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Leben und arbeiten für zweite Chance

Rettungsarche Leben und arbeiten für zweite Chance

Mit Disziplin und Arbeit, mit Herz und nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ will das Sozialwerk Rettungsarche suchtkranken Straftätern einen Weg zurück in die Gesellschaft ebnen.

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Gemeinschaft und Arbeit für ein neues, drogenfreies Leben: die Bewohner des Haupthauses der Rettungsarche in Dreihausen stellen gemeinsam mit der Vorsitzenden Lina Vogel (Mitte) und Stellvertreter Waldemar Bechler (dritter von rechts, hintere Reihe) ihren Zweckbetrieb vor. Für einen Ausbau der anerkannten Therapieeinrichtung ist die Initiative auf Spenden angewiesen.

Quelle: Ina Tannert

Dreihausen. Gemeinschaft, Arbeit und Therapie für ein drogenfreies Leben mit Zukunft. Als eine Art Lebensschule setzt sich der Verein Rettungsarche seit über zehn Jahren für suchtkranke Menschen ein und bereitet diese auf einen geregelten Alltag vor.

Im Rahmen einer sozialen Betreuung setzt die Initiative auf das Prinzip „Therapie statt Strafe“, erklärt Lina Vogel, Leiterin der Rettungsarche. Seit dem Jahr 2003 arbeitet der Verein als Selbsthilfegruppe für Süchtige mit Migrationshintergrund. Vor rund fünf Jahren wurde die Organisation vom Hessischen Sozialministerium als Drogentherapieeinrichtung anerkannt. Seitdem haben suchtkranke Menschen die Möglichkeit im Rahmen eines Therapieprogramms innerhalb der Wohngemeinschaften der Initiative ein suchtfreies Leben zu erlernen.

Heute verfügt die Rettungsarche dank großzügiger Spenden, Schenkungen und der Unterstützung anderer Hilfsorganisationen über drei Häuser. Im Haupthaus der Initiative in Dreihausen leben und arbeiten zurzeit 25 suchtkranke Männer mit Migrationshintergrund in einem landwirtschaftlichen Zweckbetrieb. Für mindestens zwölf Monate nehmen die Männer zwischen 20 und 40 Jahren an einer Suchttherapie teil, parallel dazu findet eine schulische oder berufliche Ausbildung statt. Nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ arbeiten und leben die Bewohner auf den Höfen und in den Zweckbetrieben gemeinsam mit ihren Betreuern, in der Regel erfolgreich therapierte Süchtige, die jederzeit vor Ort sind. Sämtliche Suchtmittel sind verboten. „Wir legen großen Wert auf eine individuelle Betreuung, auf Disziplin und Organisation“, erklärt die Vorsitzende. Bereits länger in der Gemeinschaft lebende Männer helfen und unterstützen die Neuankömmlinge. Pflichten und Arbeiten werden gemeinsam geplant und entsprechend den Fähigkeiten der Betreuten selbstverantwortlich übernommen und ausgeführt. „Wir haben hier eine enge Gemeinschaft wie in einer Großfamilie“, lobt die Theologin ihre „Jungs“.

Männer verfügen über handwerkliche Fähigkeiten

Die Rettungsarche finanziert sich durch Sozialleistungen der Bewohner und Erträge aus den Zweckbetrieben. Darüber hinaus ist die Organisation auf Spenden und Zuwendungen angewiesen. Mittlerweile werden die finanziellen Mittel knapp. Den Unterhalt des Hofes kann sich die Initiative gerade so noch leisten, „alles darüber hinaus ist nicht drin“, errechnet die Vorsitzende. Aus finanziellen Gründen muss mittlerweile auf wichtige Sprachkurse verzichtet werden. Für einen weiteren Ausbau der Therapieeinrichtung sowie notwendige Renovierungsmaßnahmen des Haupthauses sucht die Rettungsarche nach weiteren Förderern. „Wir haben einen lebendigen, organisierten Hof und möchten diesen gerne weiter ausbauen“, erklärt Vogel. Dabei fehle es dem Betrieb nicht an qualifizierten Handwerkern. In der Therapiegemeinschaft leben zahlreiche ausgebildete Elektriker, Maler, Fließenleger oder Landschaftsgärtner, die in den Zweckbetrieben arbeiten und Aufträge wie Maler-, Reinigungs- und Gartenarbeiten, Raumausstattung oder Lieferdienste ausführen. Es fehlt jedoch an finanziellen Mitteln für Baustoffe für eine Instandsetzung des Hofes. Daneben plant die Einrichtung den Bau eines Hofladens für den Verkauf der erwirtschafteten Produkte. Ein großer Wunsch der Initiative wäre zudem eine schulische Kooperation rund um Themen wie Suchtprävention, Hofleben und Tierwelt. Unter anderem betreut die Gemeinschaft zu diesem Zweck neben den Schweinen, Kälbern, Geflügel und Kaninchen des Hofes in einer eigens eingerichteten „Zoo-Ecke“ Fasane, Tauben sowie einen Pfau.

Weitere Infos unter 0 6424/928206 oder unter www.rettungsarche.eu

von Ina Tannert

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