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Kreisverbände rücken enger zusammen

Rotes Kreuz Kreisverbände rücken enger zusammen

Jahresberichte, Ehrungen und Delegiertenwahlen standen bei der Versammlung des Kreisverbands Marburg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Freitag im Bürgerhaus Cappel auf dem Programm.

Cappel. Zu ungewohnter Jahreszeit fand die Versammlung des DRK Kreisverbands Marburg 2013 statt. Dass sie vom November in den Mai vorverlegt wurde, lag daran, dass Geschäftsführer Rudolf Kittel nach 27 Jahren zum Monatsende in den Ruhestand geht.

Unter den etwa 80 Teilnehmern waren alle fünf mittelhessischen DRK-Organisationen vertreten sowie der befreundete Kreisverband Eisenach. Die Gäste aus Politik und Verbänden gingen in ihren Grußworten immer wieder auf das 150-jährige Jubiläum des DRK ein.

Willy Welsch, Vorsitzender des Kreisverbands Biedenkopf, erklärte, bei steigenden Personalkosten sei es unerlässlich, über strategische Weiterentwicklung und eine Bündelung der Kräfte nachzudenken.

Dr. Klaus Döring, Präsident des Kreisverbands Gießen, ergänzte, die Kooperation zwischen den Kreisverbänden könne entscheidende Bedeutung haben. Das beste Beispiel sei ihr gemeinsamer DRK-Rettungsdienst-Mittelhessen. Aber auch bei anderen Angeboten wie „Essen auf Rädern“ oder beim Krankenhaus in Biedenkopf gelte es, bei ebenfalls abnehmender Zahl ehrenamtlicher Helfer, einen für alle gangbaren Weg zu suchen.

Christian Betz, Vorstand im Kreisverband Gießen, sprach von einer „historischen Herausforderung“ für die drei Kreisverbände, als er sich den Versammelten vorstellte. Der 33-jährige geborene Marburger übernimmt in Personalabordnung ab 1. Juni auch die Geschäftsführung für den Kreisverband Marburg.

Rudolf Kittel würdigte in seiner Abschiedsrede insbesondere den Ehrenvorsitzenden Karl Schnabel für über zwei Jahrzehnte der guten Zusammenarbeit. Die Position des Geschäftsführers komme der des Fußballtrainers sehr nahe, meinte er. Manche Entscheidung würde er heute anders treffen, manche Nacht sei schlaflos gewesen. Die Zusammenarbeit mit den Rotkreuz-Kameraden sei durch ein „vertrauensvolles Verhältnis und aufeinander Zugehen“ geprägt gewesen, zahlreiche Freundschaften seien entstanden. Rückblickend hob Kittel die Gründung der Marburger Tafel hervor, die ein Kind des DRK-Kreisverbands sei, sowie neun gemeinsame Spendenaktionen mit der Oberhessischen Presse zur Linderung von Katastrophenschäden, die über 1,4 Millionen Euro einbrachten.

Der Vorsitzende Rüdiger Schmeltzer stellte in seinem Bericht einige der vielen Felder der Rot-Kreuz-Arbeit heraus - sie reichen von Bewegungsangeboten für Senioren über betreutes Reisen, Essen auf Rädern und den Hausnotruf zur Breitenausbildung in Erster Hilfe und ähnlichem. Schmeltzer sprach von 257 Lehrgängen und 3238 Teilnehmern. Zu 16 Blutspendeterminen kamen 818 Spender, 15840 Einsatzstunden leisteten die Helfer.

Als einziger Kreisverband in Hessen hat Marburg noch eine Suppenküche. Sie befindet sich am Krumbogen. 2012 gaben die Mitarbeiter 3066 Mahlzeiten aus. Wegen des Wegfalls des Hauptlieferanten für Wurst- und Fleischwaren musste der Abgabepreis von 50 Cent auf einen Euro angehoben werden. Die Suppenküche feiert in drei Jahren ihr 100-jähriges Bestehen.

Ehrungen: Neben dem Geschäftsführer Rudolf Kittel wurde auch Renate Löser verabschiedet, die nach 33 Jahren als Sekretärin der Geschäftstelle ausschied.

Für 70-jährige Mitgliedschaft erhält Marga Scholz Urkunde und Ehrennadel, für 60 Jahre Johannes Vogel, Heinrich Nau, Herbert Hampel und Karl-Heinz Schick (alle Bereitschaft Kirchhain). Für 55 Jahre Mitgliedschaft erhielten die stellvertretende Kreisbereitschaftsleiterin Inge Gehrmann (Marburg Mitte) und Heribert Abel (Kirchhain) Urkunde und Auszeichnungsspange. Heide Steguweit (Kirchhain) erhält für 40 Jahre Mitgliedschaft Urkunde und goldene Ehrennadel.

von Manfred Schubert

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