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Parkplatz, Besucherzentrum, Langhaus

Planungen für die Zeiteninsel Parkplatz, Besucherzentrum, Langhaus

Die Begeisterung für das Freilichtmuseum Zeiteninsel hat nicht nachgelassen, der Förderverein verzeichnet wachsende Mitgliederzahlen. Und jetzt beginnt auch langsam die spannende Zeit des großen Aufbaus.

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Aktionstage wie am Museumstag machen Lust auf die Zeiteninsel: Markus Loges fertigt Werkzeuge zur Holzbearbeitung an.

Quelle: Thorsten Richter

Argenstein. Die Planungsaufträge für den Bau des Parkplatzes und der Zuwegung zum Gelände der Zeiteninsel inklusive Allnabrücke sind vergeben. Wenn alles gut läuft, können die Arbeiten noch in diesem Jahr starten, sagt Dr. Andreas Thiedmann, Geschäftsführender Vorstand der 2013 gegründeten Genossenschaft Zeiteninsel. Im Berufsleben ist er Bezirksarchäologe beim Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Marburg.

Die Genossenschaft übernimmt die Aufgabe, den zukünftigen Betrieb zu organisieren und dauerhaft zu gewährleisten. Immerhin beteiligt sich das Land Hessen mit 4,78 Millionen Euro am Bau des Museums. Auf einer Fläche von 3,5 Hektar werden Gehöfte aus fünf Epochen rekonstruiert und für Besucher sprichwörtlich erlebbar gemacht.

Architekten-Wettbewerb für neues Besucherzentrum

Aktuell ist der Architekten-Wettbewerb zum Bau des geplanten Besucherzentrums angelaufen. Der Wettbewerb war ein Wunsch des Ministeriums und wird auch von den Mitgliedern der Genossenschaft und des Fördervereins mit großer Spannung verfolgt. Denn das Besucherzentrum wird neben den Gehöften das zentrale Museumsbauwerk auf dem Areal darstellen und somit ebenfalls für die Außenwirkung von Bedeutung sein. „Ich gehe davon aus, dass der Siegerbescheid für den Wettbewerb Ende Februar, Anfang März nächsten Jahres ergehen wird. Danach muss dieser Entwurf natürlich noch entsprechend feingeplant werden“, sagt Thiedmann. Dann kann es im zweiten Halbjahr in die Umsetzung gehen.

Für die Modelle der Zeitzonen läuft ebenfalls das Ausschreibeverfahren. „Wenn der Planer gefunden ist, kann die von mir vorbereitete Planung umgesetzt werden, so dass das erste Vorhaben im Frühjahr beginnen kann. Die Vergabe an einen Planer soll nach den Ferien erfolgen.“ Dann geht es konkret um die Planung und Umsetzung des so genannten Rössener Langhauses, das Zentrum der jungsteinzeitlichen Station werden soll. Das klingt nach ordentlich Betrieb hinter den Kulissen und beruhigt wohl auch ein bisschen, denn bisher ist es noch recht karg auf dem Areal. „Ja, das ist so ein bisschen unser Problem, dass man noch nicht viel sieht“, gibt Thiedmann zu. 

Doch wirbt er auch um Verständnis, dass so ein Projekt in der geplanten Dimension doch Vorlauf benötige und viele Vorgaben und Fristen einzuhalten seien, die man in diesem Ausmaß auch nicht auf dem Schirm hatte. „Die Planung ist aber die Grundlage zum Gelingen des Projekts und sollte deshalb in aller Sorgfalt abgewickelt werden“, so Thiedmann. Dabei ist es ihm wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Zusammenarbeit mit allen zuständigen Behörden wie auch mit den finanziell am Projekt Beteiligten, dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, der Stadt Marburg und der Gemeinde Weimar sehr gut sei. Alle seien darum bemüht, das Projekt zu stützen und voranzubringen.

Keine Aktionen am Tag des offenen Denkmals

Nebenher laufen noch sehr viele Dinge, Aktionen, Workshops und Fortbildungen. „Wir freuen uns riesig über das große Interesse, müssen aber auch da erst einmal ein gesundes Maß finden, denn unsere Akteure haben schließlich auch alle einen Beruf und nehmen sich für Führungen und Workshops eigens Zeit von ihrer Freizeit.“

Verschiedene Lehrer haben sich schon tiefer in die Thematik eingearbeitet, eine Schulklasse der Otto-Ubbelohde-Schule war zu einem „Steinzeittag“ zu Besuch, und zusammen mit der Grundschule Niederweimar wurde wieder ein Ackerprojekt angegangen. Zuletzt waren auch Mitarbeiter des Landratsamtes auf der Zeiteninsel. Im Rahmen des Freiwilligentages halfen sie jüngst mit, einen Lehmbackofen mit Unterstand zu bauen.

Der Besucherzuspruch bei den letzten öffentlichen Großveranstaltungen auf dem Areal der Zeiteninsel hat jeweils einen Motivationsschub gegeben, doch reicht es dieses Jahr nicht mehr dazu, den „Tag des offenen Denkmals“ am 11. September auch noch mal so zu besetzen. „Wir haben uns bei all den Dingen, die jetzt planerisch anstehen, dazu entschlossen, dieses Mal auf eine Teilnahme  zu verzichten“, sagt Thiedmann. Derweil wächst der Förderverein stetig weiter, Thiedmann zählt mehr als 250 Mitglieder. Jeder, der sich für die Sache begeistern kann, ist natürlich eingeladen, sich auch als Mitglied zu engagieren.

  • Mehr Infos über die Genossenschaft, den Förderverein, die Projekte, Planungen sowie auch über den Wissenschaftlichen Beirat gibt es jederzeit im Internet unter www.zeiteninsel.de

von Götz Schaub

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