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Nachfahren von Argenstein begeistert

Spurensuche Nachfahren von Argenstein begeistert

„What a beautiful place“ war der Kommentar von Cathy Urbanek und ihrem Mann Walter, als sie im September Argenstein, das Heimatdorf ihres  Ururgroßvaters, Philipp Mattern, besuchten.

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Der Argensteiner Chronist Günther Klein (Mitte) begleitete Cathy und Walter Urbanek aus den USA während ihres Aufenthalts in Weimar.

Quelle: Marion Schönherr

Argenstein. Im Jahr 1867 wanderte Philipp Mattern im Alter von gerade mal 17 Jahren nach Amerika aus. Es waren unruhige Zeiten damals in Deutschland. Schlechte Ernten, hohe Abgaben und politisch instabile Verhältnisse waren für viele Menschen der Grund, die Heimat zu verlassen und bessere Lebensbedingungen in der Neuen Welt zu finden. Immer häufiger kommen inzwischen Nachfahren der früheren Auswanderer nach Deutschland, auf der Suche nach ihren Wurzeln und möglichen, wenn auch entfernten, Verwandten.

Cathy und Walter aus dem US-Bundesstaat Maryland hatten Glück. Der Besuch in Argenstein war für die Urbaneks von der Ahnenforscherin Evelyn Schumacher und dem Argensteiner Chronisten, Günther Klein, gut vorbereitet worden. So konnten die Besucher aus den USA in Begleitung ihrer Reiseleiterin nicht nur die ehemaligen Wohnhäuser der Vorfahren Mattern besuchen, sondern auch verschiedene Kirchen wie etwa die in Niederwalgern. 

Zu den Wurzeln von Philipp Mattern

Der Geburtsname von Philipps Mutter war Wenz. Margaretha Wenz war die Tochter des Müllers und stammte aus dem damaligen Haus mit der Nummer 1, zu dem auch die alte Mühle gehörte. Der Vater des Auswanderers,  Daniel Mattern verkaufte seine Mühle in Niederwalgern, nachdem sein kleiner Sohn Heinrich in der aufgestauten Allna ertrunken war.

Danach arbeitete  Daniel Mattern in der Mühle seines Schwiegervaters und wohnte mit seiner Familie im Nachbarhaus der Ochsenburg. Dort wurde im Jahr 1849  Philipp Mattern, der Auswanderer, geboren. Auch Philipp hatte bei seiner Ankunft in New York als Beruf „Müller“ angegeben. Er arbeitete in Amerika aber dann als Bäcker. Ein weiterer Bruder, Ludwig Mattern, ist ebenfalls nach Amerika ausgewandert. Die Nachfahren dieses Bruders haben Cathy und Walter Urbanek in Amerika aber noch nicht gefunden.

Familie Urbanek genießt Gastfreundschaft

Am Nachmittag besuchten die Gäste aus USA ihre Großcousine Margaretha Fischbach.  Die beiden Frauen sind Cousinen in 5. Generation und wussten bis eine Woche vor ihrem Besuch nichts voneinander. Der Empfang im Haus der Familie in Marburg war herzlich, und Cathy und Walter Urbanek genossen die Gastfreundschaft von Cousine „Gretchen“ und deren Familie bei Kaffee und Kuchen.

„Wir kommen wieder“, versprachen die Amerikaner und hoffen, dass dann die „Zeiteninsel“ in Argenstein fertig ist. Das Freilichtmuseumsprojekt hat sie beeindruckt. Und es ist  nur wenige hundert Meter vom Heimathaus des Ururgroßvaters entfernt.

PS: In Argenstein lebt übrigens noch ein direkter Nachfahre der Familie Mattern: Wilfried Mertens. Dessen Vater wohnte noch im alten Familienhaus an der Ochsenburg. Als die Urbaneks in Argenstein waren, war er nicht da. Gerne würde er aber seine weitläufigen Verwandten aus Amerika beim nächsten Besuch auch einmal treffen.  

 
Hintergrund
OP-Gastautorin Marion Schönherr ist Reiseleiterin und Gästeführerin in Wiesbaden, Eltville und Rüdesheim. Häufig bekommt sie Nachfragen von amerikanischen Gästen, ihnen bei der Suche nach ihren deutschen Wurzeln behilflich zu sein. Im Falle des Ehepaares Cathy und Walt Urbanek  konte sie behilflich sein und kam mit diesen nach Argenstein. Der Ururgroßvater von Cathy Urbanek war von dort aus nach Amerika ausgewandert. Für seine Nachfahren erfüllte sich der Traum, die ursprüngliche Heimat in Deutschland einmal gesehen zu haben.
 

von Marion Schönherr

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