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Rauch über Niederweimar

Feuerwehrübung Rauch über Niederweimar

Dicke Rauchschwaden quollen am vergangenen Samstag aus dem Scheunendach eines Hofes in Niederweimar. Zur „Rettung“ eilte der hochmotivierte Nachwuchs der Feuerwehr.

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Zügig montiert Leonard die Schläuche an dem Verteiler. Dann geht es los, die jungen Niederweimarer Feuerwehrleute löschen den simulierten Scheunenbrand.Fotos: Ina Tannert

Niederweimar. Zum Glück war der Brand nur simuliert, der aufwendige Rettungseinsatz eine Übung - doch die gestaltete sich äußerst lebensecht.

Eigentlich geht es geruhsam zu an diesem Nachmittag in der Straße Altes Dorf im Ortskern von Niederweimar. Alles scheint wie immer, wäre da nicht die dichte Rauchwolke, die über einem der Höfe schwebt.

Scheinbar hat eine Scheune Feuer gefangen, die Bewohner der Umgebung sind in Gefahr. In der Ferne röhrt ein Martinshorn, durchbricht die friedliche Stille. Drei voll besetzte Feuerwehrwagen rasen durch die Straßen zum Unglücksort.

Mehr als ein Dutzend sehr motivierte junge Einsatzkräfte steigen zügig aus, machen sich frisch ans Werk. Zahlreiche Schaulustige versammeln sich am Rande des Geschehens, verfolgen gespannt den turbulenten Einsatz.

Befehle hallen über den Hof, Schläuche werden ausgerollt und an einen Hydrant angeschlossen. Die jungen Brandschützer gehen in Stellung, sondieren die Lage. Nach kurzer Einsatzbesprechung heißt es „Wasser marsch“. Aus vier langen Strahlrohren schießt das lebensrettende Nass gen Himmel, direkt auf das qualmende Scheunendach. Durch den Sprühnebel hasten Retter mit Sauerstoffmasken hin und her, eine „bewusstlose“ Person wird in einem Tuch vorbei getragen und in Sicherheit gebracht. Nach einigen hektischen Minuten ist das „Feuer“ gebannt, der Brandherd unter Kontrolle. Der Hof ist von Pfützen übersät, tropfende Schläuche liegen kreuz und quer verteilt. Das Publikum jubelt, die jungen Retter stehen mit einem breiten Grinsen auf dem Hof.

Ihr allererster Großeinsatz ist geschafft, die Brandübung war erfolgreich. Gruppenführerin Annabelle ist zufrieden mit ihren engagierten Trupps. Gemeinsam mit den erwachsenen Kameraden koordinierte die Neunjährige das Geschehen, leitete die Personenrettung. „Das war total cool und aufregend“, berichtet sie begeistert.

Der simulierte Notfall war die Abschlussübung der Jugendabteilung der Feuerwehr Niederweimar für dieses Jahr. Auch wenn hier und da ein Schlauch über dem anderen lag, nicht ordnungsgemäß vorbereitet wurde - das Ganze war ein voller Erfolg. Bei dem lebensnahen Einsatz wurde der theoretische Unterricht anschaulich in die Praxis umgesetzt, „um das Gelernte zu vertiefen, die Jungs und Mädels haben das toll gemacht“, lobte Jugendfeuerwehrwartin Janine Stahl.

Insbesondere da die meisten Teilnehmer noch ganz neu in der Jugendabteilung sind: Sie entscheiden sich nach dem groß angelegten Tag der Jugendfeuerwehr Anfang September dazu, den Brandschützern beizutreten. Der Informationstag der Gemeinde wurde ein Erfolg, die Wehren der Kommunen freuten sich über mehr als 30 Neuzugänge. „Eine tolle Sache, damit hätten wir nie gerechnet“, lobte Bürgermeister Peter Eidam. Alleine die Jugendfeuerwehr in Niederweimar besteht nun wieder aus 15 Kindern und Jugendlichen, organisierte sich nach einem Jahr Stillstand völlig neu. Am Ende stand für die jungen Einsatzkräfte das leidige Aufräumen auf dem Programm, das gehört nun mal zum Einsatz mit dazu. Die nassen Schläuche wurden geleert und wieder zusammengerollt, das ganze Equipment ordentlich im Einsatzwagen verstaut. „So ein Schlauch ist echt schwer und hat einen hohen Druck - das war super“, freute sich Leonard über die gelungene Übung.

Zur Belohnung ließen die Kinder den aufregenden Nachmittag bei Kakao und Würstchen ausklingen. Die hatten sie sich nach der anstrengenden Arbeit auch verdient.

Über die Feiertage pausiert die Jugendabteilung. Die Leitung erinnert an die traditionelle Christbaumsammlung am 14. Januar.

von Ina Tannert

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