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Mehr als 3000 Hilfsleistungen erbracht

Zehn Jahre Bürgerhilfe Ebsdorfergrund Mehr als 3000 Hilfsleistungen erbracht

Nachbarschaftshilfe in allen Ehren, die Bürgerhilfe hat in Ebsdorfergrundeine Nische besetzt, die älteren Menschen ein hohes Maß an Lebensqualität sichert und vor Vereinsamung schützt

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Ev Lenninger führte durch das Programm, Roswitha Stahringer-Brandenstein (rechts) erzählte über die Entwicklung des Vereins.

Quelle: Götz Schaub

Dreihausen. Vorbei die Zeiten, als in den Dörfern hauptsächlich Großfamilien wohnten, wo sich alle aufeinander verlassen konnten. Schon längst kennt nicht mehr jeder jeden im eigenen Dorf und in vielen Häusern wohnen nur noch ältere Menschen, zu zweit oder gar allein. Diese Entwicklung ließ Ebsdorfergrunds Bürgermeister schon vor zehn Jahren umtriebig werden. Als er von seiner Mutter, die in Maintal lebt, hörte, dass es dort einen Bürgerhilfeverein gebe, dachte er so bei sich, dass das auch die Antwort der Gemeinde im Grund sein könnte.

„Ich stellte die Idee damals in Roßberg vor und wurde eher milde belächelt. Das sei gut für die Stadt, aber auf dem Land helfe doch jeder jedem“, sagte Schulz während der Feier des Bürgerhilfevereins anlässlich des zehnjährigen Bestehens im Bürgerzentrum Dreihausen. Nun, es wurde der Versuch unternommen, einen Bürgerhilfeverein zu gründen und zu etablieren.

Den Vorsitz übernahm Roswitha Stahringer-Brandenstein. Seither ist sie in dieser Funktion tätig. „Ich wusste damals gar nicht genau, um was es an dem Versammlungsabend gehen sollte“, gab sie unumwunden zu, doch als ihr das Konzept klar wurde, war ihr Interesse geweckt. Und es fanden sich noch mehr Mitstreiter, die ein perfektes Team formten, das ordentlich was auf die Beine stellte. Und so wuchs nicht nur die Mitgliederzahl über die Jahre von 39 auf fast 400 an, auch die Angebote wurden für die Bedürfnisse der Menschen entwickelt. Die Zahl der Aufträge wuchs von 55 im ersten Jahr auf nunmehr 700 in 2013. Insgesamt wurden 3000 Aufträge, sprich Hilfeleistungen ehrenamtlich erbracht. Eine erste gesellige Anlaufstation wurde das Grundcafé, das 2006 im Bürgerzentrum Dreihausen einziehen durfte. Es folgten weitere feste Einrichtungen wie das einmal im Monat stattfindende gemeinsame Mittagessen ebenfalls im Bürgerzentrum oder Mensch-ärgere-dich-nicht-Turniere. Seit 2009 verfügt der Verein über ein eigenes Auto, mit dem vielen Menschen noch effektiver geholfen werden kann. Zum zehnjährigen Bestehen durften Roswitha Stahringer-Brandenstein und ihre Stellvertreterin Ev Lenninger, die am Festtag durch das Programm führte, eine durch und durch positive Bilanz ziehen, allerdings mit dem Vermerk, dass man noch nicht am Ende angekommen ist, sich der Verein also weiter entwickelt.

So ist ein Appell, weitere Helfer zu finden, durchaus auch Jugendliche und junge Erwachsene, die Besuchsdienste übernehmen, sprich älteren Menschen Gesellschaft leisten. Und ja, es wird weitere Entwicklungen geben, vielleicht gar noch eine kleine Revolution, denn mit dem Vorhaben der Gemeinde Ebsdorfergrund im Bürgerhaus Wittelsberg eine zentrale Anlaufstation für Senioren anzubieten, eröffnen sich auch für den Verein neue Betätigungsfelder.

An der Ausgestaltung des Programms anlässlich des zehnjährigen Bestehens beteiligten sich unter anderem die Kindergartenkinder aus Dreihausen, Zauberer Jonas Dietrich, die A-cappella-Gruppe StimmZoo aus Marburg, die Seniorentanzgruppe, die Mundharmonikagruppe und der MGV Dreihausen.

von Götz Schaub

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