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Landwirt bekennt sich

Ast-Massaker Landwirt bekennt sich

Nachdem er an zehn Bäumen mit der Motorsäge einseitig die voll mit Obst behangenen Äste abgesägt hatte, bekannte sich ein Landwirt zu seiner Tat.

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Nur noch zur Straßenseite hin verfügt dieser Zwetschenbaum über Äste. Feldseitig schnitt ein Landwirt die voll mit Obst behangenen Zweige an diesem und neun weiteren Bäumen unerlaubt ab.

Quelle: Carina Becker

Wenkbach. „Dieser Mann ist sonst ein anständiger Mensch, deshalb habe ich jetzt auf die Anzeige bei der Polizei verzichtet“, sagt Thomas Birk. Der Pächter der kleinen Obstbaum-Allee an der Kreisstraße 60 hatte in der vergangenen Woche in einem OP-Bericht über den unerlaubten feldseitigen Kahlschlag an zehn Zwetschen- und Apfelbäumen bei Wenkbach informiert und um Hinweise gebeten. Und diese kamen prompt, wie Birk der OP nun berichtet. „Schon am Samstag rief mich eine Frau aus Niederwalgern an – ihr Mann hatte einen Landwirt beobachtet, wie er mit der Motorsäge die Äste abtrennte.“

Nachforschungen führen zu Landwirt

Birk stellte nach diesem Hinweis weitere Nachforschungen an. „Das an die Obstbäume angrenzende Feld ist verpachtet, und der Pächter war es, der mit der Motorsäge gesichtet wurde.“ Weitere Detektivarbeit war dann nicht mehr nötig. Der Landwirt beseitigte auf den Zeitungsartikel hin den Astschnitt und meldete sich am Sonntag bei Birk. „Er wollte, dass wir die Sache klären“, berichtet Birk, der findet, dass dies nicht so einfach gehe. „Es ist ja ein großer Schaden entstanden und nur schwer zu verstehen, dass man Äste unerlaubt abschneidet, wo sie angeblich aufs Feld ragten und dort bei der Arbeit störten.“

So gibt Birk wieder, was der Landwirt ihm zur Begründung vorgetragen habe, und will dies nicht gelten lassen. „Die Grenze vom Feld war längst überschritten, bis an die Baumwurzeln heran gemäht“, sagt er und drängt darauf, dass die Grenze wiederhergestellt wird.

Obsternte fällt viel kleiner aus als erwartet

Mit dem Landwirt, dem Landkreis als Eigentümer der Bäume, mit der Straßenverkehrsbehörde als Anlieger und mit einem Baumsachverständigen will Birk ein Treffen an der Kreisstraße anberaumen. „Dann muss geklärt werden, wie es weitergehen soll mit den Bäumen“, sagt er und lässt anklingen, dass auf den Landwirt Schadenersatzzahlungen zukommen könnten.

Denn Birk als Pächter will entschädigt werden – seine Obsternte fällt sehr viel kleiner aus als erwartet. Womöglich fordert auch der Kreis als Eigentümer der Bäume einen Schadenersatz – und dann könnte noch ein Bußgeld auf den Verursacher zukommen. Bleibt noch die Frage: Was passiert mit den Bäumen? Sowohl eine Aufarbeitung als auch eine Neupflanzung verursacht Kosten, die schätzungsweise an dem Verursacher hängenbleiben.

von Carina Becker

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