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„Keine politisch-farbliche Steuerung mehr“

Dorfgemeinschaftsliste Ebsdorf „Keine politisch-farbliche Steuerung mehr“

Drei Sitze für die Dorfgemeinschaftsliste Ebsdorf. Damit verbindet sie einen klaren Wählerauftrag und geht mit der SPD hart ins Gericht. Für diese Schelte steht keineswegs die dritte Liste, die „Bürger für Ebsdorf“, die einen Platz ergatterte.

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In Ebsdorf, dem Fachwerkdorf mit schöner Wehrkirche, gab es bei den Ortsbeiratswahlen ein überraschendes Ergebnis.

Quelle: Archivfoto

Ebsdorf. „Visionen des Bürgermeisters der Gemeinde dürfen nicht vor wirklich notwendigen Erledigungen stehen.“ – Unter anderem mit diesem Spruch betrieb die Dorfgemeinschaftsliste (DGL) Ebsdorf  Wahlkampf um die Plätze im fünf Personen starken Ortsbeirat. Und sie hat damit offensichtlich  gepunktet, denn gleich drei Plätze gehören nun ihrer Liste.

Die SPD verlor nicht nur die Mehrheit im Ortsbeirat, sie fiel gleich um zwei Sitze ab und stellt nur noch ein Mitglied, den derzeitigen Ortsvorsteher  Walter Kaiser. Komplettiert wird der Ortsbeirat  von Klara Kaiser, die der zweiten bürgerlichen Liste angehört, der BFE – Bürger für Ebsdorf. „Wir stehen für einen gemeinsamen starken Ortsbeirat“ stand auf den Wahl-Flyern der BFE.

„Und daran wird sich nichts ändern“, sagt Klara Kaiser gegenüber der OP. Deshalb möchte weder sie persönlich noch ihre Gruppierung damit in Verbindung gebracht werden, eine Abrechnung gegen die  SPD zu betreiben. „Wir sind einfach nur froh, mit dabei zu sein“, so Kaiser.

Fast 50 Prozent stimmten für die DGL

Die DGL  schlägt andere Töne an. Auf der Internet-Plattform „myheimat“ postete Marcell Büttner, Mitglied der DGL: „In Ebsdorf bestimmen nun nach ca. 25 Jahren wieder die Bürgerinnen und Bürger, was in Ebsdorf bewegt werden soll.“ Und: „Nach 25 Jahren SPD-Führung stimmten 48,7 Prozent für die Dorfgemeinschaftsliste (DGL) in Ebsdorf und erteilen der SPD, der auch Ortsvorsteher Walter Kaiser und Bürgermeister Andreas Schulz angehört, eine klare Absage!“ So gebe es nun „keine politisch-farbliche Steuerung mehr“.

Für die SPD ist die Wahl in der Tat eine herbe Niederlage. Der amtierende Ortsvorsteher ist der einzige Sozialdemokrat, der wieder in das Gremium gewählt wurde. Mit einem Ergebnis von 222 Stimmen kommt er dabei nur auf Platz vier. Die meisten Stimmen erhielt Mario Luther mit 279. Es sieht also auch danach aus, dass sich die Ebsdorfer einen anderen Ortsvorsteher wünschen, jedenfalls die, die sich an der Wahl beteiligt haben.

„SPD wurde auch für ihre Bundespolitik abgestraft“

Walter Kaiser glaubt nicht, dass die Wahl gezielt gegen die Arbeit des bisherigen Ortsbeirats ging. „Die SPD wurde auch für ihre Bundespolitik abgestraft“, sagt er gegenüber der OP. Und: „Es ist schade für unsere bisherige gute Arbeit.“ Nichtsdestoweniger gratuliert er der DGL zu ihrem Erfolg.

Was sich in Ebsdorf bewegen kann, bestimmt letztendlich das Gemeindeparlament mit der Zuweisung der nötigen Finanzmittel im Gesamthaushalt. Natürlich hat aber der Ortsbeirat das Recht, Vorschläge einzubringen und anschließend den Haushaltsentwurf zu bewerten. Im Parlament selbst sitzt dann auch Marcell Büttner, der dort der ÜBE/FWG-Fraktion angehören wird.

Gehweg an der Zwester Ohm soll repariert werden

Die DGL hat im Wahlkampf schon einige Themen angesprochen, die ihr wichtig sind. Etwa die Reparatur des Gehwegs an der Zwester Ohm. Zudem will sie auf die Probleme aufmerksam machen, die an der Zwester Ohm durch den Einbau einer Fischtreppe entstanden sein sollen.

So beklagen sich ihren Worten nach Anwohner darüber, dass ein gestiegener Wasserspiegel die Grundmauern der Gebäude unterspüle. Darüber hinaus gelte weiter das Angebot, für alle Einwohnerinnen und Einwohner ein offenes Ohr zu haben. 

von Götz Schaub

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