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Plötzlich gibt es an der K 61 keinen Radweg mehr

Neue Lücke Plötzlich gibt es an der K 61 keinen Radweg mehr

Der „Schildbürgerstreich“ von Sichertshausen zieht sich in die Länge und wartet mit einer „bösen Überraschung“ auf. Der viel befahrene überregionale Lahnradweg hat ganz offiziell eine Lücke erhalten.

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Die Rad- und Fußgängerbrücke an der Bellnhäuser Mühle ist wegen Baufälligkeit gesperrt. Radfahrer müssen auf die Straße ausweichen, auf der auch große Busse fahren.

Quelle: Thorsten Richter

Sichertshausen. Während im Landkreis Marburg-Biedenkopf kaum noch eine Fahrradsaison vergeht, in der nicht irgendwo Radwegelücken geschlossen werden, wird in der Gemeinde Fronhausen eine Lücke willentlich und mit dem Segen des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Hessen gerissen. (Siehe dazu HINTERGRUND). Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber ist fassungslos. Eigentlich wollte er nur dafür sorgen, dass Radfahrer und Fußgänger an der K 61 auf Höhe der Bellnhäuser Mühle nicht weiter gezwungen werden, die Zwester-Ohm auf der Straße zu überqueren. Die bisherige Rad- und Fußgängerbrücke wurde nämlich pünktlich im Frühjahr, also praktisch zum Beginn der Fahrradsaison wegen Baufälligkeit vom Landkreis gesperrt. Und das, wo gerade die Alte Lahnbrücke frisch saniert wieder für die Radfahrer frei gegeben wurde.

Weber: „Es kann doch nicht sein, dass ich dann als Radfahrer nur wenige hundert Meter weiter unvermutet auf der Straße fahren muss.“ Der Bürgermeister nannte dies einen Schildbürgerstreich, doch sein Appell an den Kreis, schnellstmöglich die Brücke instand zu setzen oder zu erneuern blieb trotz medialer Aufmerksamkeit ohne Folgen. „Es tat sich gar nichts“, sagt Weber. Im August schickte er Landrat Robert Fischbach ein Erinnerungsschreiben und erhielt schließlich eine für ihn und bestimmt auch viele andere Fronhäuser überraschende Antwort. Der asphaltierte Weg Richtung Sichertshausen ab der L 3048 ist überhaupt kein Radweg mehr und damit gehört die Brücke, die ohnehin nur ein Provisorium gewesen sei, auch nicht mehr offiziell zum Lahnradweg. Dabei bezieht sich Fischbach auf eine eigens angeforderte Stellungnahme des ADFC Hessen, der im Auftrag des Landes für die Pflege der hessischen Radfernwege zuständig ist. Nach dieser Stellungnahme sollen Radfahrer generell die K 61 benutzen. „Ein absolutes Unding“, wettert Weber.

Die K 61 mag nur die Zufahrtsstraße nach Sichersthausen sein, aber sie werde auch von zahlreichen Bussen und Lastwagen genutzt, die Radfahrer auf ihren sicheren Radwege-Touren ganz sicher nicht erwarten. Zudem sei es der heimischen Bevölkerung nicht zuzumuten, etwa den vielen Schülern, die zwischen Sichertshausen und Bellnhausen zu Fuß unterwegs sind. Weber: „Wenn schon keine eigene Brücke, dann sollte wenigstens ein Teil der Auto-Brücke für Radfahrer deutlich separiert werden, um die Sicherheit wieder zu erhöhen. Und der Radweg sollte als solcher wieder kenntlich gemacht werden.“

HINTERGRUND

Aus der Stellungnahme des ADFC Hessen zum entsprechenden Teilstück des Lahnradweges vom 27. Juli:

Der nur zwei Meter breite straßenbegleitende Weg an der K 61 (rückgebaute B 3), über den seit seiner Verlegung über Bellnhausen und Sichertshausen auch der Lahntalradweg geführt wurde, wurde 2011 als benutzungspflichtiger Geh-/Radweg entschildert. Er ist seither laut Straßenverkehrsordnung kein Radweg mehr.

Der Lahntalradweg wird daher seit Frühjahr 2012 im Anschluss an die mit einer Bedarfsampel gesicherte Querung der L 3048 südlich Bellnhausen in Richtung Sichertshausen auf der K 61 geführt. Sie ist lediglich die Ortszufahrt nach Sichertshausen und keine Durchgangsstraße. Auf der verhältnismäßig wenig befahrenen Straße kann gefahrlos Fahrrad gefahren werden.

Vielleicht sollte die Gemeinde die Sperrung des Weges für Radfahrer jeweils an dessen Beginn verdeutlichen, damit nicht (aus Gewohnheit) bis zu der gesperrten Brücke auf dem ehemaligen Radweg geradelt wird.

von Götz Schaub

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