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Liebe über Konfessionen hinaus – seit 60 Jahren

Diamantene Hochzeit Liebe über Konfessionen hinaus – seit 60 Jahren

Anfang der 1950er-Jahre lernten sich Isolde und Fritz Heckmann auf dem gemeinsamen Arbeitsweg kennen – und der führte, wenn auch über einige Hürden, ins langjährige Eheglück. Heute feiert das Paar diamantene Hochzeit.

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Im warmen Wintergarten halten sich Isolde und Fritz Heckmann aus Rauischholzhausen am ­liebsten auf. Heute feiert das Paar diamantene Hochzeit.

Quelle: Ina Tannert

Rauischholzhausen. Zufrieden sitzt das Ehepaar Heckmann im eigenen, warmen Wintergarten, der Blick von ihrem Lieblingsplatz führt direkt in den Vorgarten, wo die ersten Blumen blühen und die Sträucher langsam knospen. Auf den Frühling haben sie sich lange gefreut – noch mehr auf ihren heutigen großen Tag, an dem sie auf 60 Ehejahre zurückblicken.

Für ihren Lebensabend bauten sie sich ein großzügiges Haus in Ebsdorfergrund, etwa ein Drittel ihrer Ehe verbrachten der heute 86-Jährige und seine vier Jahre jüngere Gattin jedoch in Marburg. Dort trafen sie auch zum ersten Mal aufeinander, beim Busbahnhof in der Nordstadt. Fritz Heckmann pendelte aus Rauischholzhausen, Isolde aus Albshausen in die Stadt.

„Er lief immer mit, aber nur wenn ich dabei war“

Zufälligerweise arbeiteten sie im selben Gebäude in der Alten Kasseler Straße, den Weg zur Arbeit legten sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen zurück. Der Gruppe junger Damen rund um die junge Näherin schloss sich auffällig oft der junge Schriftsetzer-Lehrling an: „Er lief immer mit, aber nur wenn ich dabei war“, erinnert sich Isolde Heckmann schmunzelnd.

War sie einmal krank, ging er alleine zur Arbeit. „Ich bin ihr quasi wortwörtlich hinterhergelaufen, da bändelte sich etwas an“, erzählt der Rentner lachend. Gemeinsam tanzten die beiden, besuchten Volksfeste oder fuhren auf dem Motorrad durch das Land.

Mit der jungen Liebe waren jedoch nicht alle aus ihren Familien einverstanden. Der Stein des Anstoßes war die Konfession: Er ist evangelisch, sie katholisch. „Das war damals noch ein Problem“, weiß Isolde Heckmann. Zudem eröffnete ihr Vater eine Fleischerei, wünschte sich lieber einen Metzger für seine einzige Tochter, der einmal den Familienbetrieb übernehmen sollte.

Zusammenhalt gegen den Willen der Familie

Das war dem verliebten jungen Paar herzlich gleich, sie setzten sich gegen den Willen der Familie und alle Stolpersteine auf ihrem Weg durch. „Wir haben zusammengehalten, wir liebten uns doch und das heute immer noch“. Nach vier langen Verlobungsjahren heirateten sie am 2. April 1956.

Neben einem regen Arbeits- und Familienleben genossen beide stets die gemeinsamen Hobbys. In der Freizeit ging das aktive Paar wandern, reiste durch das ganze Land und besuchte besonders gerne die Nordsee-Inseln oder das Allgäu. Die Reiselust gaben sie an ihre drei Söhne weiter, im Urlaub fuhr die ganze Familie an die Adria, auf die Kanaren oder wanderten durch Tschechien. „Wir waren immer viel und gerne unterwegs“, erinnert sich Isolde Heckmann.

Ihre Freizeit gestalten sie heute im liebevoll gepflegten Garten oder am Computer. Auch im hohen Alter ist Fritz Heckmann technisch versiert, hat das Handy stets griffbereit und sitzt gerne am PC. Schon im Beruf musste er sich immer auf den neuesten Stand bringen, arbeitete über 50 Jahre als Schriftsetzer bei verschiedenen Druckereien und erlebte den technischen Wandel – von der früheren Druckform mit alten Bleilettern hin zum digitalen Schriftsatz der Medientechnik.

60 schöne Ehejahre mit nur wenigen Streitereien

Ihre lange gemeinsame Zeit kann das glückliche Ehepaar ganz einfach beschreiben: „Viele schöne und gute Jahre.“ Dazu gehörte zwar auch die ein oder andere Meinungsverschiedenheit – zu Streitereien kam es jedoch äußerst selten, erzählen beide. „Wenn es mal laut wird, geht man sich eben aus dem Weg, die meisten Unstimmigkeiten sind sowieso belanglos“, weiß Fritz Heckmann.

Ihr Rat für eine erfolgreiche, lange Ehe? „Gegenseitiges Vertrauen ist wichtig“, sagt der Ehegatte sofort. Dem kann seine Isolde lächelnd zustimmen. Heute freuen sich beide auf ein großes Familientreffen. Zahlreiche Geschwister, ihre Söhne und Enkel haben sich angekündigt, um gemeinsam mit den stolzen Jubilaren diamantene Hochzeit zu feiern.

von Ina Tannert

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