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Leben in einer „Alten-WG"

Neujahrsempfang Leben in einer „Alten-WG"

Mit der älter werdenden Gesellschaft hat sich die Gemeinde Ebsdorfergrund beim Neujahrsempfang im neuen Grundtreff in Wittelsberg beschäftigt.

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Wie Udo Jürgens stilecht im Bademantel: Der gemischte Chor von Wittelsberg umrahmte das Programm mit dem Lied „Ich war noch niemals in New York“.

Quelle: Patricia Grähling

Wittelsberg. Mehr als 600 Gäste drängten sich beim Neujahrsempfang in den neuen Grundtreff und die Halle im Wittelsberger Bürgerhaus. Sie feierten mit der Gemeinde den Umbau des Gebäudes und mit der Raiffeisenbank Ebsdorfergrund deren 125. Geburtstag. Zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft, der Wirtschaft und den Nachbarkommunen waren dabei und lernten die neuen Räume kennen. Als Gastredner stellte Dr. Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister von Bremen, sein besonderes Wohnkonzept vor: Er lebt in einer „Alten-WG“.

Scherf (Foto: Grähling) erzählte, dass er und seine Frau erst Mitte 40 gewesen seien, als die Kinder aus dem Haus waren. Das Haus war zu groß, die Kinderzimmer standen leer. Da haben sie mit Freunden beschlossen, sich gemeinsam ein Haus zu suchen, in dem sie leben wollen, bis sie sterben. Das ist 29 Jahre her. „Mehrere Generationen sind in so einer WG wichtig, sonst sitzen die Alten nur zusammen und reden über ihre Gebrechen“, sagte Scherf mit einem Lachen.

Auch Ebsdorfergrund sei gut aufgestellt mit dem neuen Grundtreff und dem bestehenden Bürgerhilfeverein. Scherf gab dennoch viele Tipps. Er riet, die älteren Generationen einzubinden. Denn Rentner seien heute vital, unternehmungslustig, viele seien finanziell gut versorgt. „Diese Chancen muss man nutzen.“ Viele gäben ihr Geld und ihre Zeit gerne für Projekte, die sie interessieren, brächten sich mit Kreativität ein.

Gemeinde investiert in den Grundtreff

Erste Beigeordnete Elisabeth Newton bezeichnete den Grundtreff und andere innovative Ideen als Beleg dafür, welchen hohen Stellenwert der demografische Wandel in der Gemeinde habe. Während andere Kommunen Bürgerhäuser schließen, hat Ebsdorfergrund in Wittelsberg kräftig in den neuen Grundtreff investiert: Laut Newton kostete der Umbau 750.000 Euro, 312.000 Euro kamen über Förderungen hinzu. Die Angebote, die es ab März im Grundtreff geben soll, werden an einem Tag der offenen Tür am 27. September von 11 bis 17 Uhr vorgestellt. „Wir werden in Sachen Seniorenarbeit noch viel Furore machen“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz.

Das Programm umrahmten musikalische Beiträge: So sorgten etwa der Gesangverein Liederkrank Wittelsberg und die Schulband der Gesamtschule Ebsdorfer Grund für Unterhaltung. Zum Abschluss des offiziellen Teils zeigte die Seniorengruppe um Anni Wagner einige traditionelle Tänze.

von Patricia Grähling

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