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Ortsbildprägende Linde ist Geschichte

Standfestigkeit nicht mehr gegeben Ortsbildprägende Linde ist Geschichte

Kaum zu glauben, aber wahr. Und wer will schon die Meinung von Experten in Zweifel ziehen - die große Linde auf dem Friedhof von Niederweimar musste gefällt werden.

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Die Friedhofslinde war ein ausgewiesenes Naturdenkmal, doch musste sie nun aus Sicherheitsgründen weichen.

Quelle: Götz Schaub

Niederweimar. Nun, es ist nicht gerade so, dass Niederweimar unter einer Baumknappheit leiden würde. Ganz im Gegenteil, überall im Ort lassen sich Bäume, kleine Wäldchen und in den Außenbezirken Wälder finden.

Doch lohnt es sich ab und an auch mal genauer hinzuschauen, wenn ein Baum sein Ende erreicht hat. Vor allem, wenn es sich um einen sehr alten und wuchtigen Baum handelt, der zudem als Naturdenkmal ausgewiesen ist und auf den ersten Blick kerngesund aussieht (siehe Foto rechts außen). Doch so einfach ist das nicht mit den Bäumen. Die haben auch so ihre Geheimnisse und manche verstecken diese so geschickt, dass sie nicht gleich für jedermann ersichtlich sind. Aber dafür gibt es ja extra Experten, die auch diese Geheimnisse ergründen, denn gerade auf öffentlichem Gelände muss immer die höchstmögliche Sicherheit gewährleistet werden. „Und die war hier nicht mehr gegeben“, sagt Weimars Bürgermeister Peter Eidam.

Standfestigkeit hat enorm nachgelassen

Und weiter: „Ich muss sagen, dass ich davon auch total überrascht wurde, denn wer den Baum kennt, denkt, der steht doch noch gut da.“ Aber eine Überprüfung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises ergab, dass die Standfestigkeit enorm nachgelassen hat. Und so schreibt die UNB: „Bedingt durch starke Pilzwucherungen ist die Linde nicht mehr ausreichend standsicher und droht bei vollem Blattstand im Zuge einer kräftigen Windboe umzustürzen. Insofern besteht von Seiten des Landkreises eine Verkehrssicherungspflicht, um drohenden Sach- oder Personenschaden abzuwenden.“ „Wir mussten zur Kenntnis nehmen, dass selbst eine radikale Einkürzung des Baumes nichts mehr gebracht hätte“, so Eidam. Immerhin steht der Baum direkt neben der Friedhofskapelle. In Niederweimar gibt es noch eine zweite Linde, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Die sieht weit weniger prächtig aus, steht aber sicherer. Deshalb darf diese nach einer Einkürzung, die zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, noch weiter stehenbleiben. Die Friedhofslinde ist jetzt Geschichte, am Freitagmittag stand nur noch der mächtige Stamm mit seinen dicksten Ästen. Das Holz gehört der Gemeinde, vielleicht kann sie es verkaufen oder fertigt aus Teilen des Holzes irgendetwas Schönes an. „Sicher werden wir auch über eine Ersatzpflanzung nachdenken“, kündigt Eidam an.

Bleibt jetzt nur noch die spannenden Frage nach dem Alter. Das kann man ja an den Jahresringen ablesen: Wer sie wohl zählen wird?

von Götz Schaub

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