerhalb der Gemeinde Fronhausen, die etwa durch die Ansiedlung der Firma Seidel in Fronhausen notwendig wurden. Bürgermeister Reinhold Weber hob lobend hervor, dass es sich um ein langfristig angelegtes, gemeindeübergreifendes Projekt handelte. Die Umsetzung der Pläne sei gleichwohl „nicht von heute auf morgen möglich“, sagte Weber und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass alle Beteiligten „die Umsetzung auch noch erleben“ werden.

Ab wann gebaut werden kann, ist noch ungewiss, sicher sei bisher nur, dass die Umsetzung vorerst nur bei hartem Boden zur Herbst- und Winterzeit erfolgen können, teilte Bauoberrätin Wiebke Büschel mit. Bevor mit den Arbeiten begonnen werden kann, stehen in den kommenden Jahren die Flurbereinigungs- und Planfeststellungsverfahren an.

Als nächsten Schritt soll ein eigens für das Projekt gegründeter Fachbeirat die Planung weiter voran treiben.

Auch stehen weitere Gespräche mit beteiligten Initiativen und Vereinen an, wie etwa dem Verein Sportangler Gießen und Umgebung, der die Einbeziehung des vereinseigenen Röthger Pfuhls in das Projekt initiiert hatte.

von Ina Tannert

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