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Regen bringt Segen beim Waldwegebau

Forstamt Kirchhain Regen bringt Segen beim Waldwegebau

Schwere Maschinen fahren dieser Tage durch die Wälder bei Roßberg. Dort werden Waldwege mit Rüttelplatten und tonnenweise Schotter wieder instand gesetzt.

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Mit einem Grader verteilen die Mitarbeiter von Hessenforst Technik Schotter auf dem Waldweg und verpassen ihm ein abgerundetes Profil, an dem das Wasser ablaufen kann.

Quelle: Patricia Grähling

Roßberg. Fünfmal fährt Egon Graulich von Hessenforst Technik mit seinem großen Erdhobel, dem sogenannten Grader, über ein Stück Waldweg. Er verteilt den Schotter auf dem gut 50 Meter langen Teilstück und formt den Weg mit Abrundungen zur Bankette hin. „Wir müssen den Weg so profilieren, damit das Wasser zu beiden Seiten abläuft“, erklärt Revierförster Peter Becker. Die Wege selbst müssen möglichst trocken bleiben.

Denn: Der Förster ist sich im Klaren darüber, dass vor allem die eigenen Maschinen bei der Holzernte die Wege zerstören, ebenso wie die Lkw, die das Holz später im Wald abholen. „Wenn die Wege nass sind, gehen sie unter der Belastung schneller kaputt.“ Es ließe sich aber nicht ändern, die Wege müssten regelmäßig belastet werden, um das Holz abzufahren. „Aber die Waldwege sind unser Kapital“, sagt Becker. Deswegen sei es sehr wichtig, sie instand zu halten. Hessenforst hält dafür einen eigenen Maschinenpark vor, der durch das Land zieht und in den Revieren die Wege wieder in Ordnung bringt.

Im Moment sind rund fünf Kilometer Strecke im Kirchhainer Forstamt an der Reihe. „Das meiste ist reine Wegepflege, ohne neues Material einzubringen“, erklärt Becker. Rund vier Kilometer Strecke haben die Waldarbeiter in den vergangenen Tagen abgeschoben, um darauf wachsende Pflanzen zu entfernen und das abgerundete Profil wiederherzustellen.

„Manchmal reicht das Schieben aber nicht aus“, erklärt der Revierförster. Hin und wieder brechen Teilstücke durch, und dann müsse der Weg mit neuem Material aufgefüllt werden. „Wir haben 175 Tonnen Schotter für etwa 800 Meter Wegstrecke in den Wald fahren lassen.“ Die Steinmischung komme aus dem Steinbruch in Dreihausen.

Maschinen sind hessenweit im Einsatz

Diese 175 Tonnen verteilt Egon Graulich derzeit auf den Wegen. Ihm hinterher fährt Herbert Völzing mit einem großen Traktor. Hinten befestigt ist ein Plattenverdichter - im Prinzip drei große Rüttelplatten, die den Schotter verdichten und so einen festen Weg formen. Während der Arbeiten regnet es. Die Arbeiter freuen sich darüber: „Dann vermischt und verdichtet sich der Schotter viel besser. Wenn es getrocknet ist, ist die Schicht so hart wie Beton“, sagt Becker. Die Investitionen in die Infrastruktur seien immens, aber nicht nur eine Investition in das „Kapital Waldwege“, sondern auch in das Gemeinwohl: „Die Menschen nutzen den Wald in ihrer Freizeit vielfältig“, erklärt er. Auch für Fußgänger und Radfahrer sollen die Wege daher in Schuss sein. „Manchmal dauert die Wiederherstellung nach der Holzernte etwas länger. Aber wir müssen auch warten, bis die Maschinen von Hessenforst in unser Revier kommen. Sie sind ja hessenweit im Einsatz.“

von Patricia Grähling

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