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Neuanfang mit einer Liste für den Gemeindevorstand

Verhandlung der Ämter Neuanfang mit einer Liste für den Gemeindevorstand

Das neue Parlament der Gemeinde Fronhausen wird sich am Donnerstag, 28. April, konstituieren. Bereits jetzt ist sicher, dass einige der direkt gewählten Mandatsträger ihre zugedachte Aufgabe nicht antreten werden.

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Am Donnerstag, 28. April, findet ab 19.30 Uhr im Fronhäuser Bürgerhaus die konstituierende Parlamentssitzung statt.

Quelle: Thorsten Richter

Fronhausen. Natürlich – Claudia Schnabel, langjähriges Mitglied des Fronhäuser Parlaments, zunächst für die „Bürger für Fronhausen“, dann als Mitglied der vier BfF-Abtrünnigen, die sich „Initiative Fronhausen“ (IF) nannten, wird, obgleich gewählt, ihren Sitz nicht annehmen. Sie ist ja hauptamtliche Bürgermeisterin und kann deshalb nicht gleichzeitig als stimmberechtigtes Mitglied im Parlament mitarbeiten.

Warum sie dann auf der Liste der Initiative war? Wohl, um mit ihrem Namen als neue Bürgermeisterin Wählerstimmen für die Initiative zu ziehen. Und das hat ja geklappt. Mit 1464 Stimmen holte sie mit großem Abstand das beste Einzelergebnis bei den Kommunalwahlen in Fronhausen. Die einzige Person, die ebenfalls ein Ergebnis jenseits der 1000-Stimmen-Marke einfahren konnte, ist Walter Horn von der CDU mit genau 1009.

Einige gewählte Personen treten Mandate nicht an

Nur eine weitere Person schaffte es, über 900 zu kommen: Martin Wenz von der IF. 927 Stimmen vereinigte er als weiteres Mitglied der „Abtrünnigen-Fraktion“, die nun aber mit einem Wählerauftrag versehen mit neun Mandatsträgern im Parlament vertreten sein wird.

Und ja, es kann auch vorkommen, dass Personen, die eigentlich gewählt wurden, ihr Mandat nicht antreten, weil sie von ihrer Liste als Kandidat für den Gemeindevorstand vorgesehen sind. Das wird wohl bei Walter Horn der Fall sein. Der CDU-Mann gehört dem Gemeindevorstand an und will dem Vernehmen nach dort auch weitermachen. Fraktionsmitglied Lothar Nau bestätigt gegenüber der OP: „Da verrate ich kein Geheimnis, dass Walter Horn dafür von uns aus gesetzt ist.“

Mücke will sich aus Kommunalpolitik vor Ort zurückziehen

Interessant wird in diesem Zusammenhang die Besetzung des Ersten Beigeordneten im neuen Gemeindevorstand. Denn einer wird es nicht mehr machen: Lothar Mücke von der SPD, der den Posten des stellvertretenden Bürgermeisters in den vergangenen zehn Jahren innehatte. „Ich habe schon mit Absicht nur auf Platz 13 kandidiert. Einfach, um meine Unterstützung für die SPD Fronhausen zum Ausdruck zu bringen“, sagt Mücke gegenüber der OP. Seine Bekanntheit hievte ihn aber gleich wieder auf einen Platz in der neuen Fraktion.

Mücke sagt dazu: „Dieses Mandat nehme ich aber nicht an, ich gehe auch nicht mehr in den Gemeindevorstand. Ich bin jetzt 69 Jahre alt und möchte mich aus der Kommunalpolitik vor Ort zurückziehen und meinen Schwerpunkt ausschließlich auf meine Arbeit in der neuen SPD-Fraktion im Kreistag legen.“

Die Listensprecher hatten nach der Wahl schon mal durchblicken lassen, dass sie auf Koalitionen verzichten wollen, viel mehr sachbezogen über wechselnde Mehrheiten oder gar im Einklang für Entscheidungen sorgen zu wollen. Und so formierte sich auch eine kleine Gruppe von sechs Personen, die auf Initiative der Initiative Fronhausen bereits im Vorfeld der konstituierenden Parlamentssitzung unter anderem die Zuweisung für Ausschussvorsitze und Parlamentsvorsitz besprach.

Parlament: Fünf von 23 kommen aus Oberwalgern

Die Gruppe besteht aus Martin Wenz und Inge Lettermann-Nass (beide IF), Martin Schnabel und Lothar Nau (beide CDU) sowie Günter Majewski und Michael Heimann (beide SPD). Und mehr noch: Die Chancen stehen sehr gut, dass IF, CDU und SPD auch einen gemeinsamen Vorschlag zur Besetzung des Gemeindevorstandes machen werden. Letzte Einzelheiten will die Gruppe diesen Donnerstag klären.

Lothar Mückes Verzicht hat innerhalb der SPD-Liste schon zu einem doppelten Stühlerücken geführt. Für ihn rückte aufgrund des nächstbesten Wahlergebnisses Manfred Held aus Oberwalgern nach. Dieser erklärte jedoch auch seinen Verzicht. So wird nach jetzigem Stand Sonja Haese aus Bellnhausen Mitglied der SPD-Fraktion sein. Sonja Haese ist nicht nur in der Gemeinde Fronhausen als Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bellnhausen aktiv, sie ist auch aktuell Beisitzerin im Unterbezirksvorstand der SPD Marburg-Biedenkopf.

Nach Auskunft von Fronhausens Hauptamtsleiter Achim Batz, der zugleich als Wahlleiter bei der zurückliegenden Kommunalwahl fungierte, werden sich die Ortsbeiräte erst nach der ersten Sitzung des Parlaments konstituieren. Wenngleich sich die Ortsbeiräte auch schon im Vorfeld der Parlamentssitzung konstituieren dürfen, obliegt es doch dem Parlament, die Wahlergebnisse in Fronhausen per Beschluss für gültig zu erklären.

Bis 2021 gibt es in Oberwalgern keinen Ortsbeirat

Der Ortsteil Erbenhausen hat bereits in die Verwaltung gemeldet, seine Sitzung am Dienstag, 3. Mai, abzuhalten. Der einzige Ortsteil, der in der Wahlzeit bis 2021 ohne Ortsbeirat auskommen muss, ist Oberwalgern, weil dort bekanntlich nicht die erforderliche Mindestmenge an Kandidaten zusammenkam.

Auch wenn Oberwalgern also auf dieses Gremium vor Ort verzichten muss, ist der Ort nicht ganz ohne Kommunalpolitiker. Zwei der sieben CDU-Mandatsträger kommen aus Oberwalgern: Heinrich Dengel und Thomas Pusch. Pusch kämpfte sich dabei von Listenplatz 18 auf  Platz sieben vor.

Auch in der sieben Personen starken SPD-Fraktion wirkt ein Oberwälger mit: der bisherige Ortsvorsteher Frank Weber. Fast wären es zwei gewesen, doch Held verzichtete wie erwähnt auf sein Mandat als Nachrücker. In der neun Personen starken IF-Fraktion sind indessen zwei aus Oberwalgern: Beate Brand-Becker und Ottmar Abel. Letzterer verfügt bereits über Parlamentserfahrung als früheres BfF-Mitglied. Abel wurde wie Pusch in der Vorschlagsliste „hochgewählt“, nämlich von Platz 16 auf acht. So kommen also insgesamt fünf  von 23 Gemeindevertretern aus dem Ort ohne Ortsbeirat.

von Götz Schaub

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