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Landkreis verschenkt die Streit-Brücke

Einigung Landkreis verschenkt die Streit-Brücke

Der Landkreis und die Gemeinde Fronhausen haben die Diskussion um die marode Holzbrücke zwischen Bellnhausen und Sichertshausen beigelegt. Beide Seiten bringen sich in den Neubau tatkräftig ein.

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Gemeinsame Freude über das Ende eines jahrelangen Streits: Radfahrerin Gisela Welker (von links), Fronhausens Bauamtsleiter Michael Esken, der Erste Beigeordnete der Gemeinde, Lothar Mücke, Bürgermeister Reinhold Weber, der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow und seine Mitarbeiterin Jutta Herrmann stehen vor der gesperrten Holzbrücke zwischen Bellnhausen und Sichertshausen.
Im September soll sie erneuert den Fahrradfahrern und Fußgängern zur Verfügung stehen.

Quelle: Patricia Kutsch

Fronhausen. Knapp zweieinhalb Jahre dauert der Streit um die Fußgängerbrücke zwischen den beiden Fronhäuser Ortsteilen nun schon an, doch eine Lösung ist seit gestern unterschrieben: Der Landkreis übergibt den Fußweg samt zugehöriger Brücke in die Verantwortung der Gemeinde Fronhausen - und zahlt als Ablöse für die ordnungsgemäße Instandsetzung 20 000 Euro. Das Geld nutzt die Gemeinde, um die Brücke neu zu bauen.

Wie Bürgermeister Reinhold Weber erklärt, wird der Neubau zudem günstiger, weil der Landkreis die planerischen Vorarbeiten übernommen habe und die Gemeinde sich mit Muskelkraft in den Bau einbringt: Bauamtsleiter Michael Esken ist Architekt und übernimmt die Bauleitung, gelernte Zimmerleute, die auf dem Bauhof beschäftigt sind, packen ebenfalls mit an. So soll der Brückenbau in vier bis sechs Wochen bereits beginnen - und Mitte September abgeschlossen sein.

Gemeinsame Basis gefunden

„Das wird aber auch mal Zeit“, redet sich Gisela Welker den Frust von der Seele, während der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow und Bürgermeister Reinhold Weber an der Brücke die Verwaltungsvereinbarung unterschreiben. „Mit meinem kleinen Enkel - er fährt gerade erst ohne Stützräder - muss ich über die Straße fahren. Das ist viel zu gefährlich.“

Weber erklärte, dass die marode Brücke Anfang 2013 komplett gesperrt werden musste. „Wenn etwas nicht mehr da ist, wird einem erst bewusst, wie wichtig es für die Bürger ist“, sagte er.

Daher sei die Gemeinde in der Pflicht, die Brücke zu sanieren. Der Weg zu dieser Lösung sei von Spannungen zwischen Gemeinde und Kreis geprägt gewesen. „Jetzt haben wir eine Basis gefunden, zu der jeder seinen Beitrag leistet.“

Zachow will beim Ölen helfen

Zachow erklärte, dass formell gesehen keine Notwendigkeit für die Brücke bestehe. Das Verkehrsaufkommen sei so niedrig, dass es für Fußgänger und Radfahrer zumutbar sei, die Straße zu nutzen. Ohnehin sei die Brücke bei der Planung mit Verfallsdatum gebaut worden. Der Kreis als Baulastträger hätte sie nun zurückbauen müssen. „Aber die Brücke ist wichtig für die Menschen und deswegen wollten wir nicht in einen Abriss investieren müssen.“ Politik bestehe nicht immer nur aus der formellen Sicht, sondern auch aus den Wünschen der Bürger, die umgesetzt werden sollten. „Ich freue mich, dass wir dieses ellenlange Thema endlich auf die Straße bringen können. Ich will diesen Sommer noch über die Brücke radeln.“ Und auch beim Einölen des Holzes wolle er helfen.

„Sobald die Tinte unter den Verträgen getrocknet ist, bestelle ich das Material“, sagte Bauamtsleiter Michael Esken. Das Geld reiche für den Bau, zumal ein regionaler Baumarkt Material spenden wolle und die Gemeinde Ebsdorfergrund beim Legen der Träger mit Mitarbeitern und Maschinen des Bauhofs aushelfen werde.

von Patricia Kutsch

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