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Neue Autos, Gerätehäuser, Uniformen

Gemeinde investiert in Feuerwehren Neue Autos, Gerätehäuser, Uniformen

„Es ist ein Quantensprung für unser Feuerwehrwesen“, sagt Ebsdorfergrund-Bürgermeister Andreas Schulz. Zwei neue Gerätehäuser werden in diesem Jahr gebaut, zwei neue Feuerwehrautos angeschafft.

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Gegenwart und Zukunft der Ebsdorfergrund-Wehren: (von links) Markus Pinschmidt (stellvertretender Wehrführer Hachborn), Reinhard Cloos (stellvertretender Wehrführer Beltershausen), Gemeindebrandinspektor Wilfried Eucker und Daniel Träger (stellvertretender Wehrführer Dreihausen) stehen vor dem Bauplatz für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Hachborn. Hinten links ist das älteste Feuerwehr-Fahrzeug der Gemeinde zu sehen, das Beltershäuser Tragkraft-Spritzenfahrzeug (TSF), ein 29 Jahre altes Modell, das demnächst durch ein neues ersetzt wird. Das neueste Fahrzeug der Wehren im Grund (hinten rechts) ist das Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) aus Dreihausen. Unten links auf der Seite: Ein Feuerwehrmann im Einsatz mit Atemschutzgerät.

Quelle: Thorsten Richter

Dreihausen. Außerdem will die Gemeinde bis 2020 für die Feuerwehrleute im Ebsdorfergrund neue Ausgeh-Uniformen anschaffen. Kosten pro Person: rund 175 Euro. 20.000 Euro stehen im Haushalt dafür bereit. Bislang übernahmen die Feuerwehren die Anschaffung der Uniformen selbst, wählten teils unterschiedliche Modelle. „Wir wollen ein einheitliches Bild der Ebsdorfergrund-Wehren schaffen“, erklärte der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Rainer Koch bei einer Pressekonferenz zur Ausstattung der Feuerwehren im Rathaus in Dreihausen. Dazu eingeladen hatte­ Bürgermeister Schulz. Auslöser war die jüngste Parlamentssitzung. Die ÜBE /FWG-Fraktion hatte Kritik an der Ausstattung der Feuerwehren geübt. Unter anderem hieß es, Ersatzbeschaffungen für alte Feuerwehrfahrzeuge ließen zu lange auf sich warten.

Ein Anlass für Schulz, um über die Zukunft der Feuerwehren und über ihre Ausrüstung zu sprechen. „Die Kritik liegt fernab der Realität bei einer Summe von 2,4 Millionen Euro, die wir allein in diesem Jahr für die Feuerwehren vorsehen im Gemeindehaushalt“, sagte der Kämmerer und befand: „Von dieser Summe können andere Kommunen nur einen Bruchteil aufwenden für all ihre Projekte zusammengenommen.“

Neue Schutzanzüge für 90.000 Euro

Die Feuerwehren stellen laut Schulz seit Jahren einen Investitionsschwerpunkt dar. Hintergrund sei auch die wachsende Zahl von gut ausgebildeten Einsatzkräften, was zusätzliche Trainings mit sich bringe.  Beispielsweise bei den Atemschutzgeräte-Trägern. Einst hatte die Gemeinde 70 Einsatzkräfte, die Atemschutzgeräte tragen durften, inzwischen sind es 100. „Nach jedem Einsatz, also auch nach dem Training, müssen die Geräte wieder zur Wartung gebracht werden, das kostet natürlich“, ­erläuterte Gemeindebrandinspektor Wilfried Eucker.

­Zusätzliche Ausgaben für das Feuerwehrwesen ergaben sich in den vergangenen Jahren beispielsweise auch, weil Führerscheine finanziert werden mussten, die jüngere Wehrmitglieder zum Fahren der Einsatzfahrzeuge berechtigten. Oder weil die Umstellung vom analogen auf den digitalen Funk begonnen hat. Kostenpunkt bislang: 200.000 Euro. Hinzu kamen 100 neu angeschaffte Schutzanzüge­ für den Einsatz bei Bränden. Die Vorgänger-Anzüge waren teils 20 Jahre alt, führte der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Koch aus: „Die neue Generation der Anzüge bietet einen höheren Tragekomfort, ist atmungsaktiver und hält kurzzeitig einer Temperatur von bis zu 1000 Grad stand.“ Kosten für den Kauf der Schutzanzüge: 90.000 Euro.

Oliver Claar, im Rathaus Fachbereichsleiter fürs Feuerwehrwesen, errechnete einen Kostenanstieg von mehr als 77 Prozent binnen sechs Jahren bei den laufenden Kosten im Feuerwehrwesen. Sie stiegen von rund 190 000 Euro im Jahr 2012 auf aktuell 335.000 Euro.  

Hinzu kommen große und teils von langer Hand vorbereitete Projekte wie der Bau von neuen Gerätehäusern in Dreihausen und in Hachborn. Gut zwei Millionen Euro sieht die Gemeinde im laufenden Haushalt dafür vor. Enthalten ist der Erweiterungsbau für Hachborn mit Kosten von rund 350.000 Euro, bei dem die Gemeinde nur noch auf die Baugenehmigung wartet. Schulz: „Im April kann es wohl losgehen.“ Baustart in Dreihausen könnte schon kurz darauf sein. In den Neubau des Feuerwehrgerätehauses will die Gemeinde 1,5 Millionen Euro investieren. Sie hofft dabei auf einen Landeszuschuss von 168.000 Euro, „allerdings müssten wir dann zeitgleich mit Cölbe gefördert werden, denn Cölbe steht auf Platz eins der Prioritätenliste der heimischen Gerätehäuser“, erklärte Schulz, der dennoch darauf setzt, dass das Land entgegen der sonstigen Praxis­ ausnahmsweise zwei Gerätehäuser-Neubauten in einem Landkreis zeitgleich unterstützt. „Wir übernehmen von Dreihausen aus ja auch übergeordnete Aufgaben“, sagte Schulz, bezog sich damit auf den Gefahrstoff-Zug, der von Dreihausen aus überörtlich eingesetzt wird. „Für die Gerätehäuser fehlen jedenfalls nur noch die Baugenehmigungen und Förderzusagen, mit ­allem anderen stehen wir in den Startlöchern.“

Und dann die Feuerwehrautos. Dreihausen soll ein neues Löschgruppenfahrzeug LF-10 erhalten. Kostenpunkt: 180.000 Euro, Zuschuss vom Land: 72.000 Euro. Schulz: „Wir warten auf die Bewilligung.“

Ersatz für fünf von zwölf Feuerwehrautos

In den Jahren 2018 bis 2019 sollen neue Feuerwehr-Fahrzeuge für die Wehren in Rauischholzhausen, Roßberg und Heskem-Mölln folgen. Zusammengenommen mit dem ­neuen, wasserführenden Tragkraftspritzenfahrzeug für die ­
Feuerwehr Beltershausen-Frauenberg bedeute dies, dass von zwölf großen Feuerwehrfahrzeugen in der Gemeinde fünf ersetzt werden, hob Schulz hervor.

Dabei soll es bei der noch ausstehenden Neuanschaffung für Beltershausen-Frauenberg nun schnell gehen. „Im November haben wir die Zusage vom Land bekommen, dass uns das Fahrgestell kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Jetzt fehlt nur noch der Aufbau, wir haben schon ­alle Vorbereitungen getroffen“, sagte Gemeindebrandinspektor Eucker. Ältere, aber noch neuwertige Ausrüstungsgegenstände vom derzeitigen Beltershäuser TSF könne die Wehr für das neue Fahrzeug übernehmen, „beispielsweise die Atemschutzgeräte“. Investieren wird die Gemeinde dann noch 75 000 Euro.

 
Personalien

Wechsel an zwei Wehrspitzen

In Dreihausen und in Wermertshausen gibt es personelle­ Veränderungen an der ­Spitze der Ortsteilfeuerwehren. Die Feuerwehr-Vereine haben ­gewählt, die Gemeinde überreichte am Montag die Entlassungs- und Neuernennungs-Urkunden. Jürgen Eucker, bislang stellvertretender Wehrführer in Dreihausen, gibt dieses Amt ab, wirkt aber weiterhin in der Feuerwehr mit. Daniel Träger übernimmt den Stellvertreter-Posten. In Wermertshausen geht das Wehrführeramt von Rainer Textor an dessen Bruder Michael Textor über. Letzterer war bislang stellvertretender Wehrführer von Wermertshausen. Dieses Amt übernimmt nun Patrick Happel.

Abschied und Neubeginn bei den Wehren Dreihausen und Wermertshausen: (von links) Rainer Koch (stellvertretender Gemeindebrandinspektor), Daniel Träger, Patrick Happel, Wilfried Eucker (Gemeindebrandinspektor), Michael Textor, Jürgen Eucker und Bürgermeister Andreas Schulz. Foto: Gemeinde Ebsdorfergrund

von Carina Becker-Werner

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