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„Man trifft sich im Himmel wieder“

Thema Tod und Trauer „Man trifft sich im Himmel wieder“

Im Vorfeld des Totensonntags haben sich Viertklässler der Grundschule Dreihausen einen Vormittag lang mit dem Thema Tod und Trauer auseinandergesetzt.

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Im Stuhlkreis tauschten sich die Dreihäuser Viertklässler ihr Wissen über den Tod aus. Pfarrerin Angelika Kaese (rechts) und Autorin Susanne Maibaum gaben ihnen Hilfestellungen, mit diesem Thema umzugehen.

Quelle: Heiko Krause

Dreihausen. Eingeladen waren die Autorin Susanne Maibaum aus Roßberg und Pfarrerin Angelika Kaese. Wie Schulleiterin Hanna Homberger berichtete, würden viele Kinder vom Thema zu Hause oft ferngehalten. Sie habe immer wieder gehört, dass sie beispielsweise nicht auf Beerdigungen mitgenommen würden, gleichwohl es sie durchaus interessieren würde. Und dies machten die Gespräche später auch deutlich.

Der Tod werde zwar auch immer im Religionsunterricht angesprochen, mit dieser Veranstaltung solle die Thematik aber intensiviert werden.

„Wir beschäftigen uns heute mit einem ernsten und auch traurigen Thema“, betonte Kaese in Richtung der Grundschüler. Aber der Tod gehöre nun einmal zum Leben. Zu Beginn sollten die Kinder erzählen, wie sie bereits mit ihm in Kontakt gekommen seien. Bei vielen waren es traurige Verluste von Haustieren, ein Schüler berichtete, seine Uroma sei gestorben, weil sie die falschen Medikamente bekommen habe, ein anderer „meine Oma ist gestorben, als ich noch ein Baby war“. Es werde in den Familien also durchaus darüber gesprochen, befand die Pfarrerin.

„Wenn ein Mensch gestorben ist, dann braucht man etwas, dass es innen wieder etwas heller wird“, so Kaese. Dafür zündet man eine Kerze an und denke an den Verstorbenen. Auf die Frage, warum einem dann ein Lächeln ins Gesicht kommen könne, obwohl man doch eigentlich traurig sei, wenn ein Mensch oder ein Tier gestorben ist, darauf hatten die Kinder bereits einige Antworten. „Sie hatten vorher eine schöne Zeit“, „es gab schöne Begegnungen“, oder „vielleicht geht es ihnen im Himmel gut“. Ein Mädchen ging noch weiter in die Zukunft: „Wenn man selber stirbt, dann trifft man sich im Himmel wieder“.

Als Symbol für das Ablaufen des Lebens wurde ein Wecker herumgegeben, wie er im Buch von Susanne Maibaum eine Rolle spielt. Sie las einige Passagen aus „Was passiert mit Hilde Mück“, die dort stirbt. Homberger berichtete, dass das Werk sehr kindgerecht mit dem Tod umgeht.

Es sei ein Klassensatz angeschafft worden, der im Unterricht weiterbearbeitet werde.

Zum Abschluss konnten die Kinder noch alles fragen, was sie über Tod, Sterben und Trauer wissen wollten. Was passiere mit den Menschen, stimme es, dass sie in Kühlhäuser kommen oder warum würden Leichen eingefroren. Wo kommen denn die Toten vor der Beerdigung hin, worauf teilweise auch die Mitschüler eine Antwort wussten: in die Leichenhalle auf dem Friedhof. Man merke, dass Familien unterschiedlich ihre Kinder heranführten, so Kaese abschließend. Während einige wie Homberger berichtet hatte, geradezu ferngehalten würden, würden andere durchaus beispielsweise bei der Grabpflege mitarbeiten, bei Tierbeerdigungen waren in jedem Fall die kleinen Besitzer alle dabei, wenn Hamster oder Hase im heimischen Garten seine letzte Ruhestätte fand.

von Heiko Krause

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