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Partnerschaft mit viel Leben gefüllt

Ebsdorfergrund Partnerschaft mit viel Leben gefüllt

Das Partnerschaftsversprechen von 1998 war nicht nur eine Phrase. Nahe kam man sich auf vielen Ebenen. Austausche zwischen den Familien, den Schulen oder der Feuerwehr ist gewachsen.

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Jacek Sosnowski verlas die Partnerschaftsurkunde, die von ihm und Bürgermeister Andreas Schulz (Mitte sitzend) neu besiegelt wurde. Links: Die „Sterne aus dem Ebsdorfer Grund“, der Kinderchor „Schöne Töne“ eröffnet die Partnerschaftsfeier.
Fotos: Martina Becker

Roßberg. „Partnerschaft heißt: Wir wollen uns kennenlernen, wir interessieren uns füreinander - wo sind wir gleiche und wo verschieden“, damit beschrieb Eberhard Wisseler den Sinn einer solchen Verbindung. Die Welt werde durch das Internet zwar immer kleiner, umso wichtiger sei es, dass man sich persönlich wahrnehme, führte der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins weiter aus.

Das gegenseitige Kennenlernen hatte man in den vergangenen 15 Jahren mit großer Leidenschaft durch gegenseitige Besuche angekurbelt. Grund genug, die Partnerschaft am Dienstagabend mit einer Feier im Bürgerhaus von Roßberg hochleben zu lassen. Umspielt war die feierliche, wie gesellige Veranstaltung von Gesangsbeiträgen. Der Kinderchor „Schöne Töne“ aus Ebsdorf eröffnete die Veranstaltung mit „We are the world“ und der Gesangverein Roßberg hatte „Freude schöner Götterfunken“ als musikalischen Akzent gewählt. Auch der Partnerschaftsverein der Gemeinde war musikalisch auf das Ereignis vorbereitet.

Gemeinsam mit der zehnköpfigen polnischen Delegation standen die Mitglieder auf der Bühne und ließen mit traditionellen Klängen die Partnerschaft hochleben. Neben diesen unterhaltsamen Momenten lohnte es sich auch, den gesprochenen Worten zu lauschen. Bürgermeister Andreas Schulz ließ die Entstehungsgeschichte der Partnerschaft noch einmal Revue passieren. Er erzählte, dass die zentrale Figur für das Zustandekommen der Partnerschaft Roman Szuta gewesen sei. Der damalige Bürgermeister der Gemeinde Liniewo hatte über Hartmut Reiße den Kontakt zu einer Gemeinde aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf gesucht. Der Ebsdorfergrund zeigte sich damals aufgeschlossen.

Erster Gegenbesuch war unvergesslich

„Roman Szuta besuchte mit seiner Gitarre den Ebsdorfergrund und eroberte die Herzen mit dem Lied Rote Rosen“, erinnerte sich Schulz. Unvergesslich war auch der erste Gegenbesuch einer vierköpfigen Delegation des Gemeindevorstandes aus Ebsdorfergrund. „Der dafür genutzte Kindergartenbus kam in Polen weg, die Heimreise musste mit dem Zug angetreten werden“, erzählte Schulz augenzwinkernd. Das war im Jahr 1995. Bis zur Begründung der Gemeindepartnerschaft vergingen dann noch drei Jahre. Gefeiert wurde diese Entscheidung mit einem ausgelassenen Fest „Unter den Linden“, ebenfalls in Roßberg.

An Roman Szuta, der kurz nach der Verschwisterung durch einen Unfall verstarb, erinnert in Leidenhofen ein Gedenkplatz. Am Dienstagabend richtete seine Frau Eva das Wort an die rund 120 Gäste. Sie gab Ihrer Freude Ausdruck, dass die Idee ihres Mannes weiter andauere und reich beschenkt worden sei. Wie zuvor Wisseler lobte auch Jacek Sosnowski die fruchtbare Verbindung, die es ermöglichte, dass Familien, Schüler oder Feuerwehrfrauen und -männer sich kennenlernen durften. Der historische Moment - die Feier - mache Hoffnung auf eine lebendige Weiterführung, meinte der Gemeindesekretär, der den polnischen Bürgermeister vertrat. 15 Jahre halfen, Vorurteile abzubauen und sich näher kennenzulernen. „Nur eine Partnerschaft auf Grund von Freundschaft und Vertrauen kann Erfolg bringen“, sagte Sosnowski. Überdies waren beide Seiten der Meinung, dass die Partnerschaft eine große Bedeutung im vereinigten Europa hat.

von Martina Becker

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