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Mehr Griffigkeit für die Rother Höhe

Bundesstraße 3 Mehr Griffigkeit für die Rother Höhe

Nach behördlicher Definition ist es kein Unfallpunkt, der zu sofortigem Handeln zwingt. Dennoch wird zwischen den Anschlussstellen Roth und Fronhausen im Sommer die Fahrbahn der B3 saniert. Aus gutem Grund.

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Achtung, Gefahr bei Nässe und hoher Geschwindigkeit: Zwischen den B-3-Abfahrten Roth und Fronhausen muss die Fahrbahn in Richtung Gießen erneuert werden. Dort hatten sich zuletzt einige schwere Unfälle ereignet.

Quelle: Michael Agricola

Roth. „Wir haben festgestellt, dass die Fahrbahndecke inzwischen eine mangelnde Griffigkeit aufweist“, bestätigte der bisherige Hessen-Mobil-Regionalbevollmächtigte Willi Kunze der OP. Deshalb habe man sich entschlossen, zusätzlich zu den bereits vorgestellten Straßenerhaltungsmaßnahmen im Landkreis auch hier in diesem Jahr noch tätig zu werden.

Im vergangenen Jahr hatten sich auf dieser Strecke schwere Unfälle gehäuft, vor allem bei regennasser Fahrbahn und nicht angepasster Geschwindigkeit. Ein Tempo­limit lehnte die zuständige Hessen-Mobil-Zentrale damals auf OP-Nachfrage ab. Auch jetzt wird es kein Geschwindigkeitsgebot geben, so die Auskunft von Hessen Mobil - wohl aber Schilder, die auf Schleudergefahr bei Nässe hinweisen. Diese sollen in Kürze aufgestellt werden.

20 Jahre alte Fahrbandecke wird im Sommer saniert

Im Sommer soll dann der Fahrbahnbelag zwischen den Anschlussstellen Roth und Fronhausen saniert werden, ein genauer Termin und der Umfang steht noch nicht fest. Die Fahrbahndecke ist an dieser Stelle laut Hessen Mobil schon mehr als 20 Jahre alt. Betroffen von der mangelnden Griffigkeit ist aber nur dieses Teilstück und nur diese eine Richtungsfahrbahn, so Kunzes Auskunft. Über die Gründe dafür lasse sich nur spekulieren.

Allein zwischen dem 1. Januar und dem 31. Juli des vergangenen Jahres hatte die Marburger Polizei zwischen den Anschlussstellen Fronhausen und Argenstein auf einer Strecke von etwa fünf Kilometern sieben Verkehrsunfälle mit fünf Verletzten aufgenommen. Im August kamen zwei weitere hinzu, einer davon mit tödlichem Ausgang.

Hessen Mobil sieht keinen Bedarf für ein Tempolimit

Dies reichte bisher nicht aus, um eine Geschwindigkeitsbegrenzung anzuordnen. Dafür werde ein sehr strenger Maßstab angelegt, „wobei das Unfallgeschehen explizit zu untersuchen und nachzuweisen ist“, so eine Hessen-Mobil-Sprecherin damals gegenüber der OP. Alleinige Grundlage für eine solche Entscheidung ist die Zahl der Unfälle und die daraus abgeleitete Unfallrate, die die Zahl der Verkehrsunfälle mit der Straßenlänge und der mittleren Verkehrsstärke ins Verhältnis setzt. Geschwindigkeitsbeschränkungen seien nur gerechtfertigt, wenn „die besonderen Umstände das Risiko einer Beeinträchtigung erheblich übersteigen“, also wenn ohne Beschränkung eine deutlich erhöhte Unfallhäufigkeit bestehen würde.

Das sieht man an diesem Streckenabschnitt derzeit offenbar weiterhin nicht so. Weil die Gefahr vor allem bei Nässe besteht, reicht aus Sicht der Verkehrsbehörden bis zur Sanierung der Fahrbahnoberfläche der Warnhinweis auf Schleudergefahr bei Nässe und verschmutzter Fahrbahn aus.

von Michael Agricola

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