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Kinder übernehmen den Ratssaal

Kindergruppe Fliegenpilz Kinder übernehmen den Ratssaal

In der zweiten Januarwoche besuchte die Kindergruppe Fliegenpilz den neuen Weimarer Bürgermeister Peter Eidam im Rathaus, jetzt ist sie bei ihm eingezogen.

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Wo sonst das Gemeindeparlament Weimar tagt, sieht es aus wie in einem großen Kinderzimmer mit vielen kleinen Schlafplätzen.

Quelle: Götz Schaub

Niederweimar. Zum Antrittsbesuch bei Bürgermeister Peter Eidam brachte die Kindergruppe Fliegenpilz, die von einer Elterninitiative betrieben wird, selbst gebastelte Glücksbringer mit, mittlerweile toben, spielen und schlafen die Kinder der Gruppe im Ratssaal der Gemeindeverwaltung.

Hat es ihnen so gut im Rathaus gefallen, dass sie dort gleich eingezogen sind? – Gefallen hat es ihnen, aber der Einzug ist einem völlig anderen Ereignis geschuldet. Ein im Gebäudeinneren verlaufendes Fallrohr zur Dachentwässerung war durch eine verschobene Muffe undicht geworden, sodass Wasser in die Wand eindringen konnte. Neben dem vorderen Flur wurden auch die Gruppenräume einer Kindergartengruppe sowie der selbstständig arbeitende Kindergruppe Fliegenpilz in Mitleidenschaft gezogen.

„Der eigentliche Schaden ist bereits behoben“, informiert Bürgermeister Peter Eidam auf Nachfrage der OP und meint damit einen kurzfristig aufgetretenen Schimmelbefall. Der Schimmel wurde nicht nur in der vergangenen Woche schon rückstandslos von einer Marburger Fachfirma beseitigt, die betroffenen Flächen wurden zudem vorsorglich mit einer pilzhemmenden Substanz bearbeitet.

„Nun geht es nur noch darum, die betroffenen Räume trocken zu bekommen“, informiert der Bürgermeister weiter. Auch dazu wurde eine Fachfirma beauftragt, weil nicht nur die Feuchtigkeit aus den Wänden, sondern auch das unter den Estrich gelaufene Wasser beseitigt werden soll. Weil der Trocknungsvorgang nun bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen kann, bot Eidam der Kindergruppe Fliegenpilz ganz unbürokratisch vorübergehend den Ratssaal in der Gemeindeverwaltung als Ersatzdomizil für diese Zeit an.

Die Kindergartengruppe, die ebenfalls ihren Gruppenraum räumen musste, fand im Kindergarten selbst noch Platz. Und so kam es also, dass nun aus dem Raum, in dem sonst die Weimarer Politik gemacht wird, so viele fröhliche Kinderstimmen zu hören sind. „Wir sind froh, dass das so schnell für die Übergangszeit geklappt hat und fühlen uns hier im Ratssaal auch sehr wohl“, sagt Kathleen Heine stellvertretend für die Elterninitiative.

Die Eltern der Kindergartenkinder wurden bereits per Elternbrief über die aktuelle Situation im Kindergarten unterrichtet. Die Frage, ob der neuerliche Schaden am Kindergarten-Neubau erneut auf Nachlässigkeiten beim Bau des Kindergartens zurückzuführen sei, wie etwa die Schäden am Dach, verneinte Eidam. Er geht davon aus, dass die Muffe am Fallrohr irgendwann unbemerkt verrutscht ist. Von „Pfusch am Bau“ wollte Eidam in diesem Zusammenhang nicht sprechen.

von Götz Schaub

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