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Komplett-Planung ist ein neuer Ansatz

Festplatz bleibt unangetastet Komplett-Planung ist ein neuer Ansatz

Fronhausens Ortsvorsteher Helmut Jung fordert in der Diskussion um die Entwicklung des Areals rund um den Festplatz „Auf der Schwärz“ inklusive Pendlerparkplätze am Bahnhof ein, dass nun auch der Ortsbeirat offiziell dazu gehört wird.

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Die Parkplätze am Bahnhof in Fronhausen werden von Pendlern gut in Anspruch genommen.

Quelle: Thorsten Richter

Fronhausen. „Als Ortsbeirat können wir nur beraten und empfehlen, aber wenn uns die Gemeinde nichts sagt, ist es eben so, dass wir immer erst aus der Zeitung erfahren, was der Bürgermeister in Fronhausen vor hat“, sagt Fronhausens Ortsvorsteher Helmut Jung auf Anfrage der OP, welche Meinungen eigentlich der Ortsbeirat zu den Themen Mehrzweckhallenabriss, Festplatz und Pendlerparkplätze vertritt. Dabei ist Jung in Sachen Pendlerparkplätze ganz auf Linie mit dem Bürgermeister. „Die Erweiterung von Parkplätzen für Pendler kann ich nur begrüßen. Die Pendler fahren von hier aus vorwiegend in Richtung Gießen und Frankfurt, aber auch in Richtung Marburg, so dass die Parkplätze gut genutzt werden. Zur Steigerung der Attraktivität wäre es schön, mehr Parkfläche anzubieten.“ Das wird nun erst einmal nicht geschehen, weil der Ansatz, den der Bürgermeister im Haushaltsentwurf eingestellt hatte, von der CDU und der Initiative Fronhausen bei den Haushaltsberatungen im Gemeindeparlament gestrichen wurde (die OP berichtete).

Das bedeutet jedoch nicht eine Streichung der Parkplätze auf alle Tage. CDU-Fraktionschef Lothar Nau sagte im Parlament, dass seine Partei „derzeit“ keinen Bedarf für eine Erweiterung der Parkfläche sehe und das Thema generell in einer Gesamtplanung des Bereichs Spiel-, Fest- und Pendlerparkplatz sowie Mehrzweckhalle wieder Gegenstand von Beratungen sein wird. Diese von der Mehrheit des Parlaments verabschiedete Planung sieht den Abriss der Mehrzweckhalle und die Neugestaltung des gesamten sich ergebenden Geländes mit einem vergrößerten und aufgewerteten Kinderspielplatz, befestigten Spiel- und Fahrflächen für Kinder, einen Festplatz und Pendlerparkplätzen vor. Das bedeutet für die Mehrzweckhalle, dass sie nicht mehr wie bisher erst verkauft sein muss, ehe sie abgerissen werden kann. Im Gegenteil, der Beschluss legt nahe, dass die Gemeinde den Abriss selbst vornehmen soll.

Vor der Planung kommtder Flächennutzungsplan

Was dann tatsächlich mit der Gesamtfläche passieren wird, ist noch sehr offen. Die CDU wollte ursprünglich eine Bebauung mit Wohn- oder Gewerbeimmobilien ausgrenzen, doch musste sie diesen Zusatz zugunsten des Gesamtvorschlages streichen, um die Initiative Fronhausen als Mehrheitsbeschaffer in diesem Fall weiter an der Seite zu haben. Während der Debatte im Parlament hat niemand gefragt, ob der Ortsbeirat auch Ideen dazu habe. Und dies obwohl gleich drei Ortsbeiratsmitglieder auch im Parlament sitzen und das auch noch für drei Parteien: Torben Bastian für die CDU, Frank Ficht für die Bürger für Fronhausen und Klaus Bork für die SPD. Bork bestätigt die Aussage Jungs, dass der Ortsbeirat zu einer Gesamtentwicklung der Fläche noch nicht gehört wurde, relativiert dies aber. „Von einer Gesamtbeplanung war von Seiten der Gemeinde nie die Rede, das ist jetzt erst durch den Änderungsantrag so entschieden worden. Ich gehe davon aus, dass der Ortsbeirat zu dieser Angelegenheit dann gehört wird.“ Bork macht aber auch darauf aufmerksam, dass für das Areal, zu dem der Festplatz gehört, ein Flächennutzungsplan in Vorbereitung ist, und bis dieser vorliegt sowieso eine Veränderungssperre gilt.

So gesehen kann zwar fröhlich geplant werden, aber letztendlich nur theoretisch, weil erst der Flächennutzungsplan vorgibt, was letztendlich geht und was eben nicht geht. Ziel des CDU-Antrags war es jedenfalls den Bereich „Auf der Schwärz“ für alle bisherigen Nutzungsarten aufzuwerten. Dies soll vor allem durch den Abriss der Mehrzweckhalle geschehen. Der Festplatz als solcher soll dabei nicht in Frage gestellt werden. So sieht das auch SPD-Mann Borg: „In Fronhausen gibt es keine wirkliche Alternative zum jetzigen Festplatz.“ Angst, dass ein Anwohner den Platz „wegklagen“ könne , hat er nicht. „Es gibt aktuelle Gerichtsurteile wonach einmal im Jahr einen Traditionsveranstaltung zu dulden ist und nichts anderes ist die Kirmes in Fronhausen.“ Bürgermeister Reinhold Weber weilt nach seinem Krankenhausaufenthalt noch im Krankenstand, so dass er noch keine Stellungnahme zum beschlossenen CDU-Antrag geben kann. Derweil liegen auch noch nicht die endgültigen Zahlen für den massiv veränderten Haushalt 2014 vor. Die Verwaltung arbeitet derzeit noch daran, die Änderungen in allen Positionen darzustellen.

Und Fronhausens Ortsvorsteher wünscht sich generell mehr Austausch mit dem Bürgermeister. Helmut Jung: „Das Thema Bushaltestelle am Gewerbegebiet wurde mit unserem Gremium nicht besprochen, auch das habe ich erst wieder aus der Zeitung erfahren. So kann das nicht weitergehen.“

von Götz Schaub

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