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Nur mit einer Satzung gibt es mehr Geld

Gemeinde Weimar Nur mit einer Satzung gibt es mehr Geld

Die Gemeinde Weimar will nach einem gescheiterten Versuch in 2009 nun unbedingt eine Feldwegesatzung in Kraft treten lassen. Ist es in Weimar etwa so schlimm mit dem Feldwege-Klau?

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Nicht ausgebaute Feldwege zwischen landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen werden gerne auch von Spaziergängern und Erholungssuchenden genutzt. Immer mal wieder kommt es vor, dass solche Feldwege plötzlich verschwinden.

Quelle: Nadine Weigel

Weimar. Niemand möchte glauben, Landwirte in der Gemeinde zu haben, die skrupellos einfach mal einen Feldweg untergraben und ihrem anliegenden Acker zuschlagen. Um für solche Mitmenschen eine Antwort zu haben, gibt es die so genannte Feldwegesatzung (siehe Hintergrund). Es gibt aber auch einen völlig anderen Grund, weshalb eine Kommune unbedingt eine Feldwegesatzung verabschieden möchte.

In Weimar verschwinden keine Feldwege

Weimars Bürgermeister Peter Eidam erklärt ihn: „Es gibt für uns keinen Anlass, die Satzung wegen verschwundener Feldwege auf den Weg zu bringen, auch wenn es inhaltlich in der Satzung darum geht. Der Hintergrund ist der, dass die Flurbereinigungsbehörde im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens zur Ortsumgehung der B 255 Oberweimar und Niederweimar um zehn Prozent erhöhte Landeszuschüsse für Bauarbeiten im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens gewährt.“ Aha. In Weimar verschwinden also keine Feldwege, es könnten viel mehr neue angelegt werden. Und wenn man da statt einer 58-prozentigen Förderung mit einer Feldwegesatzung eine 68-prozentige Förderung erhalten kann, warum nicht? Die Satzung soll schließlich auch dazu dienen, neu angelegte Feldwege im Bestand zu schützen, indem Menschen, die diese verändern oder einfach ihren Äckern zuschlagen, belangt werden können.

Zuletzt wurde die Satzung 2009 abgelehnt

2009 jedenfalls wurde die Feldwegesatzung von der Gemeindevertretung noch mehrheitlich abgelehnt, weil man keinen wirklichen Feldwege-Klau zu beklagen hatte. Das war auch die Lesart der zuvor eingegangenen Stellungnahmen von Ortsvorstehern, Ortslandwirten und Jagdgenossenschaften. Kommende Woche beschäftigen sich zunächst am Dienstag der Ausschuss für Bau, Planung, Energie und Umweltschutz und am Mittwoch dann der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss mit dem Thema.

Feldwege-Klau in Hessen ein Thema

Nun, was das Thema Feldwege-Klau angeht, mag die Gemeinde Weimar keine Probleme haben, doch ist es in Deutschland und auch in Hessen ein Thema. Gerade im letzten Jahr rückte der Feldwege-Klau mehr denn je in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Feldwege sind nämlich „bares Geld“. Und wo nicht großartig nachgefragt wird, ist es leicht verdientes Geld. Wer nun denkt, na ja, die paar Meter Feldweg, der irrt gewaltig. In manchen Kommunen verschwanden Feldwege in einer Gesamtlänge von 20 Kilometern. Das macht es dann auch Spaziergängern schwer, ihre gewohnte Naherholung in Feld und Flur zu finden. So schlug im vergangenen Jahr auch die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) Alarm, weil nicht ausgebaute Feldwege durchaus auch als Biotope dienen beziehungsweise als leichte Wanderwege für Käfer benutzt werden. In manchen Kommunen ist es sogar schon vorgekommen, dass selbst Gräben verschwanden, einfach zugeschüttet und einem Feld zugeschlagen wurden.

von Götz Schaub

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