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Mit allen Sinnen genießen und erleben

Freiflächenoase Roßberg Mit allen Sinnen genießen und erleben

Die größte Hürde für die geplante Freiflächenoase in Roßberg ist geschafft, gestern sprach sich der Vorstand des Marburger Landes für das bunte Erlebnis-Projekt aus – ein voller Erfolg für das Konzept der Roßberger.

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Ortsvorsteher Werner Böckler (von links), Bürgermeister Andreas Schulz, Projektplaner Lutz Schmithausen und Landschaftsarchitekt Walter Winter präsentierten das fertige Konzept der Freiflächenoase, die in Roßberg entstehen soll.

Quelle: Ina Tannert

Roßberg. Als nächster Schritt entscheidet die Bewilligungsstelle des Landkreises über den Antrag, teilte der Verein mit. Sollte auch diese grünes Licht geben, kann die Umsetzung einer Freiflächenoase mit Erlebnischarakter und Bezug zur Natur beginnen.

Bereits am Dienstagabend ging die seit diesem Sommer aktive Steuerungsgruppe, bestehend aus Roßberger Bürgern, den fertigen Konzeptentwurf noch einmal durch. Das Projekt unterteilt sich demnach in vier Bereiche an verschiedenen Ecken des Dorfes, die durch eine lebendige Inszenierung der Landschaft aufgewertet werden sollen. Den „ansehnlichen Kern des Ganzen“ bildet die Freifläche vor dem Dorfgemeinschaftshaus samt Mehrzweckplatz und der angrenzenden Zwester Ohm, stellte Lutz Schmithausen vom beauftragten Planungsbüro „cognitio“ die Pläne vor.

Ein Treffpunkt für alle Generationen

Der Bereich soll als „Oase der Begegnung“ zu einem generationsübergreifenden, multifunktionalen Dorftreffpunkt werden, der das Thema „Leben am Fluss“ stark mit einbezieht. Entlang des Gewässers sollen Terrassen aus Natursteinblöcken sowie eine Holzplattform samt zahlreicher Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen. Als Ruhezone für Wanderer und Radfahrer soll eine Außenterrasse am Dorfgemeinschaftshaus entstehen, die bei Festen auch als Biergarten genutzt werden kann.

Ein großzügiger Spielbereich für Kinder ist ebenfalls geplant, bei dem der Fluss durch einen Holzsteg mit einbezogen wird. „Das Thema Wasser steht im Mittelpunkt“, erklärte Landschaftsarchitekt Walter Winter von „cognitio“. Kleinere Neupflanzungen sollen das Gelände weiter aufpeppen, die große Trauerweide am Ufer soll dabei erhalten bleiben, versprechen die Planer.

Oase der Vielfalt und der Sinne

Auf den gemeindeeigenen Streuobstwiesen ist wiederum eine „Oase der Vielfalt“ geplant. Schwerpunkt wird dort der Naturschutz sowie die Tier- und Pflanzenwelt sein. Als Highlight sollen riesige Früchtemodelle aus Holz einen Bezug zu der Umgebung herstellen.

Eine „Oase der Sinne“ erwartet die Besucher laut Plan im naheliegenden Wald. Anhand verschiedener Aktionsmöglichkeiten wie etwa großer schwingender „Traumliegen“ biete dieser Projektteil die Möglichkeit den Wald „mit allen Sinnen zu genießen“, verspricht Schmithausen. Zwei weitere „Oasen“ behandeln die Themen Zeit und Besinnung und befassen sich mit Geschichte, Tradition und Kultur von Roßberg. Jeder Projektbereich wird mit Rastmöglichkeiten und einem Erlebnisangebot mit Bezug zur jeweiligen Umgebung ausgestattet. Zum Anfassen und Ausprobieren laden dabei verschiedene Interaktionsmodule ein. Das Ganze miteinander verbinden soll schlussendlich ein rund zehn Kilometer langer Rund- und Erlebnisweg mit regelmäßigen Informationen und Bezügen zur Landschaft.

In die nächste Generation investieren

Insgesamt kostet das Projekt geschätzt 266.000 Euro. Sollte das Konzept bewilligt werden, kann Ebsdorfergrund mit Fördergeldern in Höhe von 160.000 Euro rechnen, erklärte Bürgermeister Andreas Schulz. Den Rest würde die Gemeinde als Eigenanteil beisteuern. Dafür wurden bereits 115.000 Euro im kommenden Haushalt beantragt, also 9.000 Euro mehr als erwartet, „zur Sicherheit, falls zusätzliche Kosten entstehen“, teilte Schulz mit. Ein großer Teil der erwarteten Kosten, über die Hälfte, macht die Umgestaltung des DGH-Geländes aus. Gewisse kostspielige Anschaffungen, wie etwa moderne Spielgeräte für den Kinderbereich seien dabei eine Investition in künftige Generationen und Mitbürger. Nicht zuletzt um langfristig die Attraktivität von Ebsdorfergrund zu halten.

Bei der Umsetzung sei die Gemeinde auf die „Leader“-Mittel der EU für die Regionalentwicklung angewiesen. „Ohne Förderung lässt sich ein solch großes Projekt nicht stemmen“, stellte Schulz klar und machte gleich deutlich, dass aus diesem Grund auch nicht das Dorfgemeinschaftshaus im Mittelpunkt der Maßnahmen stehe. „Es geht um andere Entwicklungsziele, nicht um das Dorfgemeinschaftshaus“, beantwortete er die Frage eines Bürgers nach einer stärkeren Bezugnahme auf das Gebäude.

Bürger können Paten für Grünflächen werden

Bei der Unterhaltung der Projektfläche hofft die Gemeinde auf die Unterstützung der Bewohner, die als Paten die Pflege der neu entstandenen Flächen übernehmen könnten und „sich um ihren neuen, schönen Platz mit kümmern“. Um mehr Raum für die geplanten Bauarbeiten zu ermöglichen, fallen vier bis fünf Parkplätze direkt vor dem Bürgerhaus weg, sollen jedoch durch neue Parkbereiche auf dem Mehrzweckplatz ersetzt werden, teilten die Planer mit. Dieser Änderung stimmten die Anwesenden ebenfalls zu.

Generell kam das Konzept gut an bei der 15-köpfigen Steuerungsgruppe und erlangte nach kurzer kritischer Diskussion allgemeine Zustimmung. Mehrere Roßberger lobten die Umsetzung ihrer Ideen und erwarten nun gespannt das Votum der Bewilligungsstelle. Sollte auch diese ihr Okay geben, können die Planer die notwendigen Genehmigungen beantragen und mit dem Bau beginnen.

von Ina Tannert

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