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Nachbarschaftlicher Dialog lebt auf

Versuchsstation Nachbarschaftlicher Dialog lebt auf

Nach langjähriger Funkstille ist der Dialog zwischen Rauischholzhäuser Bürgern und den Eigentümern des Schlosses und der Versuchsstation Rauischholzhausen wieder in Gang gekommen.

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Das Podium war mit (von links) Dr. Lothar Behle-Schalk (Leiter des Hofguts), Doktorant Andreas Stahl, Dr. Benjamin Wittkop (wissenschaftlicher Mitarbeiter), Forschungschef Professor Dr. Rod Snowdon, Annemarie Duske und Harald Kolmar (beide Dorfgemeinschaft Rauischholzhausen) besetzt.

Quelle: Heinz-Dieter Henkel

Rauischholzhausen. Auf Einladung des Vereins „Dorfgemeinschaft Rauischholzhausen“ war eine vierköpfige Delegation des Fachbereichs 09 Agrarwissenschaften der Uni Gießen in die Alte Schule gekommen. An der Spitze der Inhaber der Professur für Pflanzenzüchtung, Professor Rod Snowdon. Der Neuseeländer war eigentlich nur zur Promotion für ein Jahr nach Deutschland gekommen, ist geblieben und inzwischen in die Spitze des Fachbereichs aufgestiegen.

Ihn begleiteten Dr. Benjamin Wittkop, der aus Lahntal stammt und in Gießen studiert und promoviert hat, sowie Doktorant Andreas Stahl. Den rund 25 Besuchern musste sich der Leiter der Versuchsstation, Dr. Lothar Behle-Schalk, nicht mehr vorstellen. Man kennt ihn und auch er kannte viele der anwesenden Besucher, darunter auch einige ehemalige Mitarbeiter. Das Hofgut hat eine Größe von 174 Hektar Fläche, darunter 24 Hektar Grünland und 18 Hektar sonstige Flächen. Nur ein Teil der Restflächen kann für Versuche genutzt werden. Zum Einen sei der Boden für Versuche nicht gleichmäßig genug strukturiert, zum Anderen müsse der Boden, um valide Versuchsergebnisse zu bekommen, auch schon mal ein bis zwei Jahre ruhen.

Hier konnte Behle-Schalk direkt der subjektiv anderen Wahrnehmung der Bürger, man würde zu viel Mais anbauen, entgegnen. „Für uns gehört der Mais zur ganz normalen Fruchtfolge.“ Über den aktuellen Forschungsschwerpunkt am Standort Rauischholzhausen berichtete Dr. Snowdon: Noch immer stehe die Züchtung von ertragreicheren Sorten von Raps, wofür die Uni Gießen in ganz Deutschland bekannt sei, im Mittelpunkt der Forschung.

Tonnen dienen für Untersuchungen

Aktuell versuche man ein gleichbleibendes Ertragsniveau bei geringerer Düngung zu halten. Um auch Wurzeluntersuchungen durchführen und vergleichen zu können, nutze man Mülltonnen, wie sie jeder Bürger für Grünabfall im Garten habe. Dies stimmte mit den Beobachtungen der Bürger überein, die wegen der Tonnen bereits gerätselt hatten.

Darüber hinaus rücke die Sorghumhirse als alternative Energiepflanze zum Mais immer mehr in den Mittelpunkt der Forschung. Speziell befasse man sich derzeit mit der Gülletoleranz dieser Pflanzen.

Die Fragen der Bürger bezüglich des Verfalls der Gebäude von „Phytotrom“ und der „Alten Mühle“ konnten die Wissenschaftler nur unzureichend beantworten. Das werde an anderer Stelle entschieden. Der Vorschlag, sich mit einem persönlichen Brief an den Unipräsidenten zu wenden, wurde zustimmend aufgenommen. Professor Snowdon konnte nur versichern, dass der Forschungsstandort Rauischholzhausen auf absehbare Zeit erhalten bleibt, da man nicht nur im Labor forschen wolle, sondern Feldversuche klar bevorzuge.

Neben Fragen zur „Bullenzucht“ und Wirtschaftlichkeit der Forschung, insbesondere die Zusammenarbeit mit kommerziellen Unternehmen, versicherten die Akademiker, dass derzeit keine Genforschung am Institut betrieben werde.

Angeregt von Annemarie Duske, die als Moderatorin fungierte, soll im kommenden Jahr eine Feldrundfahrt für Einheimische durchgeführt werden, wozu sich der Leiter der Forschungseinrichtung bereiterklärte.

von Heinz-Dieter Henkel

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