Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Querungshilfe soll den Überweg sichern

Gefahrenstelle Querungshilfe soll den Überweg sichern

Seit zwei Monaten geht es ohne konkretes Ergebnis hin und her zwischen Ortsbeirat, Gemeindevorstand und den Behörden. Jetzt soll es schnell gehen. Die Gemeinde bestellt eine Querungshilfe für die Ortsmitte Oberweimar.

Voriger Artikel
Kohle und Sand im „Herzen“ des Schwimmbads
Nächster Artikel
Heinrich Groß setzt auf das kleine Format

Ortstermin mit Vertretern von Ortsbeirat, Gemeinde und Straßenverkehrsbehörde in der Dorfmitte von Oberweimar: Bürgermeister Peter Eidam (links) blickt gemeinsam mit SPD-Gemeindevertreter Rolf Hintermeier in einen Katalog. So könnte die Querungshilfe für die Ortsdurchfahrt aussehen.

Quelle: Carina Becker

Oberweimar. Oberweimar kann aufatmen. Bei einem Ortstermin am Mittwochabend hat Weimars Bürgermeister Peter Eidam zugesagt, dass die Gemeinde unmittelbar eine Querungshilfe bestellen und in der Ortsmitte installieren lassen wird, sobald sie angekommen ist - das sei voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Wochen.

Die Querungshilfe soll helfen, wieder einen sicheren Fußgänger-Überweg herzustellen an der Ortsdurchfahrt. Seitdem der Bau der Ortsumgehung abgeschlossen ist, hat sich der Verkehr in dem Dörfchen zwar deutlich beruhigt. Doch gibt‘s aufgrund dieser Entwicklung auch keine funktionstüchtige Fußgänger-Ampel mehr. Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil schaltete sie nach einer vorherigen Messung des Verkehrsflusses und des Fußgänger-Aufkommens vor zwei Monaten ab - zum Ärger der Oberweimarer, die auf einen sicheren Schulweg für ihre Kinder drängen. Denn aus Macht der Gewohnheit kreuzen die Fußgänger die Straße noch immer über die Ampelanlage, nun ohne den Schutz der Grünlichtphase - und das an einer Stelle, an der der herannahende Verkehr schwer überschaubar ist.

Die Gemeinde habe stetig in der Sache verhandelt mit der Straßenverkehrsbehörde und den Kontakt zum Kreis gesucht, um eine Lösung für das Problem zu finden - „und die Lösung hatten wir ja auch schon in der Schublade“, sagt Bürgermeister Eidam, der beim Ortstermin nicht den Eindruck entstehen lassen wollte, als habe die Gemeinde nicht gehandelt. Er sagt dem Ortsbeirat beim Termin zu, dass die Gemeinde unverzüglich eine Querungshilfe bestellt und diese auf der Straße installieren lässt. Kostenpunkt 2000 bis 3000 Euro, sagt Eidam, wobei der Landkreis im Zuge der Schulwegesicherung bereits einen Zuschuss von 1000 Euro zugesagt habe.

Aus dem Ortsbeirat heraus stellt sich die Angelegenheit eher so dar, als habe Oberweimar erst Initiative entwickeln und Druck aufbauen müssen, um die Gemeinde zu einer Lösung der Situation zu drängen.

Seit einem Jahr fordert Ortsbeirat den Zebrastreifen

„Die Ampelanlage wurde abgeschaltet, ohne dass die Verkehrssicherheit für Fußgänger gewährleistet ist“, beklagt Ortsbeiratsmitglied Andreas Kaletsch beim Ortstermin und legt der Presse eine Chronologie der Ereignisse vor. Daraus geht hervor, dass der Ortsbeirat bereits vor einem Jahr beschlossen habe, mit dem Abschalten der Ampel zeitgleich auf den Bau eines Zebrastreifens zu drängen. Diesen Vorschlag habe das Gremium später noch einmal bekräftigt.

Das Thema nahm in Oberweimar zeitweise schon schräge Züge an. Scherzkekse malten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in der Ortsmitte in Eigenregie einen Zebrastreifen auf. Der verschwand ganz fix wieder, nachdem die Gemeinde im Dorf mitgeteilt hatte, dass es die Verursacher viel Geld kosten würde, wenn die Kommune die „Straßenmalerei“ selbst entfernen müsste. Und dann verschwand der Zebrastreifen so schnell wieder, wie er gekommen war. Man glaubt, zu wissen, wer das war, sagt es aber nicht.

In die klare Forderung des Ortsbeirats nach einem richtigen Zebrastreifen spielten in der Gemeinde noch andere Entwicklungen hinein. Die Kommune will zusammen mit dem Landkreis die Ortsdurchfahrten in Nieder- und Oberweimar erneuern - weil die Straßen teils Kreis- und teils Ortsstraßen sind, werden Landkreis und Gemeinde die Kosten gemeinsam tragen. Bürgermeister Eidam hofft, dass diese Straßenbauvorhaben im kommenden Jahr erfolgen können. Und deshalb solle an der Ortsdurchfahrt Oberweimar jetzt eine flexible Lösung geschaffen werden, „etwas, das wieder weg kann“, kurz: kein Zebrastreifen, sondern eine Querungshilfe, die auf die Straße auf- und wieder abgeschraubt werden kann.

Zu wenig Verkehr für eine Ampel

Beim Ortstermin wurde deutlich, dass die Zusage des Bürgermeisters, die Querungshilfe jetzt sofort zu bestellen, aus Sicht des Ortsbeirat überfällig war. Der Oberweimarer SPD-Gemeindevertreter Rolf Hintermeier, der an dem Gespräch in der Ortsmitte teilnahm, drängte gar darauf, die Ampel wieder einzuschalten, bis die Querungshilfe installiert sei. Dass diese Möglichkeit nicht so einfach gegeben sei, verdeutlichte Martin Ullrich, Teamleiter bei der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil. Für eine Ampelanlage müssen ein Verkehrsaufkommen vorhanden sein, das es in Oberweimar so nicht mehr gibt. Bei einer Verkehrsmessung der Behörde zwischen sieben und acht Uhr an einem Morgen zählte das Amt 67 Kraftfahrzeuge und 49 Fußgänger - und erfasste bei den Fahrzeugen, dass 85 Prozent davon eine Geschwindigkeit von 42 Stundenkilometern nicht überschritten. „Das reicht nicht für eine Ampelanlage“, stellte Ullrich klar.

Oberweimar ist nun weiterhin in Wartestellung. Die Querungshilfe soll kommen. Und die Eltern werden ihre Kinder weiter anhalten, die Straße nur mit äußerster Vorsicht zu überqueren.

von Carina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr