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Konzept zur Finanzierung liegt vor

Zeiteninsel Konzept zur Finanzierung liegt vor

Das Land Hessen trägt 90 Prozent der Investitionskosten für das archäologische Museum „Zeiteninsel“. Jetzt geht es konkret um die Finanzierung des „Restes“ und möglicher Folgekosten.

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Die Bäume sind auf der Zeiteninsel bereits gepflanzt.

Quelle: Nadine Weigel

Weimar. Es ist an der Stadt Marburg, am Landkreis Marburg-Biedenkopf und natürlich an der Gemeinde Weimar, die zehn Prozent „Eigenbeteiligung“ aufzubringen. Konkret geht es um 530000 Euro. 90 Prozent des 5,3-Millionen-Euro-Projekts will bekanntlich das Land stemmen, allerdings mit der klaren und unmissverständlichen Ansage, dass es keine Folgenkosten übernehmen werde. Nun liegt ein Finanzierungskonzept vor, dass bereits im Weimarer Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss vorgestellt und positiv bewertet wurde. Die im Raum stehenden 530000 Euro können auch über Sach- und Planungsleistungen, Spenden, Sponsoring und Zuschüsse Dritter wie der Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen mitfinanziert werden. Wichtig dabei ist nur, dass die Stadt Marburg, der Landkreis, die Gemeinde Weimar sowie der Förderverein „Zeiteninsel“ sich verpflichten, den Betrieb zu gewährleisten.

Als Voraussetzung für den Start des Investments steht in den nächsten Wochen die Gründung der Genossenschaft „Zeiteninsel - Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land eG“ als tragfähige und für Interessierte offene Rechtsform an. Die vier genannten Institutionen sollen sich darin wiederfinden und gesetzte Mitglieder des sechsköpfigen Aufsichtsrats werden, der den geschäftsführenden Vorstand bestellt und kontrolliert.

Warum sind Landkreis und die Stadt Marburg mit im Boot? Weil das zu schaffende Museum von überörtlicher Bedeutung sein wird und ein touristisches Aushängeschild für die Stadt wie auch für den Kreis darstellt. Immerhin entsteht das Museum auch dort, wo entsprechende historische Funde gemacht wurden (die OP berichtete mehrfach).

Ausgehend von einer Kostendrittelung der Investitionskosten in Höhe von 530000 Euro ergeben sich für die Gemeinde Weimar 177000 Euro als Eigenanteil. Darüber hinaus sieht das Betriebskonzept derzeit für die ersten Jahre auch einen Zuschussbedarf vor, der wie bereits ausgeführt ohne das Land Hessen geschultert werden muss . Die Stadt Marburg soll danach ihre jährliche Regelförderung um 9000 Euro auf 17000 Euro erhöhen. Den Rest teilen sich dann Landkreis und Gemeinde Weimar. Danach würde die Gemeinde Weimar mit 11500 Euro belastet.

Konkret haben die Weimarer Gemeindevertreter am Donnerstag drei Beschlüsse zu fassen. Erstens geht es um den Beitritt der Gemeinde zur Genossenschaft „Zeiteninsel - Archäologisches Freilichtmuseum Marburger-Land eG“.

Zweitens soll sich der Gemeindevorstand verpflichten zur dauerhaften finanziellen Unterstützung einen Jahreszuschuss von 11500 Euro in den ersten drei Betriebsjahren zu gewähren.

Drittens soll die Gemeinde Weimar wie ausgeführt mit der Stadt Marburg und dem Landkreis die zehnprozentige Investitionssumme bis zur Fertigstellung des Museums - voraussichtlich im Jahre 2016 - aufbringen.

Hintergrund: Die Zeiteninsel umfasst fünf Zeitstationen. Es geht um ein germanisches Gehöft der frühen römischen Kaiserzeit, ein Dorf der vorrömischen Eisenzeit (um 500 vor Christus), eine bronzezeitliche Hofsiedlung (um 1000 vor Christus), ein Langhaus der mittleren Jungsteinzeit (um 4500 vor Christus) und um einen Lagerplatz mittelsteinzeitlicher Jäger und Sammler (um 9000 vor Christus). Das Freilichtmuseum soll dabei abwechslungsreiche Freizeitgestaltung mit interessantem Bildungsangebot verbinden. Als angedachtes Mitmach-Museum bietet es zahlreiche Möglichkeiten für die Besucher, Geschichte buchstäblich hautnah selbst zu erleben. Für Schulen wird es so zu einem attraktiven außerschulischen Lernort. Zudem soll es auch ein breit gefächertes didaktisches Angebot zur Vermittlung des Wissens über die Vorgeschichte geben, etwa durch Führungen, Vorträge, Workshops, Seminare und Ausstellungen. Darüber hinaus soll es auch ein Ort wissenschaftlicher Forschung werden.

von Götz Schaub

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