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Rekord bei Haushaltsverabschiedung

Gemeindevertretung Rekord bei Haushaltsverabschiedung

Für Fronhäuser Verhältnisse ging das schnell und markiert den lange proklamierten neuen Stil der vertrauensvollen Zusammenarbeit: Die Gemeindevertretung hat den Haushalt 2016 in der ersten Sitzung verabschiedet.

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Bürgermeisterin Claudia Schnabel (rechts) und der Vorsitzende der Gemeindevertretung Michael Heimann (links) ehrten Gerlinde Hormel (vorne, von links), Hildegard Weimar, Brigitte Kornmann, sowie Gerhard Scheldt (hinten, von links), Marion Fuchs und Gunthram Scheldt.

Quelle: Patricia Grähling

Fronhausen. Eine monatelange vorläufige Haushaltsführung scheint es in diesem Jahr für Fronhausen nicht zu geben: Mit zwei Gegenstimmen aus der Fraktion Bürger für Fronhausen (BfF) ist der Haushalt 2016 vom Parlament verabschiedet worden. Die Gegenstimmen kamen aus der Partei des ehemaligen Bürgermeisters Reinhold Weber, der den Haushalt Ende 2015 noch eingebracht hatte.

Dessen Sohn Steffen Weber (BfF) zeigte sich nicht einverstanden mit einigen Änderungsanträgen der neuen Bürgermeisterin Claudia Schnabel. Etwa mit der Streichung einer vorläufigen Beleuchtung für die Gartenstraße. Laut Schnabel würden Anlieger und Gemeinde Geld sparen – denn beim Endausbau der Straße müsse diese Beleuchtung abgebaut und komplett neu aufgebaut werden. Weber bestritt, dass diese Streichung den Anliegern Geld einspare. Das wiederum kritisierte Martin Wenz von der Initiative Fronhausen (IF) scharf: „Dein Vater hat mit Hilfe des Gemeindevorstands begonnen, eine Straße auszubauen, ohne die Finanzmittel dafür zu haben. Obwohl er als Anlieger selbst betroffen ist – genau wie du. Deshalb solltest gerade du dich zu diesem Thema nicht so äußern.“

„Wir planen in alle Richtungen“

Weber sprach sich auch erneut gegen die redaktionelle Umbenennung des Haushaltspostens „Umbau der Mehrzweckhalle zu Flüchtlingsunterkünften“ in „Flüchtlingsunterkünfte“ aus. Laut Schnabel habe die Gemeinde so mehr Spielraum, auch andere Möglichkeiten zu prüfen und umzusetzen. Weber sieht darin aber die Absicht, die Pläne für die Mehrzweckhalle komplett fallenzulassen. „Wir planen in alle Richtungen“, betonte die Bürgermeisterin. Zumal die Gemeinde 135 Flüchtlinge aufnehmen müsse – in der Mehrzweckhalle aber nur Platz für 50 sei.

Zum Haushalt erklärte Günter Majewski (SPD): „Der Haushaltsentwurf ist ausgeglichen. Dafür Dank an den alten Bürgermeister Weber und die Mitarbeiter der Verwaltung.“ Das Zahlenwerk sei eine gute Vorlage für den Start der neuen Amtsinhaberin Schnabel. Diesen Start wolle die SPD nicht erschweren und stimme deshalb dem Haushalt zu. Änderungen und Diskussionen werde es dann über den Nachtragshaushalt nach den Kommunalwahlen geben.

„Es freut uns, dass es gelungen ist, den Haushalt auszugleichen, ohne die Leistungen für die Bürger radikal einzuschränken“, sagte IF-Vorsitzende Inge Lettermann-Nass. Lothar Nau (CDU) sieht die Gremien und die Bürgermeisterin auf einem guten Weg zum Ziel, gemeinsam für Fronhausen zu arbeiten. Weber hingegen sah die von Schnabel versprochene Transparenz schon als Wahlslogan in der Schublade verschollen.

Lärmgutachten veröffentlicht

In der Sitzung präsentierte zudem Bauamtsleiter Michael Esken die Planung und das Lärmgutachten bezüglich des Festplatzes „Auf der Schwärz“. Die Planung sehe vor, die Mehrzweckhalle abzureißen, der Spielplatz bliebe erhalten, und die Pendlerparkplätze würden verlegt und vergrößert. Zudem sei ein Pavillon vorgesehen, in dem sich junge Leute aufhalten könnten – und genügend Platz für das Festzelt der Burschenkirmes. Er betonte: „Ein Festplatz als dauerhafter Betrieb ist dort nicht genehmigungsfähig.“

Ein startendes Flugzeug verursache 120 Dezibel Lärm, neben einer Autobahn seien es 80. Bis 22 Uhr seien in einer Wohngegend 65 Dezibel erlaubt, danach nur noch 55 Dezibel. In einem Festzelt entstünden bei guter Stimmung geschätzte 102 Dezibel. „Das heißt aber nicht, dass die Kirmes nicht genehmigungsfähig ist.“ Bei Traditionsfesten sei es rechtlich möglich, Überschreitungen der Grenzwerte zu genehmigen. Wenz freute sich, dass dieses Gutachten nach zwei Jahren öffentlich im Parlament vorgestellt wurde: „Ich kann nicht verstehen, warum da so ein Geheimnis drum gemacht wurde.“

Mit großer Mehrheit sprach sich das Parlament am Donnerstag auch gegen den Verkauf des alten Spielplatzes in Sichertshausen aus. Ein junger Fronhäuser habe das Gelände kaufen und dort bauen wollen – da fast keine Bauplätze mehr in der Gemeinde zu Verfügung stünden, erklärte Schnabel. Die IF stimmte dafür – in Übereinstimmung mit Weber von der BfF. Die übrigen Fraktionen stimmten dagegen, unter anderem, weil auch der Ortsbeirat gegen den Verkauf war.

 
Ehrungen

Für 40 Jahre als Übungsleiterin: Gerlinde Hormel

Für 30 Jahre als Übungsleiterin: Marion Fuchs

Für 30 Jahre als Platzkassierer bei den Fußballern: Gerhard Scheldt

Für 30 Jahre als Kassierer im Hauptverein: Gunthram Scheldt

Für 40 Jahre als Helferin im Seniorentreffpunkt: Hildegard Weimar

Für 20 Jahre als Helferin im Seniorentreffpunkt: Brigitte Kornmann und Veronika Barth

von Patricia Grähling

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