Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Kohle und Sand im „Herzen“ des Schwimmbads

Heskem Kohle und Sand im „Herzen“ des Schwimmbads

Beim Besuch im Untergrund lernten interessierte Bürger eine ganze Menge über die technischen Voraussetzungen für den Betrieb des Heskemer Hallenbades.

Voriger Artikel
Ein letzter Tag im Martin-Luther-Haus
Nächster Artikel
Querungshilfe soll den Überweg sichern

Betriebsleiterin Sina Steinle (Zweite von rechts) erklärte, was bei einem Schwimmbad fern der Badegäste, sozusagen hinter den Kulissen alles passiert – beim Blick durchs Bullauge konnten die Besucher den Filter, das „Herz“ der Technik, sehen. Foto: Martina Becker

Heskem. Flockungsmittel, Chlorgas, Marmorkies, Filter oder pH-Wert - das sind Elemente oder Parameter eines Schwimmbades, die beherrscht und aufeinander abgestimmt sein müssen. Ohne funktionierende Technik gibt es kein Schwimmvergnügen. Das wurde beim Tag der offenen Tür im GrundBad deutlich.

Betriebsleiterin Sina Steinle führte rund sechzig Besucher in Kleingruppen fachkundig durch den Schwimmbaduntergrund und erklärte für den Laien verständlich die technischen Abläufe. Fünf Stationen hatte sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Uwe Rauch vorbereitet.

Die Besucher erfuhren, wo das Schwallwasser des Schwimmbades landet und wie es anschließend aufbereitet wird. Vor allem muss es durch das „Herz“, die Filteranlage des Schwimmbades. Bevor es dort Kohle und Sand passiert, wird ihm Flockungsmittel zugesetzt. Dieses wiederum bindet nicht sichtbare Verschmutzungen wie beispielsweise Schweiß, Urin, Speichel oder andere Partikelchen, die durch die Badegäste ins Wasser gelangt sind.

Dass Hygiene für den Grad der Verschmutzung ein wichtiges Kriterium ist, wurde hier deutlich. Besonders das Duschen vor dem Sprung ins Schwimmbecken sei unerlässlich, betonte die Betriebsleiterin. Damit krankmachende Keime keine Chance auf Vermehrung haben, wird das Schwimmbadwasser mit Chlor versetzt. Das geschehe über eine hochsensible und ganz moderne Anlage, informierte Steinle.

Zur Aufbereitung des Wassers gehört zudem ein Marmorkiesturm, der ohne Chemikalien den ph-Wert des Wassers reguliert. Dieser wird immer zwischen 6,5 und 7,7 gehalten. Auch wenn das Grundbad „schon 41 Jahre alt ist, ist es dennoch nicht in die Jahre gekommen“, betonte Bürgermeister Andreas Schulz. Er erzählte, dass kontinuierlich in das Bad investiert wurde.

Aktuell bezuschusst die Gemeinde jeden Badegast mit 2,50 Euro. Beträge, die sich im Jahr auf 100000 Euro summieren. Diesen Luxus könne sich die Gemeinde nur leisten, weil es die positive Finanzlage zulasse. Wenn sich dies einmal ändern sollte, kommen solche freiwilligen Ausgaben zuerst auf den Prüfstand. „In anderen Gemeinden werden Unterschriften für den Erhalt der Schwimmbäder gesammelt, in Ebsdorfergrund versucht der Betreiber, sprich die Gemeinde, Badegäste zu werben“, sagte Schulz. Um neue Besucher zu gewinnen, wurden aktuell 18000 Broschüren in Ebsdorfergrund sowie den Nachbargemeinden verteilt.

Neben den schon vielfältigen Angeboten wurde beispielsweise Frauenschwimmen, das jeden ersten und dritten Freitag im Monat stattfindet, neu ins Programm aufgenommen. Das Mieten des Schwimmbades für Privatveranstaltungen von Firmen oder Vereinen ist ebenfalls eine neue Option. Und Firmen sollen künftig Werbetafeln platzieren können.

von Martina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr