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Kein Tempolimit geplant

B3-Unfälle Kein Tempolimit geplant

Als vor zwei Wochen ein junger Mann bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B 3 starb, war dies nicht der erste schwere Unfall in diesem Jahr auf der autobahnähnlich ausgebauten Strecke. Konsequenzen hat das (noch) nicht.

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Eine Reihe von Unfällen, darunter einer mit tödlichem Ausgang, haben sich in diesem Jahr schon auf der B3 zwischen Weimar und Fronhausen ereignet.

Quelle: Andreas Schmidt

Weimar. Der Fahrer eines Sportwagens war am 15. August zwischen den Anschlussstellen Roth und Fronhausen tödlich verunglückt. Auf wohl nasser Fahrbahn war der BMW-Fahrer zuvor ins Schleudern geraten und hatte sich mehrfach überschlagen.

Wenige Tage später, am vergangenen Dienstag, hatte ein Autofahrer genau auf diesem Streckenabschnitt Glück im Unglück. Er blieb unverletzt, als er mit seinem Wagen über die Fahrbahn schleuderte und schließlich in einem Wildzaun landete.

Sieben Verkehrsunfälle in sieben Monaten

Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Juli hatte die Marburger Polizei zwischen den Anschlussstellen Fronhausen und Argenstein auf einer Strecke von etwa fünf Kilometern sieben Verkehrsunfälle aufgenommen, so Polizeisprecher Martin Ahlich auf OP-Nachfrage. Diese hatten sich überwiegend, wie vermutlich die beiden jüngsten Unfälle auch, aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ereignet. Bei den sieben Verkehrsunfällen im ersten Halbjahr erlitten laut Polizei zwei Menschen schwere und drei leichtere Verletzungen.

Diese Unfallbilanz wird zunächst aber noch keine Konsequenzen für den bisher nicht durch eine beschilderte Geschwindigkeitsbegrenzung geregelten Streckenabschnitt der B3 haben, wie eine Nachfrage bei der zuständigen Behörde, Hessen Mobil, ergab.

Denn für die Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf solchen Straßen müsse stets ein sehr strenger Maßstab angelegt werden, „wobei das Unfallgeschehen explizit zu untersuchen und nachzuweisen ist. Auch die Höhe der Beschränkung muss begründet sein“, sagt Hessen-Mobil-Sprecherin Simone Reus. Alleiniger Maßstab ist dabei nach ihren Worten die Zahl der Unfälle und die daraus abgeleitete Unfallrate, die die Zahl der Verkehrsunfälle mit der Straßenlänge und der mittleren Verkehrsstärke ins Verhältnis setzt.

Geschwindigkeitsbeschränkungen seien nur gerechtfertigt, wenn „die besonderen Umstände das Risiko einer Beeinträchtigung erheblich übersteigen“, also wenn ohne Beschränkung eine deutlich erhöhte Unfallhäufigkeit bestehen würde.

"Kein Unfallhäufungen"

Das sieht man an diesem Streckenabschnitt derzeit nicht so. Die Straßen würden in dieser Hinsicht regelmäßig beurteilt, unfallauffällige Bereiche jährlich - in enger Zusammenarbeit mit der Polizei und den Straßenverkehrsbehörden - analysiert und bewertet, so Simone Reus weiter. „Sowohl in dem betreffenden Abschnitt der B3 zwischen Weimar und Fronhausen als auch im Gesamtabschnitt der B3 zwischen Gießen und Marburg sind in den vergangenen Jahren keine Unfallhäufungsstellen beziehungsweise Unfallschwerpunkte identifiziert worden.“ Für die Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung bestehe daher derzeit keine Veranlassung.

Allerdings sind die Unfälle, die sich in diesem Jahr ereignet haben, in die Bewertung noch nicht eingeflossen. Ob sich an der Einschätzung etwas ändern wird, entscheidet sich am Jahresende, wenn auch die neuen Zahlen ausgewertet sind.

von Michael Agricola

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