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Muss der Sandweg saniert werden?

Straßensanierung Muss der Sandweg saniert werden?

Löcher in der Straßendecke und kaputte Bordsteine: Der Sandweg in Sichertshausen ist in einem schlechten Zustand. Die Anlieger sind gegen eine Sanierung, Bürgermeisterin Claudia Schnabel ist gegen das Flickarbeiten.

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Löcher in der Teerdecke: Überall im Sandweg in Sichertshausen finden sich kleinere und größere Schäden. Die Anlieger wollen derzeit keine grundhafte Sanierung, sondern warten, bis der Kanal kaputtgeht.

Quelle: Patricia Graehling

Fronhausen. Ursprünglich waren für die grundhafte Sanierung des Sandweges laut Lothar Nau (CDU) mal 75.000 Euro Kosten vorgesehen. Jüngste Schätzungen belaufen sich laut Bürgermeistern Claudia Schnabel mittlerweile auf 214.000 Euro. Die Anlieger müssten dabei 75 Prozent der Kosten tragen. Die Planungen sind bereits bezahlt und es wurden rund 37.000 Euro aus dem kommunalen Investitionsprogramm zugesagt. Die Anlieger haben sich in einer Versammlung gegen die Sanierung ausgesprochen. Nun muss sich die Gemeindevertretung mit der Frage befassen, ob die Straße dennoch saniert werden soll. Zumindest der Hauptausschuss der Gemeinde hat sich am Donnerstagabend mit knapper Mehrheit für die Sanierung ausgesprochen - nach langer Diskussion, auch mit den anwesenden Anliegern.

Bürgermeisterin Schnabel erläuterte zuvor, dass die Gemeinde beim Hessischen Städte- und Gemeindebund eine Rechtsauskunft angefordert habe - um zu erfragen, ob sie die Straße in ihrem jetzigen Zustand belassen könne. „Uns wurde mitgeteilt, dass die Gemeinde bei einem Unfall haftbar gemacht wird, weil sie vom Zustand der Straße wusste.“ Es bestehe Verkehrssicherungspflicht. Durch eine Sperrung könne die Sanierung aufgeschoben werden. „Aber wir können ja hier die Straße nicht dichtmachen.“

Klaus Bork (SPD) warf die Frage auf, ob es nicht ausreiche, die Löcher zu flicken - und damit die Zeit zu überbrücken, bis der 50 Jahre alte Kanal unter der Straße irgendwann kaputt gehe. „Dann könnten wir alles zusammen sanieren.“

Flicken hilft nur kurzfristig

Das Flicken verursache laut Schnabel Kosten und sei nur eine kurzfristige Lösung. Mehr als 70.000 Euro gebe die Gemeinde mittlerweile jedes Jahr für „Flickschusterei“ aus - statt die Straßen grundlegend nach und nach zu sanieren. „Das trägt zu unserem Schuldenstand bei und ich bin strikt dagegen, dass wir so weitermachen“, betonte Schnabel. Die Kanalsanierung sei kein Argument, denn mittlerweile könnten die zuständigen Wasserwerke viele Schäden im „Inlay“-Verfahren beheben, ohne die Straße öffnen zu müssen. „Dann zahlen die auch nicht viel für die Straßenwiederherstellung dazu.“ Anwohner würden also kaum sparen. „Wir müssen jetzt überlegen, ob wir weiter flicken wollen oder ob wir 50 Jahre Ruhe haben wollen.“ In den nächsten Jahren würden Straßensanierungen innerhalb der Gemeinde noch viel mehr Anlieger Geld kosten.

Nau plädierte dafür, dass die Gemeinde auf die Anlieger zugehe. Diese bekräftigten während der Sitzung, dass sie das Flicken der Straße und die Reparatur der Bordsteine auf eigene Kosten übernehmen würden. Zudem sprach sich die CDU für ein Straßenzustandskataster aus - es solle eine Prioritätenliste der maroden Straßen erstellt werden. „Dann können die Anlieger auch rechtzeitig Vorsorge treffen, wenn sie wissen, wann ihre Straße an der Reihe ist.“ Der Ausschussvorsitzende Martin Wenz rief ins Gedächtnis, dass die Planung schon bezahlt sei und auch das Darlehen aus dem Investitionsprogramm wegfalle, wenn die Straße nun doch nicht gemacht werde. Letztlich sprach der Ausschuss sich für die Sanierung aus, das Thema wird am Donnerstag bei der Sitzung der Gemeindevertretung wieder diskutiert.

Partner für sozialen Wohnungsbau gefunden

Thema war auch ein weiteres Bauprojekt in der Gemeinde: Der Ausschuss möchte einstimmig die Weichen für weiteren sozialen Wohnungsbau stellen. Bürgermeisterin Schnabel erläuterte, dass sich ein Partner gefunden habe, der bei den Bahngleisen in der Nähe der Haydnstraße ein Wohnungsbauprojekt mit einem Mietpreis von 5,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter umsetzen will. Dazu müsse die Gemeinde rund 2200 Quadratmeter eigenes Land verkaufen und gebe zudem ein aus Landesmitteln bereitgestelltes zinsloses Darlehen in Höhe von 917.000 Euro weiter an den neuen Partner. „Die Wohnungen sollen hochwertig und barrierefrei werden“, erklärt die Rathauschefin. Zudem solle die Anlage an das Fernwärmenetz der Bioenergiegenossenschaft angeschlossen werden.

Nicht verkaufen und auch nicht umbauen will der Ausschuss hingegen die Mehrzweckhalle in Fronhausen. „Wir haben ein Kaufangebot“, sagt Schnabel im Ausschuss. Jemand wolle die Halle als Unterstellmöglichkeit für Oldtimer kaufen - für 36.500 Euro. „Der Gemeindevorstand empfiehlt, nicht zu verkaufen. Denn das Areal ist nötig für eine neue Beplanung des Festgeländes auf der Schwärz“, sagte Schnabel. Der Ausschuss sah das genauso.

von Patricia Grähling

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