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Kaum Pause für Esken und Schnabel

Bürgermeisterwahl Fronhausen Kaum Pause für Esken und Schnabel

Claudia Schnabel hat für die kommenden Wochen vor allem zwei Themen auf dem Zettel. Michael Esken möchte die Bürger lieber überraschen.

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Die Kandidaten der Bürgermeisterwahl in Fronhausen Peter Kelch (von links), Michael Esken, Werner Speier und Claudia Schnabel werden von OP-Redakteur Götz Schaub (Mitte) befragt.

Quelle: Tobias Hirsch

Fronhausen. SPD-Kandidat Peter Kelch konnte als einziger der vier Kandidaten den Tag nach der Wahl freinehmen, um nach dem langen Wahlkampf durchzuschnaufen. Noch am Sonntagabend traf er sich mit seinem Wahlkampfteam und Parteigenossen in Sichertshausen zu einer ersten Analyse. Das Fazit: „An uns lag es nicht, wir haben einen guten Wahlkampf mit guten Aktionen geführt. Die zwölf Prozent sind einfach enttäuschend“, erklärt Kelch.

Heute beginnt für ihn der Arbeitsalltag wieder. Dazu soll auch nach der Wahlniederlage die Parteiarbeit gehören. „Ich habe meine politische Heimat in der SPD gefunden. Mal schauen, ob wir das Ruder bei der Kommunalwahl nochmal rumreißen können.“ Nach einem fair geführten Wahlkampf möchte Kelch keine Wahlempfehlung aussprechen.

Kelch und Speier wollen keine Wahlempfehlung aussprechen

So hält es auch der parteilos angetretene Kandidat Werner Speier aus Reiskirchen. Nach der Wahl hat er sich vor Ort von einigen Menschen verabschiedet und den Abend im Familienkreis ruhig ausklingen lassen. „Ich habe den Versuch angetreten, von außen einen Neustart für die Gemeinde herbeizuführen. Das wollten die Wähler nicht. Ich akzeptiere das und mache nun meine Arbeit weiter“ erklärte Speier.

Solange er in der Verwaltung tätig ist, sieht er keine Möglichkeit, sich kommunalpolitisch einzubringen. Er sei damit oft sehr nah an der Politik dran. „Das passt einfach nicht zusammen. Eventuell kann man da mit ein bisschen Distanz noch mal schauen. Der Job fordert mich auch genug. Wenn man beides machen möchte, kann man keins richtig machen.“

Michael Esken (parteilos) ging es gestern „gut. Ich habe gut geschlafen“, sagt er. Er freute sich über den Einzug in die Stichwahl nach der „Zitterpartie auf der Bühne“. Gestern gönnte er sich eine Auszeit vom Wahlkampf, ist sich aber bewusst: „Danach geht die Überzeugungsarbeit los. Plakate und Flyer müssen umgestaltet werden. Ich möchte das Ergebnis auch noch mit Freunden und Bekannten besprechen.“ Das hat er auch am Wahlabend getan: „Ich habe den Polizeiruf im Fernsehen geschaut und musste für mehrere Anrufe unterbrechen. Zum Beispiel habe ich mit meinen Kindern telefoniert. Danach habe ich noch eine schöne Jazz-CD gehört.“

Kandidaten legen sich Strategien zurecht

Für die Zeit bis zur Wahl möchte er seine Öffentlichkeitsarbeit fortsetzen. „Und weiterhin Publikationen in der sachlichen Art und Weise wie bisher veröffentlichen“, erklärt er. „Eventuell möchte ich auch nochmal zu Informationsabenden in den Dorfgemeinschaftshäusern einladen, bin mir aber nicht sicher, ob es die Zeit dafür gibt.“ Welche Themen er dann gezielt ansprechen wird, möchte Esken noch nicht verraten. Nur so viel: Er habe mitbekommen, was die Menschen am meisten bewegt. „Ich möchte die Bürger in Fronhausen und den Ortsteilen damit überraschen“, sagt Esken.

Auch für Claudia Schnabel (Initiative Fronhausen) ging es gestern auf der Arbeit zurück in den Alltag. Daran müsse man sich erst wieder gewöhnen, sagt sie. Am Sonntagabend habe sie zuerst das Ergebnis etwas sacken lassen und dann noch mit Freunden gefeiert. „Jetzt müssen wir uns zügig zusammensetzen und eine Strategie für die nächsten zwei Wochen entwickeln“, erklärt sie die kommenden Schritte. Dabei wolle sie sich insbesondere auch auf die Ortsteile konzentrieren: „In Fronhausen habe ich ja schon sehr positiv abgeschnitten.“

Thematisch möchte sie besonders an zwei Punkten ansetzen. „Der von Michael Esken beim OP-Wahlforum aufgebrachte Vorschlag eines Kindergartenneubaus hat viele Menschen bewegt. Ich möchte klarstellen, dass das mit den jetzigen Gemeinde-Finanzen nicht möglich ist. Außerdem schwebt das Problem der Geruchsbelästigung über uns allen. Ich möchte da mal nachhaken, warum die geplante Infoveranstaltung nicht stattgefunden hat.“ Außerdem möchte sie Gespräche führen mit den bisherigen Kandidaten, deren Wahlkampfteams und den Fraktionen der Gemeindevertretung.

Fraktionen wollen sich erst beraten

Die Fraktionsvorsitzenden der CDU und SPD in der Gemeindevertretung waren gestern noch zu keiner Wahlempfehlung bereit. Die CDU habe gestern mit den Vorstands- und Fraktionsmitgliedern ein Treffen am Donnerstag vereinbart, erklärte Lothar Nau. Sonja Haese, die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Fronhausen sagte, man berate in der Vorstandssitzung am Abend.

Landrätin Kirsten Fründt zeigte sich als SPD-Mitglied enttäuscht über das Abschneiden des SPD-Kandidaten. „Was den Genderaspekt betrifft, ist die Möglichkeit wahrscheinlicher geworden, dass eine Frau ins Team der Bürgermeister-Dienstversammlung kommt“, sagt Fründt. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass es sich in gemischten Teams besser arbeiten lässt. „Die Wahl liegt aber nicht bei mir, sondern bei den Bürgerinnen und Bürgern. Die hohe Wahlbeteiligung hat mich sehr beeindruckt, darauf können die Gemeinde und die Kandidaten stolz sein“, lobt Fründt.

von Philipp Lauer

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