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Noch einmal Baustelle, dann genießen

Ortsdurchfahrt Heskem Noch einmal Baustelle, dann genießen

Wenn mit der neuen Ortsumgehung 2019 der meiste Verkehr aus Heskem verschwindet, soll die Dorfmitte zur Baustelle werden.

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Heskems Ortsvorsteher Heinz-Martin Lieser und Bürgermeister Andreas Schulz freuen sich, dass mit dem Bau der Ortsumgehung nun auch die innerörtliche Umgestaltung kommt.

Quelle: Patricia Graehling

Heskem. „Das Dorf verändert sich gewaltig und wird zu einem Vorzeigedorf“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz mit Blick auf den Ortsmittelpunkt an der Kirche. Dort rollen derzeit noch hunderte Autos am Tag durch, insbesondere der Schwerlastverkehr erschwert jedes Gespräch. Mit der Eröffnung der Ortsumgehung am 1. Januar 2019 soll sich das ändern: „Sobald die Ortsumgehung fertig ist, werden wir den Ortskern von Heskem sperren und zu einer Baustelle machen“, so der Bürgermeister. Damit gewöhnen sich nicht nur die Autofahrer schneller an die neue Strecke am Dorf vorbei statt mittendurch - auch das Dorf soll dadurch deutlich aufgewertet werden.

Konkret soll laut Schulz der Ortsmittelpunkt an der Kirche vom ehemaligen Gasthaus Cloos bis zur Ecke „Am Rübenstein“ ein neues Gesicht bekommen: Beispielsweise könnte die Straße zurückgebaut, die hohen Bordsteinkanten gesenkt und der Gehweg breiter gemacht werden.

„Vermutlich werden wir die Gehwege und Straßen auf eine Ebene holen und nur optisch abtrennen“ - so könnte der Bürgermeister sich das Ergebnis des Bauprojekts vorstellen. Damit soll die Aufenthaltsfunktion für die Bewohner gestärkt werden, wo derzeit nur Autos unterwegs sind. „Wir stellen hier den Mensch wieder in den Mittelpunkt, wenn der Verkehr erst verschwunden ist“, so Schulz. Zugleich solle die Straße so gestaltet werden, dass es für Autofahrer gar nicht attraktiv sei, in Zukunft noch durch den Ort „abkürzen“ zu wollen, statt die künftige Ortsumgehung zu befahren.

Hessen Mobil müsste laut Schulz nach Eröffnung der Ortsumgehung - wenn die L3048 eine Gemeindestraße wird - die starken Schäden in der Fahrbahn reparieren, Geld müsste also investiert werden. „Aber dann haben wir eine reparierte Straße, die wir noch umgestalten wollen“, erklärte er. Daher werde Hessen Mobil die aktuelle Straße nicht reparieren, sondern sich stattdessen an den Kosten für das Projekt der Umgestaltung beteiligen. „Die Mehrkosten legt dann die Gemeinde drauf“, so Schulz.

Mit der Umgestaltung solle der Gedanke der Dorferneuerung fortgeführt werden, der vor 20 Jahren in Heskem umgesetzt wurde, wie Ortsvorsteher Heinz-Martin Lieser erklärte. Damals wurden laut Schulz schon Nebenstraßen gepflastert und stellenweise verengt. „An einen Rückbau der Ortsdurchfahrt war damals allerdings nicht zu denken.“

Privatinvestor plant einen Generationenpark

Mit der Ortsumgehung werde es nun erst möglich, den Wunsch der Anwohner von damals zu erfüllen. Doch der bald schwindende Verkehr macht nicht nur einen neuen Ortsmittelpunkt mit Aufenthaltsqualität möglich - auch einige andere Projekte werden im Dorf dadurch angestoßen.

Dazu gehören etwa das interkommunale Gewerbegebiet mit der Stadt Marburg, ein Neubaugebiet in Schwimmbadnähe und ein Generationenpark, den ein privater Investor errichten will. Der hat dafür laut Schulz schon mehrere alte Gebäude an der Ortsdurchfahrt aufgekauft - darunter einen verfallenden Fachwerkhof mit Wohnhaus und Nebengebäuden, die wieder hergerichtet werden sollen. „Das Dorf verändert sich, wird für Anwohner wieder attraktiver. Endlich hat es dann wieder eine Entwicklungschance, die es bislang durch den Verkehr nicht gab“, sagte Lieser.

von Patricia Grähling

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