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Mehlschwalben ziehen in Fertighäuser

Wittelsberg Mehlschwalben ziehen in Fertighäuser

Neuen Wohnraum für48 Schwalbenfamilien gibt es seit dieser Woche am Feuerlöschteich in Wittelsberg. Und auch Fledermäuse können dort zukünftig ein neues Zuhause mitten im Ort finden.

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Oben: Mit Hilfe eines Krans montierte Oliver Wegener das Schwalbenhaus in luftiger Höhe. Links: Mit ihm freuten sich (von links) Gerhard Staubitz, Andreas Schulz, Anke Schmidt, Dietmar Schumann, Reiner Nau und Markus Albrecht.Fotos: Heiko Krause

Wittelsberg. Am Montag wurde das aufwendige Schwalbenhaus auf seinem vier Meter hohen Standort aufgesetzt. 48 Nester befinden sich daran, zudem gibt es vier Fledermauskästen.

Wie Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) erläuterte, stehe das im Rahmen der Dorferneuerung aufgestellte aufwendige Vogelhaus im Zusammenhang mit der Flurbereinigung, die wegen der 2006 fertiggestellten Umgehung für Wittelsberg und Rauischholzhausen nötig sei.

Bis 2020 werde sie etwa zwei Millionen Euro kosten, die ersten Maßnahmen würden derzeit umgesetzt, so Schulz. Wie Reiner Nau vom Teilnehmervorstand berichtete, liefen derzeit Arbeiten an einem Feldweg in der Gemarkung „In der Lache“. Mit der Flurbereinigung gehe es jetzt richtig los, sagte Markus Albrecht, Verfahrensleiter Flurbereinigung beim Amt für Bodenmanagement (AfB) Marburg. Durch die neue Straße seien zahlreiche landwirtschaftliche Flächen zerschnitten worden, dem nun unter anderem mit neuen Wegen Rechnung getragen werde.

Laut Auskunft von Bauamtsleiterin Anke Schmidt müssten in diesem Zusammenhang auch naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden, unter anderem werde eine Streuobstwiese angelegt. Und auch das Schwalbenhaus gehöre dazu, als Ausgleich für den Ausbau des Holzweges in Rauischholzhausen. Wie Schulz weiter ausführte, handele es sich um eine freiwillige Maßnahme der Gemeinde, die auch die gut 8000 Euro dafür trage.

Es sei bereits das 182. Schwalbenhaus, das er in ganz Deutschland aufstelle, sagte Oliver Wegener. Die Idee sei entstanden, als in seinem Heimatort Krofdorf-Gleiberg das Feuerwehrgerätehaus renoviert werden musste und Schwalbennester im Weg waren. Im Frühjahr werde es schnell gehen, bis Schwalben einziehen würden. „Wir haben langfristige Mietverträge“, scherzte er.

Möglich sei es auch, dass die Vögel weitere Nester selbst dazu bauten. Gedacht sei das Vogelhaus für Mehlschwalben, die ihre Nester außen an die Häuser setzten, sagte Landschaftspfleger Dietmar Schumann vom AfB.

Aufgrund zunehmender Bodenversiegelung würden die Vögel oft nicht mehr genug Lehm für ihre Nester finden. „Jetzt können sie praktisch in ein Fertighaus einziehen. Die Pflege und Reinigung übernimmt die Freiwillige Feuerwehr Wittelsberg. Wie Vereinsvorsitzender Gerhard Staubitz betonte, biete es sich durch den Standort Löschteich mit angrenzendem Feuerwehrgerätehaus an: „Wir sind ja praktisch Nachbarn.“

von Heiko Krause

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