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„Moralisches Dilemma“ führt zum „Ja“

Gemeindevertretersitzung Fronhausen „Moralisches Dilemma“ führt zum „Ja“

So gut besucht wie wohl nie zuvor war die planmäßig letzte Gemeindevertretersitzung in Fronhausen am Donnerstag. Und die etwa 70 Bürger im Publikum bekamen einiges geboten, auch einen Vorgeschmack auf den Kommunalwahlkampf.

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Gut gefüllt waren die Besucherplätze im Bürgerhaus Fronhausen am Donnerstagabend bei der wohl letzten Gemeindevertretersitzung vor der Wahl.

Quelle: Michael Agricola

Fronhausen. Aus der Tagesordnung stachen zwei Themen heraus, deretwegen die meisten Zuschauer gekommen waren: die Entscheidung über die Vergabe der Stromkonzession und der Streit um die Ausstattung des Fronhäuser Kindergartens mit zusätzlichen Erzieher-Stunden.

Dies hatte zuletzt durch Veröffentlichungen der Kirche als Träger der Kindergärten und den Entgegnungen von Bürgermeister Reinhold Weber (Bürger für Fronhausen, BfF) im Gemeindeblatt für so viel Zündstoff gesorgt, dass viele Eltern und Erzieherinnen im Bürgerhaus den Fortgang der Sache hautnah verfolgen wollten.

Nach lebhafter Diskussion folgte das Parlament mehrheitlich dem Antrag der CDU, bis zum Ende des Kindergartenjahres im Juli zusätzliche 10 Erzieher-Wochenstunden für den Kindergarten Fronhausen zu genehmigen, nachdem zuvor im Zuge der Sparbemühungen 16,5 Stunden gekürzt worden waren. Damit bestätigten die Gemeindevertreter den fast wortgleichen Beschluss aus der Dezember-Sitzung, gegen den Bürgermeister Weber Einspruch eingelegt hatte. „Bei 643.000 Euro Schulden können wir nicht noch mehr Geld ausgeben, die Schulden müssen unsere Kinder später zahlen“, so Weber.

Bei der von der CDU beantragten namentlichen Abstimmung stimmten dennoch nur fünf BfF-Vertreter mit Nein. Ausschlaggebend für die breite Mehrheit waren offenbar das Argument, man solle einen solchen Streit zwischen Gemeinde und Kirche nicht auf dem Rücken der Kinder und Erzieherinnen austragen bei der relativ geringen Summe, um die es noch geht. Denn aus den im Dezember veranschlagten 10.000 Euro bleiben durch die Zeit, die inzwischen ins Land gegangen ist, nun noch geschätzte 6.000 Euro übrig.

Allerdings verbanden die Vertreter von SPD und BfF, die für den Antrag stimmten, ihr Ja auch mit dem Appell, dass die Gemeindevertretung künftig nicht mehr auf solche Weise unter Druck gesetzt werden sollte. Klaus Bork (SPD) gab dem Bürgermeister trotz seiner Zustimmung zum CDU-Antrag grundsätzlich recht, und fand: „Es liegt einiges im Argen“. Fragen zwischen der politischen Gemeinde als „Zahlmeister“ und der Kirchengemeinde als Träger der Kindergärten sollten künftig im Vorfeld geklärt werden.

von Michael Agricola

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