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„Personenliste ist sinnvolleres Vorgehen“

Ortsbeiratswahl Wittelsberg „Personenliste ist sinnvolleres Vorgehen“

Wer aus alter Verbundenheit noch mal auf eine Liste geht, und sei es noch so weit am Ende, muss damit rechnen, doch wieder in das entsprechende Gremium gewählt zu werden. So geschehen bei der Ortsbeiratswahl in Wittelsberg.

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Wie sich Wittelsberg intern ausrichtet, liegt in den Händen von Personen, die auf einer SPD-Liste kandidierten.

Quelle: Nadine Weigel

Wittelsberg. Der Ebsdorfergrund-Ortsteil Wittelsberg steht vor großen Veränderungen – nicht nur, weil dort gerade das Dorferneuerungsprogramm läuft und im Bürgerhaus-Komplex der GrundTreff für Senioren aus der gesamten Gemeinde eröffnet wurde. Auch das neu  gewählte kommunalpolitische Gremium des Dorfes setzt sich anders zusammen als bisher. Volker Wagner und Ruth Claar von der Offenen Liste Wittelsberg sind in der neuen Wahlzeit nicht mehr dabei.

Sie hatten darauf gesetzt, dass dieses Mal den Mitbürgern eine offene Liste zur reinen Persönlichkeitswahl angeboten werde. Doch als sie erfuhren, dass die SPD doch wieder eine eigene Liste aufgestellt hatte, beschlossen sie, ihr Engagement für den Ortsbeirat bis auf Weiteres zurückzustellen und traten nicht mehr an (die OP berichtete).

Spitzenkandidat der SPD akzeptiert

Mit dieser Entscheidung erreichten sie dann immerhin ihr eigentliches Ziel, dass es nämlich zu einer Persönlichkeitswahl kommt. So kumulierten und panaschierten die Wähler und brachten dadurch die SPD-Liste ordentlich durcheinander. Einzig der Spitzenkandidat Mirco Bier wurde als solcher auch akzeptiert. Und so erhielt er denn auch mit großem Abstand die meisten Stimmen, nämlich 338.

Der Zweitplatzierte ist hingegen jemand, der eigentlich mehr als nur ins zweite Glied zurücktreten wollte: Gotthard Seim, der bisherige Ortsvorsteher. Nun muss er sich damit auseinandersetzen, dass ihn 273 Mitbürger weiterhin im Ortsgremium sehen und wissen wollen. Seim kandidierte als siebter auf der Liste und machte damit eigentlich deutlich, jüngeren Mitbewerbern den Vortritt lassen zu wollen.

Jürgen Mahla ist zurück im Ortsbeirat

Hinter Seim kandidierte im Übrigen noch jemand, dessen aktive kommunalpolitische Zeit eigentlich schon etwas zurückliegt: Jürgen Mahla. Jetzt ist er auf Platz fünf und erhält somit als neues Mitglied eine Einladung zur konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats.

Die im Vergleich zu Seim und Mahla weit jüngeren Kandidaten Tobias Kaletsch (Platz 2) und Achim Schmidt (Platz 3) schafften es  hingegen nicht, sich für das fünf Personen starke Gremium direkt zu qualifizieren. Ihnen bleibt zunächst nur die Rolle der Nachrücker. Bernd Naumann und Jörg Habiuk, die auf Platz vier und fünf kandidierten, wurden auch direkt in das Gremium gewählt wie Marco Bier.

53 ungültige Wahlzettel

Die Wahl zum Ortsbeirat weist allerdings noch eine kleine Besonderheit auf. Längst nicht alle, die wählen gingen, waren überhaupt damit einverstanden, nur aus einer reinen SPD-Liste auswählen zu dürfen. 53 Wähler haben ihren Stimmzettel ungültig gemacht.

„Das ist eine relativ hohe Anzahl ungültiger Stimmen und meines Erachtens eine Reaktion auf die von uns angeprangerte fehlende Bereitschaft der SPD Wittelsberg, eine gemeinsame Liste mit allen politisch interessierten Personen und Gruppen aufzustellen“, sagt Wagner.

„Eine Personenliste zur Ortsbeiratswahl  ist das sinnvollere und demokratischere Vorgehen“, fühlt er sich im Nachhinein bestätigt. Vielleicht wird die Listenaufstellung für die Ortsbeiratswahl 2021 dann anders verlaufen, hofft Wagner.

von Götz Schaub

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