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Oliver Franz sorgt in Wiesbaden für Ordnung

Was macht eigentlich... Oliver Franz sorgt in Wiesbaden für Ordnung

Es wärmt mir das Herz, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke“, sagt Dr. Oliver Franz

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Dezernent Dr. Oliver Dezernt bei einer Ehrung von Mitarbeitern der städtischen Entsorgungsbetriebe in Wiesbaden.

Quelle: Privatfoto

Fronhausen. In Fronhausen habe er unbeschwert in einer dörflichen Idylle gelebt. Jung und Alt war immer beisammen, darunter Großeltern, Urgroßmutter, Cousins, Tante und Onkel. Heute sagt der 45-jährige Familienvater von zwei Kindern, dass er gern in der Stadt lebt. Und zwar in Wiesbaden. Franz, der vor mehr als 15 Jahren aus Fronhausen wegzog, ist seit 2013 hauptamtlicher Stadtrat in der Landeshauptstadt. Der CDU-Mann hat in Fronhausen als Jugendlicher seine ersten politischen Erfahrungen gesammelt. Er gründete und führte in Fronhausen die Junge Union, war in den 90ern im Kreis- und Bezirksvorstand der JU aktiv.

Weiterhin auch ehrenamtlich in der Politik

Von 1993 bis 2002 war er Gemeindevertreter in seiner Heimat. Nach dem Jura-Studium in Marburg und Promotion über „Osttimor und das Recht auf Selbstbestimmung“ arbeitete er als Richter, wechselte 1999 dann in die Dienste der Landespolitik: Franz wurde zunächst persönlicher Referent und später Pressesprecher des damaligen hessischen Justizministers Dr. Christean Wagner (CDU), der ebenfalls aus dem Landkreis kommt. Als Rechtsexperte war Oliver Franz später auch in der Hessischen Staatskanzlei tätig sowie stellvertretender Leiter des Persönlichen Büros des Ministerpräsidenten. „Roland Koch ist eine der beeindruckendsten Führungspersönlichkeiten, die ich erlebt habe“, sagt Oliver Franz. Auch ehrenamtlich blieb er seiner Partei treu, ist mittlerweile CDU-Kreisparteichef in Wiesbaden und engagierte sich bis 2013 im Ortsbeirat Wiesbaden-Nordost. „Der Stadtteil hat mehr als 20 000 Einwohner“, sagt er und fügt zum Vergleich hinzu: Die Gemeinde Fronhausen hat insgesamt nur 4 000 Einwohner. Als Dezernent für Ordnung, Bürgerservice und Grünflächen ist er Chef von rund 560 Mitarbeitern in der Verwaltung und verantwortet ein Budget von 60 Millionen Euro. Auch für den kommunalen Eigenbetrieb ELW (Entsorgungsbetriebe der Stadt Wiesbaden) mit zirka 760 Mitarbeitern und einer Jahresleistung von 125 Millionen Euro ist er zuständig. So hat Franz ein breites Spektrum abzudecken: Er ist unter anderem für Verkehrsüberwachung, Hundesteuer, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Spielplätze, Parks und Friedhöfe und bis hin zum städtischen Tier- und Freizeitpark Fasanerie verantwortlich.

Es sind vor allem Themen, die die Bürger direkt betreffen. Und daher auch immer für Emotionen in der Verwaltung sorgen. „Dass die Anhebung der Hundesteuer für mehr Aufregung gesorgt hat als die bevorstehende Erhöhung der Essensgebühren in den städtischen Kitas hat mich schon ein wenig gewundert“, sagt er. Aber in den vergangen 25 Jahren habe er Höhen und Tiefen der Politik erlebt und wisse, damit umzugehen. Bei der Jungen Union im Kreis Marburg-Biedenkopf habe er das Rüstzeug dafür gesammelt, die ersten verantwortlichen Positionen seien wertvoll gewesen, erklärt er rückblickend. Für ihn selbstverständlich sei auch die politische Diskussion in der Familie. Sein Vater war ehrenamtlicher Beigeordneter für die „Bürger für Fronhausen“, seine Ehefrau lernte er über die Junge Union kennen. Sie war unter anderem Kreisvorsitzende der JU sowie Kreistagsabgeordnete im Schwalm-Eder-Kreis und Vorsitzende des dortigen Kreisjugendparlaments. Später war die Diplom-Kauffrau Stadtverordnete in Wiesbaden. Trotz der langen Arbeitstage und Wochenendarbeit möchte Oliver Franz auch seinen Kindern gerecht werden. „Dazu gehört die Regel, dass ich morgens für die Versorgung des vierjährigen Sohnes zuständig bin, ihm das Frühstück mache und ihn in die Kita bringe.“ Die sechsmonatige Tochter sei derzeit ­dagegen noch überwiegend in Obhut seiner Frau.

von Anna Ntemiris

Steckbrief: "Einer von hier"
Name:
Dr. Oliver Franz
Geboren:
9. August 1971
Schule:
Elisabethschule Marburg
Was macht er jetzt?
Dezernent für Ordnung, Bürgerservice und Grünflächen der Stadt Wiesbaden
Kommt er noch vorbei?
Etwa viermal im Jahr
O-Ton:
„Es wärmt mir das Herz, wenn ich an meine Kindheit in Fronhausen denke.“ Oliver Franz zitiert Erich Kästner. Dieser war der Ansicht, dass dem physikalischen Punkt, den Archimedes suchte, um die Welt aus den Angeln zu heben, vier Punkte entsprächen, damit die Welt der Menschen in die rechten Angeln hineingehoben werden könnten:   Jeder soll auf sein Gewissen hören. Jeder soll sich Vorbilder suchen.    Jeder soll immer seiner Kindheit gedenken.  Jeder soll sich Humor erwerben.

 

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