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Kreistag unterstützt den Bürgerbus

Mobilität Kreistag unterstützt den Bürgerbus

Seit September 2010 rollt der Bürgerbus durch die Gemeinde Weimar. Ein Beispiel, das Schule machen könnte. Von Kreisseite gibt es nun eine Förderung.

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Bei einer Rundfahrt entlang der Haltestellen des Bürgerbusses der Gemeinde Weimar sprachen sie über Chancen solcher Projekte für den ganzen Landkreis: (von links) Horst Nau vom Arbeitskreis Bürgerbus Weimar, Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow, RNV-Geschäftsführer Heinz-Konrad Debus, Weimars Bürgermeister Peter Eidam und Werner Reif, Arbeitskreis Bürgerbus Weimar und Vorsitzender des Seniorenrates.

Quelle: Manfred Schubert

Niederweimar. An drei Wochentagen fährt er vormittags viermal und ergänzt das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). 14 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer wechseln sich am Steuer ab. Die Benutzung ist unentgeltlich, finanziert wird er über Spenden, Sponsoren und die Gemeinde. Vor allem bei älteren Menschen wird das Angebot immer beliebter. Auch, weil der Fahrplan ihren Bedürfnissen angepasst wird und nicht nur die Fahrer besondere Rücksicht auf sie nehmen. Mitte 2013 transportierte der Bürgerbus seinen 1500. Fahrgast - noch in diesem Jahr dürfte der 3000. zusteigen.

Es werden Haltestellen bei Märkten, Apotheken und Arztpraxen angefahren sowie ein am Berg gelegener Friedhof. Bei den Terminen nehmen die Praxen Rücksicht auf die Abfahrtzeiten, an der Marktkasse wird ein Passagier schon mal vorgewunken, wenn der Bus gleich kommt, berichteten Werner Reif und Horst Nau. Beide sind engagiert im Weimarer „Arbeitskreis Bürgerbus“ und fahren den Bus auch.

Kürzlich drehten sie eine Runde mit Bürgermeister Peter Eidam, dem Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow und Heinz-Konrad Debus, Geschäftsführer Regionaler Nahverkehrsverband Marburg-Biedenkopf. Diese berichteten unterwegs von einem runden Tisch in der Kreisverwaltung mit 45 Teilnehmern zum Thema Bürgerbus - denn inzwischen sind auch andere Gemeinden dabei, ein solches Angebot in ihren Dörfern auf den Weg zu bringen.

„Wir können keine großen Zuschüsse wie beim ÖPNV geben, außer vielleicht einige Anrufsammeltaxen ersetzen und dort Kilometerpauschalen an die Bürgerbusse zahlen“, meinte Zachow. Der Kreis wolle aber die Gemeinden vernetzen, durch Erfahrungsaustausch Misserfolge vermeiden helfen und Kosten einsparen durch Organisation gemeinsamer Fortbildungen, Erste-Hilfe-Kurse und Ähnlichem für die Fahrer. Ein „Zehn-Punkte-Plan“ zur Unterstützung von Bürgerbusprojekten umfasse neben zuvor Genanntem drei bis vier Treffen des runden Tisches im Jahr, Werbekampagnen und politische Lobbyarbeit. „Der Bürgerbus ist eine Reaktion auf den demografischen Wandel, der aber auch mit den ehrenamtlichen Fahrern, die oft selbst Senioren sind, die Grundlage dafür schafft“, meinte Zachow.

Für eine stärkere Förderung von Bürgerbussen als „eine kostengünstige Alternative zur Sicherstellung der Mobilität auf Gemeindeebene“ tritt nun auch der Kreistag Marburg-Biedenkopf ein. In seiner jüngsten Sitzung stellten SPD und CDU als Koalition einen Antrag, der sich an die hessische Landesregierung richtet: Diese wird darin aufgefordert, für Bürgerbusse Geld zur Verfügung zu stellen als ergänzendes ÖPNV-Angebot.

Dem Antrag schlossen sich Grüne, FDP und Freie Wähler an - einstimmig wurde er verabschiedet. Zudem entschied der Kreistag nach einem weiteren Koalitionsantrag von SPD und CDU, dem Bürgerbus Weimar als Wegbereiter der Bürgerbus-Angebote im Landkreis in den kommenden drei Jahren bis zu 15000 Euro bereitzustellen für den Einsatz eines Elektrobusses. Der Zuschuss soll helfen, die Kosten für Leasing und Unterhaltung zu tragen und einen Beitrag leisten zum Klimaschutz in Marburg-Biedenkopf.

von Manfred Schubert

und Carina Becker

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