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Kindergartengebühren müssen steigen

Ebsdorfergrund Kindergartengebühren müssen steigen

Steigende Kindergartengebühren - eine Schlagzeile, die keine Gemeinde gerne über sich liest. Aber manchmal lassen äußere Zwänge kein anderes Mittel mehr zu. Davon kann Andreas Schulz ein Liedchen singen.

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Lange Zeit war der Kindergarten Rauischholzhausen in kirchlicher Trägerschaft. Mittlerweile wird er ausschließlich von der Gemeinde Ebsdorfergrund betrieben.

Quelle: Thorsten Richter

Dreihausen. Tariferhöhungen sind gut und gerecht für die Angestellten, erhöhen aber auch immer gleich den Kostendruck einer Gemeinde. Wenn dann noch solche „Dinge“ wie das „KiföG“, also die Umsetzung des Kinderförderungsgesetzes von Dritten initiiert und vorgegeben, hinzukommt, dann geht auch der Sonnenscheingemeinde Ebsdorfergrund irgendwann mal die Puste, sprich das Geld aus. Die Umsetzung des KiföG kostet die Gemeinde rund 110000 Euro für zwei Erzieherstellen. Hinzukommen dann noch ganz regulär gestiegene Sach-, Unterhaltungs- und Energiekosten.

Die Gemeinde bezuschusst schon jetzt jeden Kindertagesstättenplatz mit rund 3900 Euro pro Jahr bei einer Belegung von 170 Kindern.

Grüne: Der Gemeinde fehlt ein Konzept

„Die Weitergabe an die Eltern hält sich dabei schon sehr in Grenzen“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz während der Gemeindevertretersitzung am Montagabend im Bürgerzentrum Dreihausen. Will heißen von den errechneten Mehrkosten von 45 Euro pro Platz im Monat werden Eltern auch wieder nur ein Drittel zu übernehmen haben und das in zwei Schritten. Ein konkretes Beispiel: Die Regelbetreuung im Kindergarten Rauischholzhausen, die derzeit 139 Euro kostet, wird zum 1. August um 7,50 Uhr auf 146,50 Euro erhöht.

Zum 1. August 2015 steigt die Gebühr dann nochmals um 7,50 Euro auf 154 Euro. Hatte der Bürgermeister die Gründe für die Erhöhung der Gebühren benannt, monierte Irene Soltwedel-Schäfer von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die dieses mal mit drei von vier Mandatsträgern vertreten war, dass es der Gemeinde an einem Konzept fehle. „Eine Erhöhung ohne ein Ziel zu beschließen reicht nicht“, so Soltwedel-Schäfer. Und auch Adolf Schäfer meinte: „Diese Lösung wird uns nicht weit tragen.“

Neues Imagevideo für den Grund

Das irritierte Schulz. „Natürlich hat die Gemeinde ein Konzept, wir planen anhand der ermittelten Zahlen.“ Doch müsse man auch Kostensteigerungen verursacht durch Dritte, irgendwie abfedern. Schulz geht davon aus, dass die Elternschaft dafür Verständnis aufbringen wird. Schließlich seien auch die Standards in den vergangenen Jahren verbessert und die Öffnungszeiten erweitert worden. „Wir gehören bis auf Marburg und Lahntal, die Zuwachs haben zu jenen Gemeinden im Kreis, die Einwohner verlieren. Aber wir sind auch diejenige, die am wenigsten verliert“, so Schulz Ein Grund sieht er im guten dezentralen Kindergartenangebot.

Schulz abschließend: „Ich hoffe aber nun auf die Grünen in Wiesbaden, dass Sie uns Kommunen dabei helfen, die Kindergartenkosten besser stemmen zu können.“ Der Erhöhung der Gebühren in zwei Schritten stimmte die SPD geschlossen zu. Auch die CDU trug die Entscheidung bis auf eine Person mit. Die ÜBE/FWG teilten sich auf. Zwei stimmten mit Ja, zwei mit nein. Die drei Grünen enthielten sich der Stimme.

Den „Grund“ einmal aus der Luft sehen. Dazu muss niemand mehr ein Flugzeug besteigen, sondern einfach nur seinen Computer hochfahren, ins Internet gehen. Das ist der brandneue Imagefilm der die Gemeinde bekannt und interessant machen soll:

Darüber hinaus verkündete Bürgermeister Andreas Schulz, dass die Gemeinde am 5. September das 40-jährige Bestehen zunächst mit einem „Tag der offenen Tür“ in der Gemeindeverwaltung und dann mit einem Festakt mit Sommerfest im Bürgerzenrum Dreihausen begehen möchte.

Parlamentschef Gotthard Seim, der den Vorabend der offiziellen Gründung des Landkreises dazu nutze, während der Sitzung der Parlamentarier eine kleine Bilanz zu ziehen, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der letzten 40 Jahre. In Ebsdorfergrund sei eine funktionierende Gemeinde zusammengewachsen, wohl auch mit der Erkenntnis, dass jedes Dorf für sich die modernen Anforderungen nicht hätte finanzieren können.

von Götz Schaub

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