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Lobende Worte für liebenswerten Mann

Pfarrer Schmank geht in Ruhestand Lobende Worte für liebenswerten Mann

Bischof Heinz-Josef Algermissen hat Geistlichen Rat Pfarrer Hans-Ludwig Schmank mit 75 Jahren auf eigenen Antrag hin in den Ruhestand versetzt.

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Die Konzelebranten von links Diakon Togar Pasaribu, Pfarrer Klaus Nentrich, Dr. Willi Paulo Link, Pfarrer Hans-Ludwig Schmank, Dechant Franz Langstein, Pater Hadrian Koch und Diakon Gerold Schlinkert.

Quelle: Ingrid Lang

Fronhausen. Während des feierlichen Einzuges der Ministranten und der Konzelebranten erklang vom evangelischen Posaunenchor Lohra das „Menuett“ von Georg Friedrich Händel zum Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Hans-Ludwig Schmank.

Umrahmt wurde der Festgottesdienst zudem mit einigen Liedern des katholischen Kirchenchors Fronhausen unter der Leitung von Alois Blechinger. Im November 1978 trat er als 39-Jähriger die Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Frohnhausen-Lohra an. In den 36 Jahren habe der Pfarrer tiefe mitmenschliche Spuren hinterlassen, sagte Dr. Rüdiger Nierwetberg vom Pfarrgemeinderat. Er habe das Leben in den Gemeinden geprägt, Freude ausgestrahlt. Man habe immer in das lachende Gesicht des Pfarrers geschaut und jeder kenne die grüßende Hand. Die Botschaft „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ habe Schmank stets selbst vorlebend vermittelt.

Drei Themen bewegten ihn stark und seien stets wichtig für Schmank gewesen. Zum einen sei dies die Hoffnung, die er in den Mittelpunkt stellte, denn er sagte immer „mit dem Friedhof und dem Grab sei die Endstation nicht erreicht“.

Ein weiterer Punkt sei der soziale Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, für den sich der Pfarrer wie beim Arbeitskreis für Menschenrechte in Lohra, aber auch für die Brasilienhilfe einsetzte. Als letztes nannte Nierwetberg die ökumenische Verbindung. Diese sei vor Ort Wirklichkeit geworden, das könne man heute bei der Verabschiedung sehen. Mit Schmank gehe eine Ära zu Ende, die auch für Wehmut im Gepäck sorge.

Dechant Franz Langstein, der dem scheidenden Pfarrer die Entlassungsurkunde überreichte, warf die Frage auf, wie man das, was Schmank getan habe, würdigen solle. „Deine Ausstrahlung kam aus einem liebevollen Herzen und deine Menschenfreundlichkeit wird durch Christus Jesus widergespiegelt. Du warst Vorbild für uns Alle und man spürte die Wärme in deiner Nähe. Deinen Dienst hast du fünf Jahre länger versehen und dafür danken wir herzlich.“ Zu den Konzelebranten gehörten neben Langstein, Pfarrer Klaus Nentrich (beide Marburg), der Studienkollege Dr. Willi Paulo Link (Missionar in Brasilien), Pater Hadrian Koch (Franziskanerorden), Diakon Gerold Schlinkert (Gladenbach) und Diakon Togar Pasaribu (Bad Hersfeld). Nach dem Festgottesdienst gab es eine Sektempfang im Foyer, und in der Zwischenzeit bauten fleißige Helfer den Saal zur Kaffeetafel um. Bevor die Grußworte begannen verabschiedeten sich viele Gläubige persönlich von dem beliebten Pfarrer. An das gute Miteinander in über 30 Jahren erinnerte Pfarrer i.R. Manfred Meister (evangelische Kirchengemeinde Fronhausen). Dazu zählten die Friedensgebete, Veranstaltungen in den Altenheimen und Schulen, die Kirmesgottesdienste und die 850-Jahr-Feier Fronhausens. Schmank sei Anstifter zum Frieden und Glauben. Ihm gebühre Respekt und Dank. Pfarrer Jens Heyden (Lohra), Pfarrer Dr. Dr. Hermann-Josef Wagener (katholische Kirchengemeinde Gladenbach) und Pfarrer i.R. Wilhelm Heermann fanden nur lobende Worte für Schmank.

Pascal Weiand von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde dankte für die ökumenische Wärme, die freundliche und respektvolle Art, „die auch wir am Rande der Gemeinde Hassenhausen abbekommen haben“. Zudem würdigten Pfarrer Jonathan Schwarz, Pfarrer i.R. Herwig Klein (beide Lohra), Pfarrer Uwe Duwe (Roth-Argenstein), Pfarrer Martin Drusel (Niederwalgern), der Kirchenchor sowie Lehrer der Grundschule Fronhausen die sich mit dem irischen Segen bedankten den scheidenden Pfarrer. Bürgermeister Reinhold Weber dankte Schmank auch im Namen der örtlichen Vereine und Organisationen für die vorbildliche Arbeit, die er geleistet habe. Lohras Bürgermeister Georg Gaul betonte, dass die Arbeit zwischen Kirche und den politischen Gremien nur gelingen könne, wenn man glaubwürdig sei. Bei Schmank habe er in Gesprächen auch mal seinen Dampf ablassen können. Gaul dankte dem Pfarrer für die gute Mitarbeit und das große Engagement im Seniorenrat und im Arbeitskreis für Menschenrechte. Immer habe Schmank Verständnis für die Probleme der Menschen gehabt, betonte Lohras Alt-Bürgermeister Hermann Brandt. Schmank zeigte sich erfreut und gerührt zugleich von den über 20 Grußworten und der Würdigung die ihm entgegengebracht wurde.

n Mit dem Ausscheiden von Pfarrer Schmank wird die Stelle in Fronhausen und Lohra nicht neu besetzt werden. Die beiden Kirchengemeinden werden durch das Pfarramt St. Johannes der Täufer (Kugelkirche) in Marburg betreut. Die heilige Messe findet im Wechsel in Fronhausen und Lohra statt und wird von Privatdozent Dr. Joachim Negel übernommen. Die Sprechstunde und Werktagsgottesdienste übernimmt Pfarrer Langstein.

von Ingrid Lang

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