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„Kommissar Leon“ als Anlaufstelle in der Not

Sicherheit für Kinder „Kommissar Leon“ als Anlaufstelle in der Not

Niederweimar steht noch immer unter dem Schock einer versuchten Kindesentführung, die sich vor vier Monaten ereignete. Deshalb sollen in der Gemeinde „Hilfe-Inseln“ für Kinder entstehen.

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Die Figur des „Kinderkommissar Leon“ – hier in Plüsch und als Schlüsselanhänger – ist in Hessen Symbol für Anlaufstellen für Kinder. Ein Runder Tisch berät in Weimar über die örtliche Umsetzung.

Quelle: Tonia Poeppler

Niederweimar. Es ist Montag, 1. Oktober. Es ist helllichter Nachmittag. Ein neunjähriges Mädchen ist auf dem Weg vom Spielplatz nach Hause als ein Fremder sie anspricht, auf den Rücksitz seines Autos schleudert und ihr den Mund mit Klebeband verschließt. Doch das Mädchen schafft es, sich zu befreien und läuft zurück in Richtung Spielplatz. Der Täter flieht - und bleibt flüchtig.

Dass der Schock und die Betroffenheit in Niederweimar auch heute, fast vier Monate später, noch groß sind, zeigte sich beim runden Tisch mit 20 Fachleuten am Dienstagabend im Ratssaal der Gemeindeverwaltung Niederweimar. Die Gemeinde Weimar soll nach einem Antrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Jost Kisslinger prüfen, „ob und in welcher Form ein Programm zum Schutz von Kindern und als Hilfe für Kinder in der Gemeinde umgesetzt werden kann“.

Doch nicht die Gemeinde allein soll agieren. So wurden Erzieher, Psychotherapeuten, Elternbeiräte und Schulleiter, Mitglieder der Jugendpflege, Pfarrgemeinden und Kindergärten hinzugezogen.

Bürgermeister Peter Eidam hob die Wichtigkeit einer Anlaufstelle für Kinder in Problem- oder Gefahrensituationen hervor. Kriminalhauptkommissarin Jutta Laucht stellte als Jugendkoordinatorin der Polizei an diesem Abend ein Programm zur Gewaltprävention vor, das sich bereits in vielen hessischen Gemeinden und Städten etabliert hat: die Leon-Hilfe-Inseln.

„Die Hilfe-Inseln sind Anlaufstellen, wenn einmal etwas sein sollte“, erklärt Jutta Laucht, die ihre Kindheit und Jugend in Niederweimar verbracht hat, und fügt hinzu: „Alles kann eine Hilfe-Insel sein - ein Café, eine Bank, sogar der Metzger.“ In Hessen gebe es bereits weit mehr als 1000 solcher Inseln. Gekennzeichnet werden diese durch gelbe Plakate. Darauf zu sehen ist Leon, das Maskottchen des Programms. „Kinderkommissar Leon“, der Löwe in Polizeiuniform, ist den meisten Kindern bereits seit frühesten Kindergartentagen bekannt. „Er kommt gut an“, betont Jutta Laucht.

Und wenn ein Kind Hilfe braucht, weil es beispielsweise verfolgt wird, es verletzt ist oder Angst hat, es ihm nicht gut geht oder es sich verlaufen hat, dann steht „Leon“ für Schutz, Zivilcourage und Sicherheit.

Stadtallendorf und Wetter sind Beispiele für Gemeinden, in denen dieses Präventionsprogramm erfolgreich Fuß gefasst hat. Und Bürgermeister Eidam ist sich sicher, dass ein solches Programm auch für Weimar nötig sei. Ob und wie sich die „Leon-Hilfe-Inseln“ auch in der Gemeinde einrichten lassen, soll sich Mitte März bei einem zweiten Treffen am runden Tisch klären.

von Tonia Simone Pöppler

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