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Lilia Buss möchte für ihre Enkel da sein

Typisierungsaktion Lilia Buss möchte für ihre Enkel da sein

Leukämie ist eine jener gefährlichen Krankheiten, mit denen man als Betroffener offensiv umgehen sollte. Denn je mehr Menschen sich typisieren lassen, desto höher sind für alle Erkrankten die Aussichten auf eine Lebensrettung.

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Lilia Buss mit zwei von insgesamt vier Enkelkindern. Gern möchte sie diese noch aufwachsen sehen.

Quelle: Privatfoto

Fronhausen. Lilia Buss ist 58 Jahre alt und stolze vierfache Oma. Die beiden Kinder ihres Sohnes Alexander Buss fühlen sich bei ihr geborgen. Sie haben keine Idee davon, dass sich dies plötzlich ändern könnte. „Meine Mutter ist an Leukämie erkrankt“, sagt Alexander Buss. Weil bisher noch kein geeigneter Knochenmarkspender gefunden werden konnte, hat sich die Familie in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei dazu entschlossen, eine Typisierungsaktion zu veranstalten, um die Zahl möglicher Spender zu erhöhen (siehe Hintergrund). „Vielleicht findet sich ja auch jemand direkt hier in unserer Region“, sagt Alexander Buss.

Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, weiß er, dass diese Aktion vielleicht dazu beitragen kann, einem anderen Erkrankten zu helfen und dass Typisierungsaktionen an anderen Orten auch die Chancen seiner Mutter erhöhen, einen Spender zu finden. Für Fronhausens Bürgermeister Reinhold Weber war es keine Frage, dass er jegliche Unterstützung zusagte. Alexander Buss ist für ihn auch nicht irgendein Bürger, er kennt ihn sogar sehr gut, weil er im Bauhof der Gemeinde beschäftigt ist.

„Es ist selbstverständlich, sich zu beteiligen. Wichtig ist zu wissen, dass jeder Mensch der Lebensretter eines an Leukämie Erkrankten sein kann. Ich denke, jeder, der in eine solche Situation gerät, wäre froh, eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung zu bekommen“, sagt Weber.

Seit ihrem 17. Lebensjahr ist Lilia Buss aktive Blutspenderin. Nie hätte sie gedacht, dass sie selbst einmal auf fremde Hilfe angewiesen sein würde. Nun ist sie es. Und die Hilfsbereitschaft ist groß.

Bei der Typisierungsaktion wird es eine Cafeteria geben, für Familien und Kinder ist ein Zauberer vor Ort. Auch werden viele Menschen da sein, die aus beruflichen Gründen Praxis darin haben, anderen Menschen Blut abzunehmen. Laut Alexander Buss wird seine Mutter die Veranstaltung auch besuchen, „Vielleicht nicht die ganze Zeit, aber sie wird auch mal da sein“, sagt der Sohn. Obwohl sie sich über die Anteilnahme sehr freut, habe sie manchmal den Eindruck, dass ihr übertriebenes Mitleid entgegengebracht wird – das möchte sie allerdings nicht.

Mit ihrem Ehemann Johan hat Lilia Buss drei Kinder großgezogen. Die vier Enkel sind ihre größte Motivation, um den Kampf gegen ihre Krankheit zu gewinnen. Lilia Buss will alles investieren, um ihre Enkelkinder weiter aufwachsen zu sehen. Sie sagt: „Ich will leben!“ Und sie hat noch einen großen unerfüllten Traum – sie möchte einmal in ihrem Leben in die Karibik fliegen.

Die Typisierungsaktion findet am Samstag, 4. Juni, von 10 bis 16 Uhr in der Grundschule Fronhausen, Salzbödener Weg 11 bis 13 statt. Mehr Informationen zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei gibt es im Internet unter www.dkms.de.

von Götz Schaub

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