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Neubürger kommen ins Gespräch

Ebsdorfergrund Neubürger kommen ins Gespräch

Sich gegenseitig kennenlernen und als Gemeinde von den Eindrücken und Erfahrungen der neuen sowie ausländischen Mitbürger erfahren: Das ist das Ziel des Neubürgertreffens im Ebsdorfer Grund.

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Anja Schramm (von links) und Jarek Drozdowski mit Sohn Julian sind Neubürger in Ebsdorfergrund. Sie zogen ganz bewusst von ­Marburg hierher.Foto: Martina Becker

Hachborn. „340 neue Bürgerinnen und Bürger zogen im vergangenen Jahr in die Gemeinde“, berichtete Bürgermeister Andreas Schulz. Ebenso wie die Neubürger waren auch alle ausländischen Mitbürger zur Veranstaltung eingeladen. Derzeit sind es 224 Frauen und Männer, die ohne doppelte Staatsbürgerschaft in der Gemeinde wohnen.

Es kamen allerdings nicht wirklich viele ins Bürgerzentrum Hachborn. Mit einer Vorstellungsrunde machte sich der kleine Kreis miteinander bekannt. Zugezogen war beispielsweise ein Rentnerehepaar aus Leonberg. Damit hatten sie das Zuhause ihres Sohnes, wo sie zuvor oft zu Besuch waren, auch zum eigenen gemacht.

Gekommen war auch eine junge Familie, die über Frankfurt, Marburg jetzt in Ebsdorfergrund ihre Wahlheimat gefunden hat. Der seit seiner Kindheit in Deutschland lebende Mann hat seine Wurzeln im polnischen Danzig. Die Stadt liegt ganz in der Nähe von Liniewo, der Partnergemeinde von Ebsdorfergrund.

Der Bürgermeister berichtete, dass Polen mit 41 Mitbürgern die größte ausländische Gruppe stelle. Der Grund dafür ist ein Stück weit mit dem stetigen älter werden der Bevölkerung zu erklären. Viele polnische Frauen sind in der Altenpflege tätig. Zwei in Hachborn arbeitende Frauen waren ebenfalls gekommen. Vor wenigen Jahren war es noch die portugiesische Nation, die die meisten Mitbürger stellte. Sie stehen jetzt mit 21 Personen auf dem zweiten Platz. Es folgen Österreich, Ungarn und Serbien/Montenegro mit je 11 Bürgern. Insgesamt leben 49 verschiedene Nationen im „Grund“.

Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, um die Infrastruktur, Serviceleitungen sowie die regelmäßig stattfindenden Feste in seiner Kommune vorzustellen. Er erklärte anhand von Beispielen, wie etwa dem Betreuungsangebot für Kinder oder der Bürgerhilfe, dass man sich in der Gemeinde Mühe gebe, um den Bedürfnissen junger und älterer Bürger gleichermaßen gerecht zu werden.

Ursula Weil-Höll, Vorsitzende des Sozialausschusses, erzählte, dass sie selber vor 21 Jahren als „Neuling“ von der Stadt aufs Land, sprich in die Gemeinde, gekommen sei. „Wenn man sich aufs Dorf einlässt, kann man sich hier pudelwohl fühlen“, sagte sie. Insbesondere das Einbringen in Vereine bringe große Zufriedenheit und schaffe schnell Freundschaften, so die Erfahrung von Weil-Höll.

Schulz erzählte, dass ein behutsamer Zuzug ein wichtiges Ziel der Gemeinde sei. Nur so können dem Negativsaldo, verursacht durch eine höhere Sterbe- als Geburtenrate, ausgeglichen werden, meinte der Bürgermeister. Dass sie sich in der Gemeinde wohlfühlen, betonten alle Anwesenden.

von Martina Becker

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