Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Mit ganzem Herzen bei der Musik

Das wäre mal Eine Mit ganzem Herzen bei der Musik

Denise Koch aus Ron­hausen sorgt als Sängerin Deneeze mit Coversongs bei Festen für Stimmung. Bald steht wahrscheinlich schon ihr erster eigener Song in den Regalen.

Voriger Artikel
Grünes Licht für Windräder-Bauer zur Wegenutzung
Nächster Artikel
„Neue Töne“ treffen den Nerv der Zeit

Denise Koch tritt als Sängerin Deneeze oft mit Coversongs von berühmten Schlager- oder Popsängern auf. Wenn sie etwa mit den ­Südtiroler Spitzbuam singt oder für Schlagerauftritte gebucht wird, zeigt sie sich gerne im feschen Dirndl.

Quelle: Privat

Ronhausen. Eigentlich steht Denise Koch tagtäglich im Autohaus und verkauft in Gießen Autos einer Premium-Marke. Am Wochenende hingegen sorgt sie häufig für Partystimmung: Als Sängerin Deneeze tanzt und singt sie auf Bühnen in der ganzen Region, sorgt mit Schlagern von Andrea Berg oder Helene Fischer für Stimmung. Richtig durchstarten will sie aber nicht mit Coversongs, sondern mit eigenen Liedern. Und daran arbeitet sie in ihrer Freizeit neben dem Job hart.

Mit einem Funkeln in den Augen erzählt Koch von einem Demo-Tape, das sie kürzlich aufgenommen hat. Ein Produzent habe sie über Freunde und Bekannte und mit ganz viel Glück gefunden und ihr einen Song vorgespielt. „Mir kamen die Tränen vor Freude, als ich den gehört habe. Denn genau so etwas passt zu mir.“ Sowohl der Text, als auch die Musik seien etwas ganz Besonderes. Sie musste sich also nicht lange bitten lassen und hat das Lied eingesungen. „Jetzt sind wir im Gespräch mit wirklich namhaften Plattenfirmen“, verrät sie. Ziel ist, dass der Song Anfang 2017 in den Läden steht.

Bis zu ihrem ersten Demo-Tape war es für die 23-Jährige aber schon ein weiter Weg. Seit Jahren tritt sie schon als Sängerin auf, hat sich in verschiedenen Musikrichtungen ausprobiert. „Ich habe schon als Kind gerne geträllert“, erzählt Koch. „Dann habe ich mein Zimmer abgeschlossen, die Musik ganz laut gemacht und ganz leise zu Britney Spears mitgesungen.“

„Am meisten singe ich Deutschpop und Schlager“

Vor zehn Jahren kam sie dann in die Kreise von Hip-Hop-Musikern. Und wieder spielte der Zufall eine Rolle: Die Musiker hatten ein eigenes Studio, suchten dringend eine Sängerin – und seien begeistert gewesen von der Stimme der Ronhäuserin. „Meine Anfänge hatte ich also mit Gesang und Rap“, sagt sie mit einem Lachen. „Ich habe das gerne gemacht. Aber ich war nicht so mit dem Herzen dabei wie bei der Musik, die ich jetzt mache.“

Jetzt tritt Koch mit einer breiten Palette an Liedern auf. Es ist fast alles dabei – außer Hip-Hop. „Am meisten singe ich Deutschpop und Schlager“, erzählt sie. Neben Pop sei auch R’n’B ihr Ding. Und mit ihren Songs tritt sie überall auf: Bei Partys, bei Stadtfesten oder auch mal als Überraschung mit einem Geburtstagsständchen. Im Jahr 2007 sei es ganz langsam losgegangen mit den Musik-Aufträgen. „Dann wurde es auch mal wieder stiller“, verrät sie. Seit 2012 tritt sie nun als Deneeze auf und seither seien ihre Aufträge stetig mehr geworden. Einen richtigen Sprung verschaffte ihr das Dorfjubiläum „750 Jahre Ronhausen“. Sie habe den Eindruck, dass sie bis dahin im Dorf kaum bekannt war. Sie sei schließlich immer außerhalb unterwegs gewesen.

„Irgendjemand wusste aber was ich mache und schlug vor, das Mädchen doch mal auftreten zu lassen“, sagt Koch. Schließlich sei sie ja ein Mädchen aus dem Marburger Stadtteil. „Es war ein toller Abend, an dem ich auch zurück ins Dorf gefunden habe.“ Noch am selben Tag sei sie gebucht worden für das Hoffest mit den Südtiroler Spitzbuam, sollte bei deren Konzert auftreten und die Stimmung mit anheizen. Und die Spitzbuam haben sie direkt im selben Jahr zu einem großen Oktoberfest nach Allendorf/Eder mitgenommen. „Da bin ich vor 2 000 Menschen aufgetreten“, sagt sie mit Stolz in der Stimme. In Wetzlar sang sie vor 1 500 Menschen beim deutschen Finale im Rollstuhl-Basketball die Nationalhymne. „Seither kommen immer mehr Anfragen.“ Auch bei Facebook: „Da haben mich plötzlich Leute aus der Musikbranche angefragt, die ich eigentlich nur aus dem Fernsehen kenne.“ Ein wenig krass sei das schon – aber auch sehr aufregend.

Denise Koch tritt lieber vor vielen Menschen auf

Als Koch noch Hip-Hop sang, habe sie auch viele Texte selbst geschrieben. Das würde sie auch gerne wieder machen. Derzeit trete sie noch allein mit Coversongs auf. „Wenn man Stimmung machen will ist es wichtig, dass das Publikum die Lieder und die Texte kennt“, erklärt sie. Allerdings träumt sie davon, dass sie irgendwann ihre eigenen Lieder singen kann und die Zuhörer ihre Texte kennen. „Es wäre toll, wenn die Leute kommen, weil sie mich sehen und meine Stimme hören wollen.“ Gerne würde sie irgendwann mit ihren Songs Räume füllen – „zumindest kleine Räume“, sagt sie augenzwinkernd. Ein paar Tänzer oder Tänzerinnen im Hintergrund wären auch nicht schlecht.

Freizeit hat Koch nicht mehr viel. „Meine Arbeit ist mir wichtig, die mache ich zu 100 Prozent.“ Viel Zeit koste auch die Musik, die Auftritte, der Gesangsunterricht. Das lohne sich aber: „Wenn ich auftrete, sind die Leute mir zunächst fremd. Aber wenn ich singe, verändert das die Beziehung.“ Schließlich singe sie mit dem Herzen und gebe damit auch intime Gefühle preis. „Nur wenn man mit dem Herzen singt, trifft man die Töne besser“, zeigt sie sich überzeugt. Übung muss dennoch sein. Das macht Koch oft im Auto, will daher lieber nicht wissen, was Menschen denken, die an ihr vorbeifahren. Daheim hat sie ein eigenes kleines Musikstudio eingerichtet: Dort stehen Instrumente und eine Anlage, die die Akustik verbessert.

Auch wenn sie schon mit Bravour vor 2 000 Leuten gesungen habe – „das Herz pumpt vor jedem Auftritt so krass obwohl ich mich total auf die Bühne freue“. Dennoch singe sie lieber vor einem großen Publikum, denn vor einer Person zu singen, falle ihr schwerer.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr