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Lernort ohne Wände, Tür und Fenster

Das grüne Klassenzimmer Lernort ohne Wände, Tür und Fenster

Ein Ort zum Lernen, Chillen oder Grillen. Nach rund zwei Jahren Bauzeit konnte die Gesamtschule Ebsdorfer Grund ihr grünes Klassenzimmer im Schulgarten einweihen.

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Der brandneue Grill mitten im Freiluft-Klassenzimmer der Gesamtschule Ebsdorfer Grund wurde von den Schülern entworfen. Kurz vor den Herbstferien weihten Schüler und Lehrer das „grüne Klassenzimmer“ ein.

Quelle: Ina Tannert

Heskem. Es wirkt eher wie eine gemütliche Freizeit-Oase zum Entspannen, statt wie ein ernster Lehr- und Lernort. Beides trifft auf das frisch gebackene „grüne Klassenzimmer“ der Gesamtschule Ebsdorfer Grund zu.

Zwei große Sonnensegel überspannen die umfangreiche, 80 Quadratmeter große Holzterrasse, die jede Menge Raum für verschiedenste Veranstaltungen oder Aufführungen zulässt. Zahlreiche Basaltsteine bieten Sitzgelegenheiten auf verschiedenen Höhen, ein kunstvoll gestaltetes „Grillpult“ lädt zum Anfeuern ein.

Mit einer kleinen Feier weihten am vergangenen Mittwoch Schüler und Lehrer bei strahlendem Sonnenschein ihr neues Klassenzimmer mitten im Schulgarten der Gesamtschule ein. Musikalisch begleitet wurde das Fest von der hauseigenen Schulband. „Wir haben hier ein neues, ein besonderes Klassenzimmer, das die vorhandenen sinnvoll ergänzt“, zeigte sich Schulleiter Lothar Potthoff begeistert über die Fertigstellung des zweijährigen Kooperationsprojekts und lobte das große Engagement der beteiligten Schüler.

Der Bau des grünen Klassenzimmers wurde als schulformübergreifendes Gemeinschaftsprojekt mit der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) zum Großteil von den Schülern organisiert und durchgeführt. „Sie haben alles selber gemacht und das toll hinbekommen“, betonte Norbert Glänzer, Fachlehrer an der ARS.

Monatelang verbrachten die Jugendlichen der achten und neunten Klasse aller Schulformen mit der Organisation ihres Klassenzimmers, verlegten, bauten, hämmerten und schweißten die einzelnen Teile, begleitet von Fachleuten, selber zusammen und überwachten die Koordination der einzelnen Bauabschnitte.

„Von der Förderschule bis zum Gymnasium - alle Abteilungen haben sich beteiligt, entstanden ist ein tolles Inklusionsprojekt mit Bestand“, lobte auch Andreas Ramroth, Klassenleiter der Förderschule des Ebsdorfergrunds. Verschiedene Firmen aus der Region lieferten die Baustoffe und übernahmen nur einige wenige Spezialarbeiten. Unterstützt wurde das Projekt von dem Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit sowie dem Landkreis, der etwa die beiden stabilen Sonnensegel stiftete.

Im Rahmen des Projekts Berufsschule-Förderschule (BeSo) besteht seit einiger Zeit ein reger Austausch zwischen den beiden Institutionen. Schule und Beruf lasse sich auf diesem Weg sehr gut miteinander verbinden, erklärte Lehrerin Kirsten Pfeiffer.

Die Schüler der Förderstufe nehmen regelmäßig am praktischen Unterricht der ARS teil und lernen auf diese Weise erstmals verschiedene Arbeitsabläufe kennen. So auch bei dem Bau des grünen Klassenzimmers, bei dem die Schüler sämtlicher Schulformen ihre praktischen Kenntnisse in den verschiedensten Handwerken erfolgreich erweitern konnten.

Insgesamt entstanden Kosten von rund 10000 Euro, die über Sponsoren und Fördermittel, etwa die des Netzwerks „starke Schule“ bereit gestellt werden konnten, bei dem sich die Initiatoren erfolgreich beworben hatten.

Den neu entstandenen Raum will die Schule ab sofort für verschiedene Veranstaltungen, Aufführungen, Unterricht an heißen Sommertagen oder zum Grillen und Entspannen nutzen. „Wir sind sehr zufrieden, das grüne Klassenzimmer wird schon jetzt mehr als gut angenommen“, lobte Potthoff.

von Ina Tannert

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