Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Neuer Pfarrer in Zeiten des Umbruchs

Wolfgang Gerhardt Neuer Pfarrer in Zeiten des Umbruchs

Am Sonntag wurde Wolfgang Gerhardt in sein neues Amt als Pfarrer der Kirchengemeinde Niederwalgern-Oberwalgern eingeführt, zu der auch Holzhausen und Stedebach gehören.

Voriger Artikel
Schöne Töne zwischen Holz und Spänen
Nächster Artikel
Vier Generationen unter einem Dach

Kirchenmusik liegt Pfarrer Wolfgang Gerhardt, der selbst Klarinette spielt, besonders am Herzen. Beim Schlusslied in Form eines Kanons dirigierte er die singende Gemeinde.

Quelle: Manfred Schubert

Niederwalgern. Dekan Burkhard zur Nieden wies Pfarrer Gerhardt und die etwa 250 Besucher des Einführungsgottesdienstes darauf hin, dass er in eine Zeit des Umbruchs und des Neuanfangs komme. Nach der Bildung des Kirchspiels, in dem vorher vier Gemeinden von vier Pfarrern betreut wurden, sind nun drei Pfarrer für diese zuständig. Gemeindegrenzen und Pfarramtsbezirke überschneiden sich, was unter anderem zur Folge hat, dass Gerhardt mehreren Kirchenvorständen angehört. Denn zu dem neu gebildeten Großkirchspiel „Unteres Lahntal I“ gehören auch Roth, Wenkbach-Argenstein und Wolfshausen. „Das ist anspruchsvoll und auch für uns noch neu. Wir vertrauen darauf, dass sie es können dank der Gaben, die Ihnen der Herr gegeben hat“, sagte zur Nieden und würdigte Pfarrerin Katja Simon dafür, dass sie seit November die Vakanzvertretung in Niederwalgern und Fronhausen geleistet habe.

Bei der Verpflichtung von Wolfgang Gerhardt traten neben dem Dekan Kirchenvorsteherin Christiane Hormel und die Kirchenälteste Elisabeth Aßler vor den Altar. Seine Predigt hielt Pfarrer Gerhardt anlässlich des Johannistages zum Evangelium nach Lukas, Kapitel 1, Verse 57 bis 80, über die Geburt Johannes des Täufers und verknüpfte dies mit seiner Einführung. Lebensaufgabe des Johannes sei gewesen, auf Jesus hinzuweisen; Aufgabe eines Pfarrers, auf das Heil hinzuweisen, das im Glauben an Jesus liege.

„Mein Beginn hier fällt in eine Zeit der Veränderungen mit neuen Pfarrbezirken, neuem Gottesdienstplan, Sanierung der Kirchenmauer und der Suche nach einem neuen Küster. Wir verpassen eine Chance, neue und gute Erfahrungen zu machen, wenn wir uns nur auf die bisherigen Erfahrungen verlassen“, sagte Gerhardt.

Musikalischer Pfarrer spielt Klarinette

Am Einführungsgottesdienst wirkten der Kirchenchor Nieder- und Oberwalgern sowie der Posaunenchor mit. Beim Empfang im Gemeindehaus, bei dem einige Abschieds- und Begrüßungsreden für Katja Simon und Wolfgang Gerhardt gehalten wurden, bot zudem der Gospelchor eine musikalische Begrüßung. Pfarrer Gerhardt wechselte zwar für sein neues Amt aus der Evangelischen Kirche im Rheinland in die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, musste aber nur ein paar Dörfer weiterziehen. Denn zuvor war er ab 2003 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinden Odenhausen und Salzböden, die zum Evangelischen Kirchenkreis Wetzlar, einer Exklave der Rheinischen Kirche, gehören.

Der 1967 in Duisburg geborene Gerhardt hat in Tübingen, Heidelberg und Bonn Theologie studiert und in Heidelberg-Rohrbach sein Vikariat absolviert. Dort wollte er zunächst noch als Küster seine Doktorarbeit schreiben, brach sie jedoch ab, weil sein Ziel die Gemeindearbeit war. Er ging zum Probedienst nach Bacharach. In dieser Zeit heiratete er und bekam einen Sohn mit seiner Frau, die jedoch kurz nach der Geburt starb.

Als er mit seinem dreijährigen Sohn als alleinerziehender Vater nach Odenhausen kam, war es für ihn von Vorteil, dass die Stelle einen Dienstumfang von 75 Prozent hatte. Mittlerweile kann und will er jedoch auf einer ganzen Stelle arbeiten. Weil er in der Region zwischen Gießen und Marburg bleiben wollte, bewarb er sich auf die Pfarrstelle in Niederwalgern-Oberwalgern. Besonders am Herzen liegt ihm das Feiern schöner Gottesdienste. Und die Musik, was sich am Ende des Gottesdienstes zeigte, als Gerhardt die Besucher beim Schlusskanon dirigierte. Bei der Serenaden-Musik am Samstag auf dem Kirchhof in Niederwalgern spielt Pfarrer Wolfgang Gerhardt auf seiner Klarinette mit.

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr